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Ausgebaggert: An der Weser entsteht eine neue Auenlandschaft

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Am Rintelner Weserufer, oberhalb der Einmündung der Exter stehen Bagger und heben große, rechteckige Löcher aus. Was ist da los? Eine Nachfrage bei der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Schaumburg löst das Rätsel.

Es handelt sich um archäologische Ausgrabungen der Spezialfirma Arcontor im Vorfeld anstehender Baumaßnahmen. Im November soll hier nämlich das Projekt „Sekundär-Aue“ starten.

Eine Maßnahme, vom Land Niedersachsen finanziell gefördert, die auf einer Fläche von rund 350 Metern Länge und 50 Metern Breite die Wiederherstellung von einst verfüllten Überflutungsräumen in die Tat umsetzen wird.

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Damit sollen „Dynamik, Struktur und Funktionsfähigkeit von Fließgewässerlandschaften wieder hergestellt und erhalten“ werden, wie es offiziell heißt. Hoch- und Mittelwasser sollen dort einen Lebensraum für Pflanzen und Lebewesen schaffen, wechselnde Wasserstände bringen Veränderungen in der Sekundär-Aue, so wie es früher einmal entlang der Flüsse war – bevor der Mensch diese Flächen zuschüttete.

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Wie Matthias Dornbusch von der Unteren Wasserbehörde erklärt, handelt es sich gewissermaßen um ein Pilotprojekt für die Region. Umgangssprachlich als „Exter-Delta“ bezeichnet, ist das Projekt zur Bereicherung der Fisch- und Pflanzenwelt gedacht. Dazu gilt es, zunächst eine Art Insel auszubaggern und über zwei Verbindungen Zugang zur Weser zu schaffen. Rund 18.000 m³ Erdreich müssen abgetragen werden und landen vorraussichtlich auf einer Deponie. Da es sich um ein Überschwemmungsgebiet handelt, ist eine Lagerung in der Nähe nicht möglich. „Es sei denn, das ausführende Bauunternehmen hat eine andere Nutzung dafür und errichtet beispielsweise einen Lärmschutzwall“, ergänzt Dornbusch.

(Foto: Taydoo - Mike van Doorn)
(Foto: Taydoo – Mike van Doorn)

Das Ausschreibungsverfahren für die Baumaßnahme soll in Kürze starten, die Zeit wird knapp. Baubeginn soll im November sein, Fertigstellung noch in diesem Jahr – so schreiben es die Förderbedingungen vor. „Und damit es nicht im Verlauf der Bauarbeiten zu Überraschungen kommt, wird jetzt nach eventuellen archäologischen Funden gegraben“, so Dornbusch. Die Ausgrabungen dauern noch bis Ende der Woche.

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