(Engern) Ein Festkommers voller Emotionen, prominente Grußworte von Bürgermeisterin Andrea Lange bis Kreisbrandmeister Joachim Muth und glänzende Augen bei den Ehrungen langjähriger Wegbegleiter – die Ortsfeuerwehr Engern hat ihr Jahrhundertjubiläum gefeiert.
Doch statt nur zurückzublicken, gibt die Truppe Vollgas für die Zukunft.

Es begann im Jahr 1926 mit gerade einmal 20 Männern, die genug hatten von der alten Pflichtfeuerwehr und stattdessen freiwillig anpacken wollten. Damals rollten noch hand- oder treckergezogene Anhänger über die holprigen Wege, während heute eine hochmoderne Maschinerie im Einsatz ist. Wenn man durch die Historie der Ortsfeuerwehr Engern blättert, liest sich das wie ein Roman über echten Zusammenhalt.
Meilensteine pflastern diesen Weg

1952 bauten die Brandbekämpfer ihr eigenes Gerätehaus samt markantem Schlauchturm am Schweinemarkt. Die kommunale Gebietsreform im Jahr 1974 brachte den Zusammenschluss mit der Stadt Rinteln, den die Truppe mit Bravour meisterte. Und als 1993 die Jugendfeuerwehr ins Leben gerufen wurde, legten die Verantwortlichen den wichtigsten Grundstein, damit das Ehrenamt im Ort nicht ausstirbt.
Auch über den Ernstfall hinaus aktiv
Doch die Feuerwehr in Engern war nie nur für den Ernstfall da. Sie ist das Herz des Dorflebens. Ob beim legendären Gänsemarsch, der alle zwei Jahre die Massen begeistert, oder beim gemeinschaftlichen Tannenbaumschreddern – die Aktiven sind tief in der Dorfgemeinschaft verwurzelt.

Ein Spirit des Zusammenhalts
Genau diesen Spirit feierte die Wehr nun bei ihrem runden Geburtstag. Zahlreiche Ehrengäste nutzten den Festkommers, um ihre Anerkennung und ihren Respekt für die Arbeit der Feuerwehr auszudrücken. Bürgermeisterin Andrea Lange hob hervor, dass Feuerwehren wunderbare Botschafter einer Stadt seien und jüngste Ereignisse wie Waldbrände einmal mehr die unschätzbare Wichtigkeit dieser Wehren vor Augen geführt hätten. Erste Kreisrätin Andrea Stüdemann betonte, dass es in Krisensituationen essenziell sei, die passenden Köpfe zu kennen, und bescheinigte Ortsbrandmeister Thomas Reese, dafür ein hervorragendes Händchen zu haben.

Die Vorsitzende des Feuerschutzausschusses der Stadt Rinteln, Anna-Lena Tegtmeier, erklärte, dass in Engern Mut, Kameradschaft und garantierte Sicherheit rund um die Uhr von den Aktiven gelebt werden. Ortsbürgermeister Dieter Horn ergänzte, dass die Wehr neben ihrer eigentlichen Kernaufgabe auch im Dorfleben selbst eine erhebliche Menge an wertvoller Arbeit leistet.

Kreisbrandmeister Joachim Muth unterstrich in seinem Grußwort, dass Feuerwehren angesichts immer weiter steigender Herausforderungen vor allem Verantwortung leben, wobei eine starke Kameradschaft das Fundament für diese erfolgreiche Arbeit bildet.

Abschließend bekräftigte Stadtbrandmeister Tim Schinz, dass in Engern durch die erfolgreiche Wiederbelebung der Jugendfeuerwehr die Zukunft der Wehr nachhaltig gesichert ist. Ortsbrandmeister Thomas Reese machte im Rahmen des Festkommerses zudem unmissverständlich klar, dass die Hundertjahrfeier vor allem ein Sprungbrett nach vorn ist.

Mit einer frisch wiederbeseelten Jugendfeuerwehr und cleverer Mitgliederwerbung, die mal eben 14 neue Unterstützer und einen neuen Aktiven in die Reihen spülte, steht die Truppe stark da. Aktuell stemmen 22 Einsatzkräfte gemeinsam mit 202 Mitgliedern die Herausforderungen von morgen.
Ehrungen langjähriger Mitglieder
Für sechs Jahrzehnte treue Dienste wurde Karl-Heinz Patiga von Kreisbrandmeister Joachim Muth ausgezeichnet. Heinz-Peter Zerbst brachte es auf stolze fünfzig Jahre, Stefan Diekmann auf vier Jahrzehnte.
Auch die Förderer Isabell Peschek-Röhrs, Peter Ernst und Bernd Sadra bekamen für ein Vierteljahrhundert Unterstützung den verdienten Applaus. Ein Jahrhundert voller Mut und Hilfsbereitschaft zeigt eben: In Engern brennt das Feuer für die Gemeinschaft weiter lichterloh.
(Text & Fotos: ot)
































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