(Rinteln) Der Rintelner Ortsrat tagte letztmalig in seiner bisherigen Zusammensetzung und stellte dabei noch einmal einige Weichen – von der geplanten Modernisierung der Siemensstraße über Fördermittel für die Braasstraße bis hin zu neuen Obstbäumen für die Natur.
Abschied in alter Runde
Der Rintelner Ortsrat ist zu seiner letzten Sitzung in der bisherigen Besetzung zusammengekommen. Da die Wahlperiode am 31. Oktober endet und sich danach ein neu gewählter Ortsrat konstituiert, hielt sich die Themenfülle bewusst in Grenzen. Man wollte den künftigen Entscheidungen nicht vorgreifen. Dennoch stand mit dem Ausbau der Siemensstraße ein wichtiges Infrastrukturprojekt auf der Agenda, das für Diskussionen sorgte.

Siemensstraße: Kritik an geplantem Etappen-Ausbau
Ein zentraler Punkt war der vorgestellte Plan für den Ausbau der Siemensstraße im Industriegebiet Rinteln Süd. Planer Christian Wolter vom Büro „Weinkopf“ erläuterte, dass der bisherige Wirtschaftsweg – an dem unter anderem die Firmen „Stüken Süd“ und das Bauunternehmen „Steding“ liegen – von 3,50 Meter auf 6,50 Meter verbreitert werden soll, um gefahrlose Lkw-Begegnungen zu ermöglichen.

Zudem soll im Norden ein zwei Meter breiter Gehweg entstehen, während im Süden eine drei Meter breite Mulde zur Oberflächenwasser-Versickerung nach dem „Schwammstadt“-Prinzip dient. Eine technische Besonderheit: Um das Wasser in den darunterliegenden Sandboden abzuleiten, muss die undurchlässige obere Bodenschicht durchbrochen werden.
Für Unmut bei den Ortsratsmitgliedern sorgte jedoch das geplante Vorgehen. So stößt das zweistufige Modell – ein initialer Ausbau als „Baustraße“ für 600.000 Euro, gefolgt von einem späteren Endausbau für weitere 200.000 Euro – auf Kritik. Matthias Wehrung (CDU) und Kay Steding fanden diese Trennung widersinnig. Steding befürchtete jahrelange Verzögerungen wie an der Dieselstraße und plädierte für einen sofortigen Vollausbau, um doppelte Fräs- und Deckschichtarbeiten zu vermeiden. Der Ortsrat gab der Verwaltung einstimmig den Auftrag mit, die Kosten für einen sofortigen Vollausbau zu prüfen. Über das Thema beraten in Kürze noch der Bau- und der Verwaltungsausschuss.
Grünes Licht für die Braasstraße
Einstimmigkeit herrschte hingegen bei der Entscheidung, einen Förderantrag für den Ausbau der Braasstraße einzureichen.
Die Stadt müsste dafür einen Eigenanteil von rund zwei Millionen Euro aufbringen. Baudezernent Stefan Eggert-Edeler betonte, dass die Arbeiten in zwei Abschnitten durchgeführt werden sollen, „damit die Betriebe nicht abgeschnitten werden“.

Mehr Sicherheit und neue Bäume
Zum Ende der Sitzung gab es weitere positive Nachrichten für Rinteln:
Geschwindigkeitssicherung: Iris Melsa (CDU) regte die Anschaffung weiterer „Smiley-Blitzer“ an, um das Tempo im Stadtgebiet wirksam zu drosseln. Melsa kritisierte auch die Querung der Bundesstraße 238 im Bereich Hessendorf, wo Fahrradfahrer nicht gefahrlos von der Nordseite auf die Südseite Richtung Industriegebiet gelangen könnten.

Artenschutz: Stadtjurist Maximilian Schneider kündigte an, dass noch in diesem Herbst 20 neue Obstbäume im Bereich des Saakschen Wegs gepflanzt werden. Sie dienen als Ersatz für abgestorbene Exemplare und werden im Rahmen des Programms „Artenreiche Heckenwege“ vom NABU Rinteln finanziert, während der städtische Bauhof die Pflege übernimmt.
(Text & Fotos: ot)
























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