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„Artenvielfalt eines der zentralen Themen“: SPD-Kreistagsfraktion besucht Landwirt Requardt / Besichtigung des Insektenschaugartens „Melissa“

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(Rinteln) Zum Abschluss ihrer Sommerreise hat die SPD-Kreistagsfraktion den Landwirt Heinz-Jürgen Requardt in Rinteln aufgesucht, seine Ackerfläche aus dem Biodiversitätsprogramm im Westen der Stadt an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen besichtigt und sich danach den Insektenschaugarten „Melissa“ angeschaut.

Begleitet wurden die Kreispolitiker von der Leitenden Kreisverwaltungsdirektorin Andrea Stüdemann und der Amtsleiterin Martina Engelking.

Landwirt Heinz-Jürgen Requardt (3.v.l.) und die SPD-Kreistagsfraktion.

Als Biodiversität wird die Vielfalt von Pflanzen und Tierarten bezeichnet. Der Landwirt Requardt hat sich von der Landwirtschaftskammer zu diesem Thema beraten lassen, ist Vertragspartner der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Schaumburg geworden und hat eine Fläche neben einem Maisfeld stillgelegt, die nicht bewirtschaftet wird.

Dafür konnten die Besucher eine große Wiese mit mehrjährig blühenden Pflanzen wie unter anderem Sonnenblumen, Buchweizen und Malven bewundern. „Radfahrer halten hier oft an und machen Fotos, eine Fläche zum Hingucken“, berichtete Requardt.

Radfahrer nutzen das Sonnenblumenfeld als Fotomotiv und Insekten als Nahrungsquelle.

Er sei, so Requardt, ein konventionell arbeitender Landwirt, der Düngemittel und Pflanzenschutzmittel einsetzt, es aber verstanden habe, dass man etwas ändern müsse. Gemeinsam mit einem Partner bewirtschaftet er 140 ha Ackerland, baut Bohnen, Gerste, Weizen, Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln an. Der Landwirt lobte die Zusammenarbeit mit dem Landkreis („unkompliziert, ohne viele Auflagen“) und forderte die Politik auf, den sogenannten „Niedersächsischen Weg“ fortzusetzen („war lange überflüssig“).

Andrea Stüdemann dankte der SPD-Kreistagsfraktion für ihren Antrag, 20.000 Euro im Haushalt für das Programm „Biodiversität“ einzustellen und warb für weitere Akteure, die sich auf freiwilliger Basis für die Förderung der Artenvielfalt einsetzen wollen. Ansprechpartnerin ist Heike Eckert-Hormann unter Tel.: 05721 / 703-1502, E-Mail: naturschutz@schaumburg.de.

Rintelns Bürgermeister Thomas Priemer ist überzeugt, „dass solche Projekte zur Befriedung zwischen Landwirtschaft und Naturschutz beitragen.“ Martina Engelking wies darauf hin, dass der Landkreis bereits seit Jahren Maßnahmen für die Artenvielfalt und den Insektenschutz umsetzt und nannte beispielhaft das Obstbaumprogramm, Gewässerrandstreifen- und Ackerrandstreifenprogramm und bereits seit 2009 das Hege-Programm zusammen mit der Kreisjägerschaft.

In unmittelbarer Nähe zum Generationenpark ist in Rinteln auf Initiative des Imkervereins Rinteln in Kooperation mit der NABU-Ortsgruppe, dem Obst- und Gartenbauverein Rinteln und der Stadt Rinteln der Insektenschaugarten „Melissa“ entstanden. Gefördert wurde das Projekt von der Bingo Stiftung Niedersachsen.

Klaus Koschnik, der Vorsitzende des Imkervereins, führte gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Beate Wittenberg die Besucher durch die Anlage. Die Stadt Rinteln habe, so Koschnik, das Gelände für viele Jahre kostenlos zur Verfügung gestellt. Schautafeln informieren über die Bedeutung der Hecken für Zaunkönig, Kleiber, Grünfink, Gimpel und viele andere Vogelarten. Die Kräutervielfalt kann in einem Hochgarten bestaunt werden. Auch auf die Bedeutung des Totholzes wird aufmerksam gemacht. Zu den Höhepunkten gehört ein Insektenhotel.

Am Insektenschaugarten „Melissa“ kann das Leben der Bienen beobachtet werden.

„Ziel ist es, Erkenntnisse für den eigenen Garten zu gewinne; wünschenswert wäre es, hier Schulklassen durch das Gelände führen zu können“, so Koschnik. „Biodiversität ist eines der zentralen Themen in der ökologischen Entwicklung des ländlichen Raums“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Eckhard Ilsemann abschließend. (pr/Fotos: pr)

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