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Bauausschuss bringt Sportpark Rinteln auf den Weg: Diskussion über Kunstrasenplatz

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(Rinteln) Der „Sportpark Rinteln“ nimmt Formen an. An der Burgfeldsweide soll ein ganzjährig nutzbares Kunstrasenspielfeld (90 x 60 Meter) auf der jetzigen Fläche zwischen Laufbahn und IGS-Parkplätzen entstehen (wir berichteten).

Die Laufbahn soll einen Kunststoffbelag erhalten. Veranschlagte Gesamtkosten: 1,75 Millionen Euro. Davon erhält die Stadt 45% Förderung, also bis zu 788.000 Euro.

Andreas Winter vom Planungsbüro Peters + Winter Landschaftsarchitekten aus Bielefeld stellte die Pläne jetzt im Bauausschuss vor. Dieser gab – mit einer Gegenstimme – grünes Licht.

Mittig im Bild zu sehen: Die Asche-Laufbahn. Der Kunstrasenplatz soll auf der Fläche darüber entstehen. Rechts: Die Kreissporthalle. Nicht auf dem Foto: Die neue IGS. Das Foto wurde aufgenommen, bevor die IGS-Bauarbeiten begonnen haben.

Fragen gab es reichlich, die Diskussion entwickelte sich um Details. So zeigte sich Kay Steding (CDU) verwundert, warum der Kunstrasenplatz nicht inmitten der Laufbahn gebaut würde, dann mit Normalmaßen, statt den Mindestabmessungen. Planer Winter erklärte, Kunstrasen sei nicht für Leichtathletik geeignet und die Kugelstoß-Fläche an den Stirnseiten des Spielfeldes werde unter anderem dafür genutzt. Werfe man Kugeln oder Speere auf eine Kunstrasenfläche, werde diese beschädigt und so sei in aller Regel die Vorgehensweise bei diesen Sportarten. Steding entgegnete, in Rinteln sei dies nicht der Fall.

Für Volker Posnien (SPD) war es hingegen klar, dass das Kunstrasenspielfeld außerhalb der Laufbahn gebaut wird. Andernfalls würden Verschmutzungen von der Laufbahn hereingetragen werden, auch seien Punktspiele auf der genannten Fläche mit Turniermaßen möglich. Beim Vorschlag, wenigstens ein Halbrund an der Laufbahn in Kunststoff zu bauen, mahnte Bauamtsleiter Uwe Quindt allerdings, man müsse die genaue Planung und das Ergebnis von Gutachten abwarten, erst dann kenne man die Gesamtsumme.

Gar nicht grün mit dem Thema Kunstrasenplatz waren die Grünen, wie Fraktionsvorsitzende Uta Fahrenkamp sinngemäß zugab. Aus einem Katalog mit 30 Fragen las sie einige vor. Darunter stellte sich die Frage nach der Nutzung zum Grillen, als Zeltlagerfläche oder als erweiterter Schulhof der IGS. „Weder noch“, so die Reaktion des Planers. Allerdings würden unter den genannten Aktivitäten auch herkömmliche Sportplätze leiden. Auch die Frage nach der Bodenversiegelung, Abrieb und Mikroplastik stellte sich.

Die „Aschebahn“ soll durch eine Kunststofflaufbahn ersetzt werden.

Winter erklärte den Aufbau. Nachdem der Erdboden abgeschoben ist, wird eine Schottertragschicht aufgebracht, sowie eine Unterkonstruktion, die mit 16 Kilogramm Sand pro Quadratmeter Fläche beschwert wird, damit der Rasen nicht wegfliegt. Der fertige Rasen beuge aus sporttechnischer Sicht Verletzungen vor und sei mit einer elastischen Tragschicht ausgestattet. Zur Herstellung werde CO2-neutral produziertes Garn aus Zuckerrohr-Bestandteilen eingesetzt. Die Nachteile bisheriger Kunstrasenplätze mit Einstreugranulat und regelmäßiger Wartung gebe es bei der neuen Konstruktion nicht mehr.

Ja, es gebe naturgemäß Abrieb und auch die UV-Strahlung schädige auf Dauer die Struktur, so Winter. Auch müsse der Kunstrasen einmal pro Jahr durch eine Fremdfirma gepflegt werden. Aber, so stellte der Planer klar, auch ein Naturrasen braucht Pflege, Wasser und Dünger. Und man kann ihn – mit Ausnahme der Bundesliga – nicht ganzjährig bespielen. Dort würden auch große Summen für die Pflegemaßnahmen ausgegeben. Je nach Nutzung und Pflege betrage die Haltbarkeit des Kunstrasenplatzes etwa 15 Jahre. Der Austausch erfolgt ähnlich wie bei einem Teppich, die Unterkonstruktion bleibt bestehen.

Bevor sich die Diskussion um Feinheiten wie die Nutzung der Beleuchtung für die Skate-Anlage verwickeln konnte, erinnerte Baudezernent Stefan Eggert-Edeler daran, es gehe in diesem Schritt noch nicht über Detailplanung, sondern um den Beschlussvorschlag, um die Planungsleistungen ausschreiben zu können.

Anthony-Robert Lee (CDU) mahnte, man dürfe nicht bei jedem Projekt „das Haar in der Suppe suchen“. Schüler und Jugendliche hätten schließlich am meisten in der Corona-Pandemie gelitten und jeder Eingriff in die Natur – auch die Entstehung eines Naturrasenplatzes – sei mit Folgen verbunden. Winter räumte ein, das Zuckerrohr als Rohstoff stamme zwar aus Brasilien, werde aber CO2-neutral hergestellt. Allerdings gebe es momentan noch keine Alternativen aus dem Inland. Und Elektroautos kämen nun mal auch nicht ohne Chips aus China klar. (vu)

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