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Abschied von einem Naturdenkmal: Platane am Andeplatz muss gefällt werden

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(Rinteln) Ein prächtiger Zeitzeuge von anderthalb Jahrhunderten Geschichte muss gehen. Der Anblick des Andeplatzes wird sich in Kürze drastisch verändern.

Wie die Stadtverwaltung mitteilt, ist die dortige Platane, die als Naturdenkmal beim Landkreis Schaumburg geführt wird, nicht mehr standsicher. Ein aggressiver Pilzbefall macht eine Fällung des stattlichen Baumes unumgänglich, um die Verkehrssicherheit an diesem zentralen Knotenpunkt zu gewährleisten.

Bauhof-Leiter Klaus-Ulrich Hartmann schätzt das Alter der Platane auf mindestens 150 Jahre. Wie er auf Nachfrage erklärt, soll der rund 30 Meter hohe Baum mit entsprechenden Maschinen und Teleskop-Sägen Stück für Stück abgetragen werden.

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Die riesige Platane zu fällen dürfte einiges an logistischer Vorbereitung erfordern.

Diagnose: Lackporling zerstört Standsicherheit

Bereits seit längerer Zeit stand der Baum unter intensiver Beobachtung der städtischen Baumkontrolleure. Während ein Zugversuch im Jahr 2022 noch eine ausreichende Stabilität bescheinigte, brachte eine erneute Untersuchung im Dezember 2025 die Gewissheit: Der Befall mit dem sogenannten Lackporling ist so weit fortgeschritten, dass die Statik des Baumes massiv beeinträchtigt ist.

Ein Pilz macht der prächtigen Platane zu schaffen und schwächt die Stabilität des Baumes.

Der Lackporling gilt als holzzerstörender Pilz, der die tragenden Strukturen im Inneren des Stammes zersetzt. Für einen Baum an einem so belebten Ort wie dem Andeplatz bedeutet dies ein unkalkulierbares Risiko.

Abwägung gegen den Erhalt

Im Vorfeld der Entscheidung wurden verschiedene Szenarien im Ortsrat diskutiert. Eine radikale Einkürzung der Krone um mindestens sieben Meter hätte die Fällung zwar theoretisch um etwa vier Jahre verzögert, den Baum jedoch durch die großen Schnittwunden weiter geschwächt und für weitere Krankheiten anfällig gemacht.

Auch aus weiterer Entfernung zu erkennen: Die Platane am Andeplatz überragt mit ihrer Größe die umliegenden Gebäude.

Die Verwaltung entschied sich nach Rücksprache mit der Baumsachverständigen Antje Wiskow gegen diese teuren, aber letztlich nur kurzfristig wirksamen Erhaltungsmaßnahmen. Die dadurch eingesparten Mittel sollen stattdessen direkt in die Beschaffung und Pflege eines hochwertigen Ersatzbaumes fließen.

Weitere Fällungen im Blumenwall nötig

Die Platane am Andeplatz ist nicht der einzige Sorgenfall im Rintelner Stadtgrün. Auch im Bereich des Spielplatzes im Blumenwall wurden bei Kontrollen gravierende Mängel festgestellt. Eine Kastanie leidet unter Zunderschwamm und Weißfäule, während ein Berg-Ahorn massiv vom Halimasch befallen ist. Auch hier ist die Fällung zur Sicherung des Spielplatzbetriebs notwendig. An einer Eiche im gleichen Bereich wird zudem Totholz entfernt.

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Ausblick: Neupflanzung im Winter

Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) hat der Maßnahme am Andeplatz aufgrund der vorliegenden Gutachten bereits zugestimmt. Die Stadt plant, die Lücke im Stadtbild nicht lange offen zu lassen: Für die Pflanzperiode im Herbst oder Winter 2026 ist die Setzung eines neuen, repräsentativen Baumes vorgesehen, der langfristig die Funktion des Naturdenkmals übernehmen soll.

(pr/vu)

 

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