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Baumpflanzung mit Hindernissen: Obstbäume am Acker ungeeignet

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(Rinteln) CDU-Anträge auf diverse Nachpflanzungen von Bäumen, unter anderem in der „Kirschenallee“ und „Unter der Frankenburg“ sorgten für Gesprächsstoff auf der jüngsten Ortsratssitzung. Antragsteller Matthias Wehrung hatte in dem Gebiet eine zeitlich gestaffelte Anpflanzung von Zierkirschen gefordert, die sich allerdings aus verschiedenen Gründen als schwierig gestaltet.

So ergänzte Bauhof-Leiter Klaus-Ulrich Hartmann den von der Verwaltung in der Beschlussvorlage genannten Einwand zum nötigen Grenzabstand. Aufgrund bereits durchgeführten Beschnitts der Überhänge zu den Ackerflächen seien die Baumkronen teilweise verstümmelt. Heutige Landmaschinen seien größer und benötigten mehr Platz.

Der Standort zur Nachpflanzung von Äpfeln und Kirschen sei „charmant“, jedoch seien diese Bäume als Alleebäume ungeeignet. Wenn man diese aufgrund der Nähe zu landwirtschaftlich genutzten Flächen nach wenigen „halbieren“ müsse, mache eine Pflanzung keinen Sinn. „Vor 30 Jahren hat das niemanden interessiert, da wurde einfach ein Baum hingepflanzt“, so Hartmann. Allerdings seien Traktoren und Erntemaschinen seinerzeit auch nur halb so groß und halb so hoch gewesen wie heute. Widerstand von Landwirten gebe es bereits heute, diese würden sich beim Bauhof beschweren und eine Kappung der Baumkronen verlangen, damit ein ungehindertes Bearbeiten der Ackerflächen möglich sei. Stadtdirektor Dr. Joachim Steinbeck sagte jedoch zu, man werde einen Kontakt mit den zuständigen Landwirten herstellen und das Gespräch suchen.

Holunder werde fünf bis acht Meter hoch, so Hartmann ergänzend zu der beantragten Pflanzung dieser Gewächse am Holunderweg. Bei zwei bis drei Metern Jahrestrieb sähe er im dann nötigen, regelmäßigen Rückschnitt keinen Sinn, höherer Wuchs als bei einer Zierkirsche sei „unglücklich“.

Weitere Anpflanzungen waren von der CDU im Bereich Karlstraße und Ostpreußenweg beantragt worden. Hier sicherte die Verwaltung die Pflanzung eines Ahornbaumes in das vorhandene Pflanzbeet an der Einmündung zur Stoevesandstraße zu. Eine Kiesfläche im nördlichen Teil könne aufgrund von Leitungen und Schaltschränken der Telekom und der Stadtwerke nicht bepflanzt werden. Weiterhin soll die Straßendecke der Karlstraße kurzfristig punktuell ausgebessert und der abgängige Asphalt des Bürgersteigs nach Abschluss des Kita-Neubaus durch Pflaster ersetzt werden.

In der Waldkaterallee will die Verwaltung das Gespräch mit Grundstückseigentümern suchen. Ermittelt werden soll, ob die Bereitschaft besteht, einen Grundstücksstreifen westlich der Straße zu verkaufen. Dieser ein bis zwei Meter breite Streifen soll zur Verbreiterung des Pflanzstreifens genutzt werden. Schlaglöcher in der Waldkaterallee sollem im Rahmen der Straßenunterhaltung ausgebessert werden, das schadhafte Pflaster an der Bushaltestelle „Pommernweg“ sollen ausgetauscht werden und die Beantragung von Geldern im Haushalt 2022 soll eine Anpflanzung von zehn Ahornbäumen östlich der Fahrbahn in der Allee sicherstellen.

Ein weiterer CDU-Antrag befasste sich mit der Aufwertung des Fußweges im Grenzweg-Quartier und ebenfalls mit der Pflanzung von Bäumen und Hecken. Hier sicherte die Verwaltung den Einbau von Mineralgemisch zu, um die Begehbarkeit des Weges zum ehemaligen Spielplatz am Grenzweg zu verbessern. Für die Ersatzpflanzung von Bäumen, die in dem Bereich aufgrund der Verkehrssicherungspflicht gefällt werden mussten, sind in diesem Haushaltsjahr keine Mittel vorgesehen. Sie müssen für 2022 beantragt werden. Die beantragte Pflanzung einer zehn Meter langen Hecke im nordwestlichen Bereich erfolgt nicht, da sie den Landschaftsblick verhindern würde. Auch die Anpflanzung von bis zu 20 Süßkirschenbäumen ist aufgrund der vorgeschriebenen Grenzabstände zur landwirtschaftlichen Fläche nicht möglich.

Das schadhafte Pflaster an der Bushaltestelle „Pommernweg“ soll ausgebessert werden. (Foto: pr)

Generell sei immer wieder zu lesen, so Wehrung, dass trotz 130 Bäumen, die im vergangenen Winter in der Stadt gefällt wurden, keine Mittel für Nachpflanzungen zur Verfügung stünden. Gerade in Zeiten, in denen gegen Klimawandel und Insektensterben angekämpft werde, sollte soviel Geld im Haushalt vorhanden sein, um entnommene Bäume wieder nachpflanzen zu können. Darüber hinaus sei im Umweltausschuss beschlossen worden, für jeden gefällten Baum zwei neue nachzupflanzen. „Davon sind wir meilenweit entfernt“, resümierte Wehrung. Um vor Ort etwas zur CO2-Bindung und gegen den Klimawandel zu leisten, müsse man hier mit gutem Beispiel vorangehen und dürfe nicht „am falschen Ende sparen“. (vu)

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