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Bauausschuss stellt Pläne für IGS-Nachnutzung vor

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(Rinteln) Nach der Fertigstellung des IGS-Neubaus geht das alte Schulgebäude mit Anbau am Kollegienplatz ins Eigentum der Stadt Rinteln über (wir berichteten). In Workshops konnten Bürger Ideen einbringen, was künftig mit dem Schulgebäude passieren soll. Jetzt präsentierte die Verwaltung im Bauausschuss ein Konzept zur Nachnutzung. Dieses sieht vor, viele in der Stadt verstreute Einrichtungen und Gebäude unter das Dach der „Alten Universität“, so der Arbeitstitel, zu holen.

Das Mehrgenerationenhaus soll aus der Ostertorstraße ins Erdgeschoss des Gebäudes am Kollegienplatz ziehen. Die Stadtbücherei, die unter Platznot leidet, würde im Nordteil des Erdgeschosses ein neues Zuhause finden. Mit seinen hohen Decken würde dieser Gebäudeabschnitt auch thematisch gut zu einer Bücherei passen, war im Rahmen der Präsentation zu erfahren. Vorteil: Das Museum könnte die gewonnen Flächen in der „Eulenburg“ für Werkstattzwecke nutzen. Ebenso hätte das Stadtarchiv im Museumsgebäude Platz, was die beengte Raumsituation im Bürgerhaus entspannen würde. Die Academia Rinteln wiederum hätte im nördlichen Teil des Obergeschosses Platz für den Lehrbetrieb. Die Kreisjugendmusikschule würde im Obergeschoss und Dachgeschoss des südlichen Gebäudeteils einziehen können, was laut Bürgermeister Thomas Priemer auch seitens des Landkreises auf Interesse stieß. Für Vereinstätigkeiten von DRK, Hospizverein, Denkmalschutz und weiteren böten sich Räume im Dachgeschoss auf der Nordseite des Komplexes an.

Links: Der jetzige Eingang zur IGS. Rechts: Eine Projektskizze mit neuem Mittelteil und Treppenhaus.

Um die Erreichbarkeit und Barrierefreiheit zu gewährleisten, sehen die Planungen einen Abriss des mittleren Gebäudeteils vor. Hier soll ein neues Treppenhaus mit Aufzug entstehen, dass für die Erschließung aller sieben Ebenen im Gebäude sorgt. Gleichzeitig können die einzelnen Einheiten dadurch auch voneinander getrennt werden. Die Umbaukosten werden auf rund 4,5 Millionen Euro gerechnet. Aus dem Bundesprogramm Sport-, Jugend und Kultureinrichtungen können Fördermittel in Höhe von 2,025 Millionen Euro beantragt werden. Der Eigenanteil der Stadt Rinteln beliefe sich in diesem Fall auf 2,475 Millionen Euro, verteilt auf die Jahre 2021 bis 2025. Wichtig dafür ist allerdings, dass in dem Gebäude keine kommunale oder sonstige gesetzliche Pflichtaufgaben untergebracht sind, sonst entfällt die Förderung. Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass die Grundschule Süd nicht ins leerstehende IGS-Gebäude ziehen wird. Allerdings schien das für einige der Ausschussmitglieder nach einer zuvor durchgeführten, aufschlussreichen Besichtigung des Standortes an der Schulstraße inzwischen kein Thema mehr zu sein, wie der Sitzung zu entnehmen war.

Feinabstimmung war bei der Beschlussvorlage nötig. Aus Reihen der WGS kam der Vorschlag, sollte die Förderung nicht zustande kommen, dürften nicht trotzdem 4,5 Millionen Euro für den Umbau im Haushalt eingestellt werden. Stattdessen müssten die einzelnen Bauvorhaben in den politischen Gremien vorgelegt werden. Nick Büscher vom NABU sprach sich dafür aus, die alten „Schnittger-Pavillons“ zu erhalten. Dies sei auch der Wunsch der Stadtverwaltung, bekräftigte Bürgermeister Thomas Priemer. Bei einem abgelehnten Förderantrag werde es zwar eine „Kraftanstrengung“, die Umbauten durchzuführen, so Priemer weiter. Allerdings sei man dann auch nicht an das enge Zeitkorsett von fünf Jahren zur Fertigstellung gebunden. Dass die Zeit drängt, zeigt ein Blick aufs Ratsinformationssystem. Bereits am Freitag, dem 6. November, soll der Rat per Umlaufbeschluss über diese Maßnahme abstimmen. Dann heißt es Daumen drücken.

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