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Absenken des Pegels an der Oberweser hätte Folgen für Kiestransporte, Schifffahrt und Tourismus

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(Rinteln/Engern) Die hessischen Edersee-Gemeinden Bad Wildungen, Edertal, Vöhl und Waldeck drängen die Politik durch eine gemeinsame Resolution auf eine Änderung der Wasserbewirtschaftung der Edertalsperre. Ziel der Resolution soll sein, in den Sommermonaten eine größere Wassermenge im Stausee zu behalten (wir berichteten).

Eine Bewirtschaftungsregelung dieser Art hätte unmittelbar gravierende Auswirkungen auf die Schifffahrt der Oberweser und den Tourismus in der Region; derzeitige Pegelstände würden deutlich absinken. Wichtig in diesem Zusammenhang: Der Pegelstand in Hann. Münden ist nicht gleichzusetzen mit der Fahrrinnentiefe auf der Oberweser. Diese ist tatsächlich in weiten Teilen noch geringer.

Hierzu trafen sich am Mittwoch auf Initiative der Bürgermeisterkandidatin Andrea Lange der Geschäftsführer der AHE-Unternehmensgruppe, Sascha Wagener, und Matthias Gräbner (Geschäftsführer
Touristikzentrum Westliches Weserbergland) zu einem Informationsaustausch zu Dritt auf dem Werksgelände des Rintelner Unternehmens AHE-Weserkies.

Schiffe als Transportmittel auf der Weser: Bei einem Wasserpegel von 60 Zentimetern undenkbar. (Archivfoto)

Ein Absenken des Pegels in Hann. Münden führt dazu, dass Schiffe den Transport auf der Weser nicht mehr durchführen können. Die Folge wäre eine Verlagerung der Transportwege auf die Straße und damit eine Verlagerung von einem umweltfreundlichen auf einen umweltschädlicheren Weg. Dies gilt es zu vermeiden. Neben der Wirtschaftlichkeit des Abbaus legt das Unternehmen großen Wert darauf, so umweltfreundlich wie möglich zu handeln. Seit Februar 2020 bezieht das Unternehmen bereits auch Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Lange erläuterte hierzu im Gespräch Vorschläge und Möglichkeiten zur weiteren Optimierung.

Wagener erläuterte, dass das Unternehmen der Verpflichtung nachgekommen sei, in Bezug auf den Tiefgang bestmögliche Schiffe herzustellen. Hier habe das Unternehmen in den letzten Jahren bei der Entwicklung, Optimierung und Konstruktion der Schiffe ingenieurmäßige Pionierarbeit geleistet. „Was die technischen Möglichkeiten betrifft, wurde bereits umgesetzt was möglich ist“ so der AHE-Geschäftsführer.

Gräbner wies daraufhin, dass die Weser in einer Vielzahl von Angeboten und Leistungen eine touristische Bedeutung habe, beispielsweise der bekannte Weser-Radweg, der zu den beliebtesten und besten Radwanderwegen gehöre, die Schifffahrt der „Weißen Flotte“ oder Motorboote, aber auch für Hotels und Gaststätten. Eine Weser mit einem Pegel von rund 60 Zentimetern würde sich gerade in den touristisch wichtigen Monaten von April bis Oktober negativ auf den Tourismus in der Region auswirken.

Mit einer Bewirtschaftungsregelung, die im Ergebnis zur Einstellung der Schifffahrt führt, könnte neben den genannten wirtschaftlichen Nachteilen auch die Zuständigkeit des Bundes für Betrieb und Unterhaltung des Edersees entfallen. Die Bundeszuständigkeit ist unter dem Gesichtspunkt gerechtfertigt, dass mit der Edertalsperre – entsprechend dem Errichtungszweck – die Schifffahrt auf der Weser ermöglicht wird. Denn die Talsperre wurde im Wesentlichen zur Sicherstellung der Schifffahrt auf der Oberweser und als künstliches Wasserreservoir zur Speisung des Mittellandkanals errichtet.

Sascha Wagener hat laut einer Presseinformation sowohl Vertreter der Edersee-Gemeinden als auch des Regionalverbandes wiederholt vor Ort nach Rinteln zu einer Betriebsbesichtigung und einem Gespräch eingeladen, bedauerlicherweise erhielt er auf seine Einladungen bislang keine Resonanz. „Fakt ist, Engagement und Unterstützung ist erforderlich, um auch zukünftig eine Bewirtschaftungsregelung zu haben, die eine Schifffahrt auf der Oberweser zulässt“, schreibt Andrea Lange abschließend. (pr/Archivfotos)

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