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231.200 oder 50.000 Euro? Diskussion um Fahrradständer an IGS und Gymnasium geht weiter

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(Rinteln) Bekommen die IGS und das Gymnasium doch noch überdachte Fahrradständer oder nicht?

Das Thema entwickelt sich zum Dauerbrenner, die Frage konnte auch auf der jüngsten Ratssitzung nicht geklärt werden. Dr. Ralf Kirstan (Rintelner Interessen, „RI“) hat dazu im Vorfeld einen Antrag gestellt, die Aufstellung auf städtischem Grund zwischen Hallenbad und Ernestinum zu prüfen (wir berichteten). Die Verwaltung hat in der Sachdarstellung alle vier Himmelsrichtungen berücksichtigt, argumentiert aber mit verschiedenen baulichen Hindernissen. Mal handelt es sich um Parkplätze, die wegfielen, dann sind es Zufahrten für Feuerwehr und Wartung, die im Weg stünden.

Nördlich des Hallenbades sei beispielsweise die Erweiterung der Lüftungsanlage bei der anstehenden Hallenbadsanierung ein Hindernis. Auch, so schreibt es die Verwaltung in der Begründung, entstehe der subjektive Eindruck, die radfahrenden Schüler sollen ins Abseits gestellt werden. Da der zugesagte Kostenvoranschlag nicht eingegangen sei, habe man bei einem Planungsbüro nachgefragt, so die Verwaltung. Bei 170 überdachten Stellplätzen für Fahrräder ergäben sich so Kosten von 231.200 Euro. Plus Befestigung, Zufahrt und Beleuchtung.

Dr. Ralf Kirstan (Rintelner Interessen) beantragt, die Fahrradständer samt Überdachung auf der Nordseite des Hallenbades zu montieren (Symbolfoto)
Dieses Foto ist etwas älter. Es zeigt den vorgeschlagenen Standort aus einer höheren Perspektive.

Kirstan ging bei der Begründung seines Antrags in die Gegenoffensive. Der Standort an der Nordseite sei mit seinem fünf Meter breiten Streifen völlig ausreichend. Auch für eine Sanierung der Hallenbadfassade sei noch Platz. Die Konstruktion müsse dann auf beiden Seiten auf Stützen befestigt werden. Selbst wenn man den Platz für Lüftungsanlage und Fenster herausrechnen würde, so Kirstan, stünden 45,5 Meter reine Betonfassade für die Überdachung zur Verfügung. Den Vorwurf, man wolle Schüler aufgrund der Platzierung der Überdachung ins Abseits stellen, nannte Kirstan „unredlich“. Schließlich grenze er ans neue Park-Areal am Schulhof und sei vom Kunst- und Musiktrakt hervorragend einzusehen. Der Vorschlag für den Standort stamme im Übrigen vom Schülerrat selbst.

Kostenvoranschläge seien aufgrund von Auftrags-Überlastung der angefragten Firmen nicht möglich gewesen. Eine mündliche Nachfrage bei einem Rintelner Betrieb habe aber Material- und Errichtungskosten in Höhe von 30.000 bis 50.000 Euro ergeben. Je nach Förderfähigkeit müsste die Stadt Rinteln damit nur 3.000 bis 12.000 Euro aus eigener Tasche tragen. Eine Pflasterung sei bereits vorhanden, Fundamente könne der städtische Bauhof anlegen, als Fahrradständer könnten die derzeit montierten Bügel dienen, so Kirstan. Die Zahlen der Verwaltung seien „phantastisch überhöht“, man wolle zum Wohle der Schüler kein „Kunstwerk aus Bronze und Blattgold und Edelsteinen“, sondern einen „zweckmäßigen Unterstand“ errichten. Der RI-Fraktionsvorsitzende warf der Verwaltung sogar vor, man wolle die Errichtung von Fahrradständern an dieser Stelle „gezielt kaputtrechnen“ und behauptete, dafür auch eine namentliche Quelle zu kennen, die er aus Gründen des Quellenschutzes aber nicht nennen dürfe.

Die jetzigen Fahrradbügel könnten laut Antrag von „Rintelner Interessen“ auch am neuen Unterstand zum Einsatz kommen. (Archivfoto)

Bevor der Antrag gemäß Vereinbarung an den zuständigen Fachausschuss weitergeleitet wurde, meldete sich Bürgermeister Thomas Priemer zu Wort. Es sei „starker Tobak“, den Kirstan hier „auftischen“ würde, trat er den Vorwürfen entgegen und wies die Anschuldigungen im Bezug auf die Leistungsfähigkeit der Verwaltung energisch zurück, was er auch ins Protokoll aufnehmen ließ. Man habe es nicht nötig, irgendetwas kaputtzuschreiben, so Priemer. Auch sei der Begriff völlig überflüssig, daher werde er auf dieser Ebene nicht weiter diskutieren, machte der Bürgermeister deutlich. (vu)

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