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Beschlossene Sache: Zwei Bahnübergänge werden geschlossen

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(Westendorf / Schaumburg) Daniel Vorfeld, Mark Eberhardt, Hüseyin Serbest und Mareen Hansen von der Deutschen Bahn hatten im Dorfgemeinschaftshaus Schaumburg keinen leichten Stand.

Ihre Aufgabe: Den Menschen erklären, warum zwei fernüberwachte Bahnübergänge (Gut Echtringhausen und „In der Rehre“) auf der Bahnstrecke 1820 (Elze – Löhne) geschlossen werden müssen. Und zwar bereits 2028, wie das Team mitteilte.

Entsprechend aufgeladen die Stimmung im Saal des DGH. „Das ist ja ein echtes Scheißthema“ und „Ich halte mal vorsorglich Sicherheitsabstand nach vorne“ waren nur einige Aussagen der zum Teil wütenden Besucher der Informationsveranstaltung, die jeweils unterschiedliche Interessen zur Nutzung der Übergänge haben.

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Mark Eberhardt von der Deutschen Bahn erläutert die Gründe, warum die beiden Bahnübergänge geschlossen werden müssen.

Sauer war auch Antje Rinne, aber nicht auf die Deutsche Bahn: „Die Stadt Rinteln weiß schon länger von der geplanten Schließung, hat aber die politischen Gremien nicht informiert“, so die RI-Ratsfrau. Hintergrund der geplanten Schließung und des Rückbaus in 2028 ist, dass die aus den 1980er Jahren stammenden Bahnübergänge (BÜ) über fernüberwachte Signalanlagen vom Stellwerk Hess. Oldendorf gesteuert werden und eine hohe Störanfälligkeit haben. Das bedinge Verspätungen im Bahnverkehr. Eine technische Aufrüstung der Signalanlagen an den Übergängen sei nicht möglich, da das Stellwerk in Hess. Oldendorf dazu erst mit einer neuen Technik ausgestattet werden müsste: „Das ist aber nicht vorgesehen“, so Eberhardt.

In der „Rehre“.

Bis maximal 2031 würde die Betriebserlaubnis der beiden Anlagen in Westendorf und Schaumburg noch reichen: „Dann wäre ohnehin Schluss“, so Eberhardt. Eine Umlegung der Technik auf das Rintelner Stellwerk werde zwar im Rahmen des Projekts geprüft, so Eberhardt auf eine Bürgeranregung, doch eine Realisierung sei so gut wie ausgeschlossen. Er erläuterte die weiteren Gründe der Bahn, die Übergänge zu schließen. Und das sind vorwiegend wirtschaftliche, denn in unmittelbarer Nähe zu den Übergängen befinden sich bereits vorhandene Alternativen in Westendorf und Deckbergen und die Umwege seien zumutbar. „Nicht für Fußgänger“, schimpfte es aus der Bürgerschaft heraus, denn viele Menschen aus dem Schaumburger Bereich würden die Übergänge nutzen, um an die Deckberger Teiche zu gelangen. „Dann müsste ich mit meinem Hund eineinhalb Kilometer in die eine Richtung und dann die gleiche Strecke auch wieder zurück gehen!“

Umbau in enger Abstimmung mit den Landwirten

Besonders aus der Landwirtschaft, die die Übergänge für das Erreichen ihrer Felder benötigt, kam Kritik, die Eberhardt allerdings nicht nur gut verstehen konnte, sondern auch ankündigte, dass man sich intensiv im Austausch mit den betroffenen Landwirten damit beschäftigen werde. So sollen neue Ersatzwege zu den vorhandenen Übergängen geschaffen werden, die auch den Verkehr mit schweren landwirtschaftlichen Fahrzeugen aushalten. Die könnten beispielsweise mit Betonwegeplatten ausgestattet werden und durch Ausweichstellen auch im Begegnungsverkehr befahren werden. Die genaue Wegeführung werde mit den Landwirten abgesprochen. Und Eberhardt versprach: „Die vorhandenen Übergänge werden erst dann geschlossen, wenn die neuen Wege fertig sind!“ Einen Vorschlag aus der Bürgerschaft, doch einfach die rot blinkenden Ampeln an den Übergängen komplett abzuschaffen und lediglich ein Andreaskreuz als Hinweis auf den Vorrang der Bahn zu belassen, erteilte das Projektteam der Bahn eine Absage: „Bei Streckengeschwindigkeiten von 120 km/h darf es keinen nichttechnischen Bahnübergang geben!“

Wildüberquerungen befürchtet

Schon jetzt prognostizierten einige Bürger, dass bei Schließung der jetzigen Übergänge es „Wildquerungen“ an vielen Stellen geben werde. Das sei zwar verboten, so Daniel Vorfeld, aber verhindern könne man das kaum: „Wir werden keinen Zaun um alle Bahnstrecken bauen können!“ Lukas Bettin gab den Bahn-Projektierern mit auf den Weg, dass es bereits jetzt eine Art Wasserunterführung in Form eines großen Rohres unter der Bahnstrecke gebe, die man vielleicht als Fußgängerquerung erweitern könnte. Auch das will das Team prüfen. Von Seiten der Feuerwehr kam der Hinweis auf Wasserentnahmestellen an den Deckberger Teichen.

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Am Ende verständigte man sich darüber, dass es zum einen eine Prüfung der Umlegung der Technik auf das Stellwerk Rinteln geben soll, dass man sich mit den Landwirten bei einem Vor-Ort-Termin treffen werde, um den Ersatzwegebau zu planen und das man eine Unterführung für Fußgänger an einem vorhandenen Wasserdurchlass prüfen werde.

(Text & Fotos: ot)

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