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Auf der Suche nach Thermik: Rintelner Flugschüler absolvieren lautlos ihren ersten Streckenflug

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(Rinteln/Bohmte) Jeweils ein 50 Kilometer Streckenflug gelang am 18. Mai den Zwillingsbrüdern Ole und Malte Bachmann. Es war die letzte große Aufgabe in der Segelflugausbildung vor der praktischen Prüfung. Hinter einem Schleppflugzeug startete Ole Bachmann von Rinteln aus im Weserbergland, flog dann dem Weser- und Wiehengebirge folgend nach Westen. Dabei gewann er durch Kreise in warmen Aufwinden Höhe, die er dann benötigte, um geradeaus auf Kurs zu fliegen. Schließlich landete er auf dem Flugplatz Bohmte bei Osnabrück.

„Als Segelflieger habe ich nur kurz eine Anfangsenergie bekommen und mir danach immer wieder gute Aufwinde gesucht, navigiert und natürlich einen wunderbaren Flug gehabt. Die Wolkenbildung hat es mir heute leicht gemacht, die Aufwinde zu finden und die Reifeprüfung erfolgreich zu absolvieren“, so Ole Bachmann. Nach etwa 90 Minuten empfingen ihn die Bohmter Segelflieger herzlich, da sie alle um diesen bedeutsamen Schritt in der Ausbildung zum Segelflugzeugführer wissen und sich auch Jahre danach noch an dieses fliegerische Event erinnern.

Ole und Malte Bachmann vor ihrem Überlandflugzeug „Astir“. (Foto: pr)

Sein Zwillingsbruder Malte wurde mit dem Motorsegler von Rinteln nach Bohmte geflogen. Dort erfolgte der Pilotenwechsel und los ging es für Malte. Mit der Startwinde wurde er auf 400 Meter gezogen und bekam so seine Ausgangshöhe für den Rückflug nach Rinteln. Nach ebenfalls anderthalb Stunden landete er sicher in Rinteln. „Bohmte liegt thermisch ungünstiger als Rinteln, so musste ich erst mühsam 1600 Höhenmeter kreisend erreichen, bevor ich mich auf den Weg begeben habe. Dabei habe ich auch mehrmals nach Vögeln Ausschau gehalten, die bereits vor mir in der Thermik waren und mir den Aufwind anzeigten. Neben dem Können hatte ich vielleicht auch ein wenig Glück, da zu meiner Startzeit sonst niemand in Bohmte oben blieb. Heute war ein super Tag für uns und eine neue Dimension des Fliegens hat angefangen! In der Ausbildung beobachten uns die Fluglehrer. Zum ersten Mal bin ich außerhalb der Reichweite eines Fluglehrers und des Heimatflugplatzes nur mit schriftlichem Flugauftrag geflogen. Es geschafft zu haben, der Natur Entfernungen abzuringen, bei denen sich die wenigsten Menschen vorstellen können, dass man sie ohne Motorkraft zurücklegen kann, ist fantastisch!“, so das Statement von Malte Bachmann.

Die Rintelner Segelfliegerfreunde wünschen den beiden viel Erfolg für ihre weitere fliegerische Karriere und „always happy landings“.
Jetzt müssen die beiden noch mit einem behördlichen Prüfer aus Wolfenbüttel fliegen. Das ähnelt einer Führerscheinprüfung, dann erhalten sie ihren Flug-Führerschein nach einer fundierten theoretischen und praktischen Flugausbildung ausgehändigt. Der Luftsportverein Rinteln ist ein Verein und keine Flugschule. Hier werden die Flugschüler ehrenamtlich von neun Fluglehrern ausgebildet, wodurch das Fliegen kostengünstig gestaltet werden kann. Interessierte können sich an den Wochenenden bei einem Besuch auf dem Rintelner Flugplatz, südlich des Doktorsees gelegen, selbst einen Eindruck von diesem schönen Hobby machen. (pr)

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