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30 Augen ziehen in ihren Bann: Künstlerportraits von Igor Oster in der Projektgalerie Alte Druckerei

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(Rinteln) Betritt der Besucher die neue Ausstellung in der Projektgalerie „Alte Druckerei“, fühlt er sich sofort vielfältig beobachtet. Auf 15 großformatigen Leinwänden zeigt der lippische Maler Igor Oster Portraits.

Dem Ausdruck dieser einzigartigen Ölbilder kann sich kein Betrachter entziehen, man will es auch nicht – im Gegenteil – man will näher hinschauen und ergründen. Mal schaut ein Gesicht ernst, fast strafend, mal ist es ein verschmitzter Ausdruck oder fröhliche Gelassenheit, die einem begegnet. Eine Künstlerin stützt sich spielerisch und fröhlich auf einen anderen Künstler. Beide haben augenscheinlich viel Spaß dabei. Die freudige Atmosphäre ist zu spüren. „Künstlerportraits“ lautet der Titel der Ausstellung. Wer allerdings Stars aus Funk und Fernsehen erwartet, irrt. Dargestellt sind Künstler aus der Kunstwerkstatt Eben Ezer, deren Leiter Igor Oster ist. Menschen mit Behinderung sind zu sehen. Aber nur wer den Hintergrund kennt, versucht davon Spuren auf den Portraits zu entdecken. Die Bilder sind großartig gemalt und ziehen in ihren Bann.

Wir sehen einen jungen Mann, Ingolf, mit Pfeife in der Hand, verschmitzt lächeln. „Ein interessanter Mann“, denkt man sofort. Was ist es, was das Bild so besonders macht? Ein junger Mann mit Pfeife? Eigentlich erwartet man eine Pfeife eher bei älteren Männern – interessanter Gegensatz und dann dieses verschmitzte Lächeln. Super getroffen. Was denkt Ingolf wohl in dem Augenblick, fragt man sich unwillkürlich. Die Bilder sind im Gegensatz zu vielen anderen Portraits lebendig und lassen viel von der Persönlichkeit der Abgebildeten erahnen, sie folgen weder einem Schönheitsideal, noch befriedigen sie Eitelkeiten der Abgebildeten. Sie werden gezeigt wie sie sind, unverstellt.

Igor Oster hat in Minsk und Münster zwei künstlerische Studiengänge abgeschlossen. Auf der Vernissage erklärt er, in Minsk habe er das künstlerische Handwerk gelernt und in Münster die künstlerische Richtung gefunden. Seine Portraits, darunter auch zwei Eigenportraits, zeigen ein gekonntes Spiel aus exakten Details und Abstraktionen z.B. bei den Hintergründen. Auffälliges Merkmal sind die Läufer auf den Bildern. Igor Oster verdünnt die Ölfarben so weit, dass ein aquarellartiger, lasierender Farbeindruck entsteht, und zahlreiche Farbtrieler die Leinwand herunterlaufen. Ein Mittel, das eine Leichtigkeit in die farbintensiven Bilder bringt. Diese besondere Ausstellung ist noch bis zum 3. November in der Projektgalerie Alte Druckerei, Bäckerstr. 42, Rinteln zu sehen. Ein Besuch lohnt sich.

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