(Buenos Aires / Rinteln) Der Rintelner Boxprofi Piergiulio Ruhe bleibt auf der internationalen Bühne auf Erfolgskurs. Bei der traditionellen WBA-Veranstaltung „KO A Las Drogas“ in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires verteidigte der Superweltergewichtler seinen WBA-Gold-Titel erfolgreich.
In der siebten Runde zwang er seinen Kontrahenten David Alvarez nach einem gezielten Körpertreffer in die Knie, woraufhin der Kampf vorzeitig beendet wurde.

Ein zäher Gegner und harte Hände
Obwohl das Ende deutlich war, forderte der Kampf dem Rintelner einiges ab. In einer Nachricht an unsere Redaktion, die Piergiulio Ruhe kurz nach dem Kampf verschickte, analysierte er das Duell selbstkritisch und zollte seinem Gegner Respekt: „Ich habe ihn tatsächlich ein bisschen unterschätzt. Er hatte wirklich harte Hände und hat auch gut geboxt.“
Dennoch stellte sich schnell heraus, dass Ruhe der überlegene Mann im Ring war. Schon in den ersten drei Runden habe die Nase des Kontrahenten geblutet. „Ich hätte mehr mit der Führhand arbeiten müssen. Immer, wenn ich die Führhand geschlagen habe, kam ich auch durch“, resümierte der Titelverteidiger. Letztlich sei der Kampf vor allem eine Kopfsache gewesen.

Die Taktik von Trainer Orlando Soto ging auf
Dass Alvarez in den späteren Runden die Kondition ausgehen würde, war fester Bestandteil des Matchplans. Ruhes Trainer Orlando Soto hatte seinen Schützling im Vorfeld exakt auf diesen Verlauf eingestellt. „Soto war sich bewusst, dass mein Gegner bisher maximal drei, vier Runden am Stück geboxt hat – vielleicht einmal sechs Runden“, berichtet Ruhe.
Die taktische Vorgabe lautete daher, die ersten drei Runden überlegt zu agieren, den Gegner auszugucken und ab der vierten oder fünften Runde den Druck kontinuierlich zu erhöhen. Dieses Konzept ging voll auf: Als bei Alvarez die Kräfte spürbar schwanden, setzte Ruhe nach und sorgte in Runde sieben für das endgültige Aus.

Starkes Team und ein klarer Blick nach vorne
Der Rintelner betonte nach dem Sieg besonders den starken Zusammenhalt in seiner Ecke. Ein elementarer Baustein für seinen aktuellen Erfolg ist sein Mentor Firat Arslan. „Ich bin sehr stolz darauf, dass Firat Teil meines Teams ist. Er ist mein Mentor und Berater und gibt mir viel Stärke“, so Ruhe. Auch seinem Trainer Orlando Soto, Athletik-Coach Ilias Essaoudi und seinem engsten Vertrauten Kemal Yilmaz dankte er ausdrücklich.

Eine Botschaft an alle Hater
Für den WBA-Gold-Weltmeister ist dieser Auswärtssieg ein weiterer massiver Schritt nach vorne. Es wird erwartet, dass ihn der Erfolg in Südamerika womöglich bis in die Top 3 der WBA-Weltrangliste vorrücken lässt. An Selbstbewusstsein mangelt es Ruhe nach diesem Auftritt jedenfalls nicht. Seine abschließende Botschaft in Richtung seiner Kritiker ist unmissverständlich: „Wir haben einige Münder gestopft. Und die, die sich noch öffnen, werden wir auch noch stopfen.“
(pr)































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