(Schaumburg) Das Damoklesschwert „Fusion“ treibt viele Wehren in Rinteln und auch im Umland um. Es mangelt besonders in kleinen Ortsteilen häufig an Einsatzkräften und der Feuerwehrbedarfsplan, den die Stadt Rinteln derzeit aufstellen lässt, schürt weiter Ängste.
Nicht so bei der Feuerwehr „Unter der Schaumburg“ mit ihrem Ortsbrandmeister Roman Stasitzek. Die 2019 aus der Fusion der Wehren Deckbergen und Schaumburg entstandene Wehr ist gut aufgestellt und was den neuen Plan angeht, hat Stasitzek eine klare Meinung: „Der Feuerwehrbedarfsplan kann uns nicht schocken!“

Mit 62 Aktiven und einem Altersdurchschnitt von unter 36 Jahren ist die Wehr perfekt aufgestellt für die an sie gestellten Aufgaben; auch in der Zukunft. Und wie treu die Mitglieder auch ihrer neuen Wehr sind, wie stark sie sich engagieren bei Ausbildung und Einsätzen, zeigt die hohe Zahl der Ehrungen und Beförderungen: Die fleißigsten Feuerwehrleute waren auf Platz eins Inken Nolting und auf dem zweiten Platz Colin Landherr. Malte Stemme wurde als „Grillmaster des Jahres“ geehrt.

Verabschiedet in den Feuerwehrruhestand wurde Feuerwehr-Urgestein Dieter Nolting, der einen handgefertigten Klappstuhl aus Feuerwehrkleidung erhielt. Befördert wurden Danny Hartmann zum Feuerwehrmann, Niko Bethin zum Oberfeuerwehrmann, Jana Brandt zur Hauptfeuerwehrfrau, Tim Bradt zum Ersten Hauptfeuerwehrmann, Jessica Nolting zur Löschmeisterin, Stefan Stemme, Marco Grosser und Tim Neudörfer zu Oberlöschmeistern und Thomas Dorndorf zum Hauptlöschmeister. Ehrungen gab es für Benny Niemeyer für 25 Feuerwehrjahre, Friedrich Gerber für 40, Reiner Bredemeier für 50 Jahre und Heinrich Bredemeier für 60 Jahre.

Viel Zeit für Büroarbeit
Stasitzek übte jedoch auch Kritik über die immer weiter steigende Belastung durch die Bürokratie: „Manchmal wünschte ich mir eine Sekretärin!“ Dem konnte der stellvertretende Kreisbrandmeister Michael Möller nur zustimmen. Über viel administrative Arbeit berichtete auch der stellvertretende Stadtbrandmeister Christian Voß: „Ich hätte nie gedacht, wie viel Arbeit in der Beschaffung der neuen Uniformen steckt!“ Die sollen nach den Sommerferien ausgeliefert werden.

In Sachen Einsatzgeschehen bilanzierte die Wehr ein eher ruhiges Jahr, trotz mehr als 5.000 Stunden erfasster Arbeit. Ein angeblich abgestürztes Kleinflugzeug entpuppte sich als Außenlandung eines Segelfliegers und bei der Suche nach einem Kraftfahrzeugführer nach Verkehrsunfall musste man am Ende feststellen, dass die Fahrzeuginsassen wohl so betrunken waren, dass sie sich einfach verzählt hatten bei der Besatzung ihres Fahrzeugs.

Warten, warten, warten …
Wenn es um die Neubeschaffung von Fahrzeugen geht, dann ist Geduld gefragt. Die Wehr wartet auf ihr neues TLF 3000; und wird das wohl auch noch weiter machen müssen. Die Aufträge an Mercedes und Rosenbauer sind zwar erteilt, doch technische Details behindern die zeitnahe Auslieferung. Und auch das gebrauchte Löschfahrzeug LF 8/6 als Ersatz für ein abgängiges Fahrzeug der Wehr ist bereits soweit in die Jahr gekommen, dass es kurz vor dem Feuerwehrruhestand angekommen ist.

Probleme bereitet der Wehr auch die nicht ausreichende Notstromversorgung im Feuerwehrgerätehaus, das als sogenannter „Leuchtturm“ bei Katastrophenlagen für die Bevölkerung von Deckbergen, Schaumburg und Westendorf dient.


(Text & Fotos: ot)


























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