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Steinbergen: Stromleitung unter der Fahrbahn gefunden / roter Sandstein für Gabionenwände

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Bei einem Besuch auf der Steinberger Baustelle zeigt sich: Verkehrsschilder gelten bei manchen Autofahrern lediglich als unverbindliche Empfehlung. Immer wieder biegen Verkehrsteilnehmer bewusst falsch ab, wenden trotz durchgezogener Mittellinie auf der B83 oder fahren auch schon mal vom Asphalt runter auf die Schotterpiste, die gerade als Unterbau für die neue Fahrbahn verdichtet wird. „Naja und regelmäßig fahren manche auch als Geisterfahrer aus Richtung Rinteln in den Einbahnstraßenbereich der Kreuzung und legen den Verkehr lahm“, ist aus den Reihen der Mitarbeiter zu hören.

Es ist ein dichtes Gewusel auf der Baustelle. LKW holen die alte, freigelegte, Grobschotter-Tragschicht ab, andere liefern neues Material, das sofort verarbeitet wird. Der Einbau der Gabionenwände wird vorbereitet. Die Drahtgitterkörbe zum Abstützen des abgetragenen Berghangs werden zusammengesetzt und sofort gefüllt. „Die vordere, sichtbare Reihe erhält roten Wesersandstein für schönere Optik, dahinter kommt normaler Stein zum Einsatz“, erklärt Projektingenieur Holger Fröhlingsdorf von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Hameln.

Die roten Steine dienen als Füllung der Sichtgabionen. Im Hintergrund: Vliesmatten für die Drainage.
Gut zu sehen: Die Betonfundamente für die Gabionen. Ihr späterer Verlauf ist mit grünen Metallstäben markiert.
Projektingenieur Holger Fröhlingsdorf zeigt den Filterkies für die Drainage hinter der Gabionenwand.

Zurück zum Fahrbahnaufbau. Zwischen der alten, von Spurrinnen übersäten Fahrbahndecke und den neu entstehenden Fahrbahnen sind Metallspieße in den Boden gerammt. An ihnen kleben gelbe Markierungen. „Das sind Marker für die neue Fahrbahnhöhe“, erklärt Fröhlingsdorf. Sofort fällt auf: Die neue Fahrbahn baut höher als die alte. „Der Mittelpunkt der neuen Fahrbahndecke liegt tatsächlich rund 20 Zentimeter höher“, so Fröhlingsdorf, „zu den Seiten fällt die Fahrbahn dann jeweils ab, damit wir die Entwässerung bei Regen in den Griff bekommen. Bisher waren die Spurrinnen ja regelrechte Wasserkanäle.“

LKW liefern das Steingemisch für den Straßenuntergrund, die „Frostschutzschicht“.
Links: Die alte Fahrbahn. Rechts: Der neue Aufbau. Mittig zu erkennen: Die Metallstäbe mit gelben Markierungen für die neue Fahrbahnhöhe. Zu den Seiten fällt die Straße jeweils ab.

Auf den Unterbau folgt die erste Fahrbahnschicht, die sogenannte „hydraulisch gebundene Tragschicht“, auch unter der Abkürzung „HGT“ bekannt. Darauf legt sich die abschließende Betonfahrbahn mit 26 Zentimetern Dicke. Bernhard Lanz, Bauleiter der Firma Oevermann fasst zusammen: „Die HGT-Schicht ist in etwa für die dritte Maiwoche geplant, rund anderthalb Wochen später ist die Betonfahrbahn dran.“ Dazwischen kommen Aushärtungsphasen, das Schneiden der Fugen, Pflastern der Gehwege und der Dreiecksinsel und die ganzen Nebenarbeiten. Auf den Zeitraum Mitte bis Ende Juni schätzt Lanz den Beginn der nächsten Bauphase. Dann wird der Verkehr umgeschwenkt. Die neue Fahrbahn kann befahren werden, die restliche, alte Decke wird abgetragen.

An dieser Stelle treffen Beton und Asphalt später aufeinander. Mittels neuer Asphaltdeckschicht wird die Fahrbahnhöhe ab einem Punkt rund 60 Meter weiter entfernt angeglichen.

Und wie das bei Baustellen dieser Größe nun mal so ist, finden sich hier und da Überraschungen im Erdreich. Neben einer Drainageleitung am Fahrbahnrand, die nirgends eingezeichnet war (wir berichteten), stießen Mitarbeiter der Baufirma Oevermann bei Baggerarbeiten jetzt auf eine 10 kV (10 Kilovolt = 10.000 Volt) Mittelspannungsleitung der Stadtwerke Rinteln, die eigentlich neben der Straße verlaufen sollte. „Aus unbekannten Gründen liegt diese jedoch unter der Straße“, erklären Holger Fröhlingsdorf und Bauwart Peter Blana. Warum sie nicht korrekt eingezeichnet war, wieso der Verlauf ein anderer ist, all das lässt sich jetzt nicht mehr nachvollziehen.

Bei Baggerarbeiten stieß man auf eine 10 kV-Mittelspannungsleitung, die eigentlich neben der Straße hätte liegen sollen.

Wichtig ist jetzt, eine Lösung zu finden. Und die sieht wie folgt aus: Da Versorgungsleitungen wie diese immer in Ringform verlegt werden, hat man bei Defekten oder Wartungsarbeiten auch stets Ausweichmöglichkeiten, da Verbraucher über zwei Seiten des Rings versorgt werden können. So wurde jetzt eine Seite des Rings abgeschaltet, damit die Baggerarbeiten gefahrlos weitergeführt werden können. Entlang der Straße auf der Bergseite wird jetzt ein Leerrohr verlegt und zunächst an den Enden verschlossen. Im weiteren Bauverlauf wird dann eine neue 10-kV-Leitung ins Leerrohr eingezogen, der Ring wird dann umgeschaltet und ist wieder voll in Betrieb. Einen Haken gibt es dennoch: Da eine Ringleitung nur im geschlossenen Zustand immer auch eine Rückversicherung bei einem Defekt beinhaltet, dieser Ring jetzt aber geöffnet ist, fällt die Rückversicherung aus. Im Fall des Falles stünde Steinbergen dann komplett ohne Strom da.

Mittig zu sehen: Die Straßenentwässerung.
Überreste des alten Gehwegs zeigen, um wieviele Meter der Fahrbahnbereich verbreitert wurde.

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