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Brückentorkomplex: Umbau macht neue Parkplätze nötig / Bürgermeister räumt mit Gerüchteküche auf

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Nach einer Kur meldet sich Rintelns Bürgermeister Thomas Priemer mit einer Informationsoffensive im Rathaus zu Wort. Doch bevor es mit den für die Presse so wichtigen Neuigkeiten in Sachen IGS, Busverkehr und Brückentorkomplex weitergeht, wendet sich das Stadtoberhaupt mit einem Thema in eigener Sache an die anwesenden Medienvertreter. Es sei mittlerweile eine Gerüchtekulisse in der Stadt aufgebaut worden, die bedrohlich geworden sei und sogar strafrechtlich relevant. Weder sei er amtsmüde, noch krank, betonte er – sondern fit und mit großem Interesse bei der Sache. Er könne einen 3.000-Meter-Lauf noch immer in einer Zeit unter 16 Minuten bewältigen, so Priemer beispielhaft. Und es gebe nicht den geringsten Zweifel daran, dass er sein Amt als gewählter Bürgermeister wie vorgesehen bis 2021 ausüben werde. Sogar eine erneute Kandidatur schloss er nicht aus. Die Gerüchte dementierte er entschlossen und kündigte an, bei Kenntnis von Verbreitung der Unwahrheiten strafrechtliche Maßnahmen wegen Verleumdung gegen die Urheber in die Wege zu leiten.

Umbau des Brückentorkomplexes nur mit Schaffung neuer Parkplätze

Die Vorgeschichte in Kurzform zusammengefasst: Der Brückentorkomplex soll an einen Investor verkauft werden, dieser wird einen umfangreichen Umbau in Angriff nehmen, Gewerbe- und Wohnflächen schaffen sowie einen neuen Brückentorsaal im ersten Stock des Gebäudes errichten. Für die Stadt besteht somit die Möglichkeit, den Sanierungsstau von mehreren 100.000 Euro, der sich im Laufe der Zeit an Sanitäranlagen, Bühne, Fußboden und weiteren Gebäudeteilen angesammelt hat, zu lösen. Für Veranstalter entsteht ein modernes und zeitgemäßes Umfeld. Und nicht zuletzt soll natürlich mit einem attraktiven Shop als Mieter die Attraktivität des Einkaufsstandortes Rinteln gesteigert werden. Für solche „Ankermieter“ sind Ladenflächen um 1.000 Quadratmeter interessant.

Allerdings schreibt die Niedersächsische Bauordnung vor, dass für die Errichtung von 1.000 Quadratmetern Verkaufsfläche 25 bis 40 neue Parkplätze geschaffen werden müssen. Und Nutzer der Neubau-Mietwohnungen benötigen ebenfalls Stellplätze. Nur, wo sollen die entstehen? Laut Bürgermeister Thomas Priemer sind mehrere Varianten im Gespräch. Eine davon wäre eine Art Tiefgarage für bis zu 70 Fahrzeuge im nördlichen Teil des Brückentorkomplexes an der Weserpromenade. „Die Promenade ist zwar schön, aber durch ihre Errichtung sind auch Parkplätze unwiderbringlich verloren gegangen und nicht wieder neu geschaffen worden“, gibt Priemer zu bedenken. Bei Hochwasser müsste die Tiefgarage allerdings geräumt werden.

Hier soll eine Tiefgarage für Mieter und Kunden entstehen – die bei Hochwasser allerdings nicht benutzbar wäre.

Eine andere, sehr realistische Planung betrifft die Parkpalette am Pferdemarkt. Ein weiteres Stockwerk aufzusetzen wäre aufgrund der Statik durchaus machbar, so Priemer, allerdings scheint diese nach bisherigen Rechnungen zu teuer. Eher wird es eine Erweiterung der Parkpalette nach Westen in Richtung der jetzigen Grünfläche. „Bei der GVS hat man dazu schon konkrete Berechnungen angestellt“, sagt der Bürgermeister. Mit rund 45 Parkplätzen, auf alle Ebenen verteilt, und einem „sechsstelligen Betrag“ sei auf der Kostenseite zu rechnen. Genaue Summen nannte Priemer nicht, doch es soll „unter 500.000 Euro“ bleiben. Kosten, die teilweise die Stadtkasse belasten würden. Teilweise deshalb, weil der Investor ein „Ablösesumme“ für Parkplätze zahlt, die ein Dritter (hier: GVS) für ihn baut.

Das Parkhaus am Pferdemarkt kann in Richtung Westen erweitert werden. So entstehen rund 45 neue Parkplätze.

Fußgängerzone „verlängern“?

Auch am nördlichen Ende der Fußgängerzone stehen in diesem Zusammenhang Veränderungen ins Haus. Derzeit, so Priemer, würden Möglichkeit zur optischen Verbindung des Brückentorkomplexes mit der Fußgängerzone geprüft. Dazu hat es Gespräche mit der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr gegeben, da zwischen den beiden Bereichen eine Landesstraße verläuft. Und in diese kann schon aus Gründen des Verkehrsflusses nicht so ohne weiteres eingegriffen werden. Eine Fortsetzung der Pflasterung in Richtung Norden sei nicht sinnvoll, Pflastersteine neigen dazu, durch Fahrzeuge „verdrückt“ zu werden. Bestes Beispiel hierzu ist die Rintelner Altstadt, in der man das Pflaster stellenweise wieder herausgenommen und durch Asphalt ersetzt hat.

„Wir werden auch keine Fußgängerbrücke oder ähnliches bauen“, stellt Priemer klar. Ebenso gebe es Verkehrsinseln, die neben der Teilung der Spuren auch Ampelanlagen aufnehmen. All dies gelte es zu beachten. Doch eine Möglichkeit wäre der Einsatz von gefärbtem Bitumen in Fußgängerzonenpflaster-Optik: „Dazu wird die oberste Fahrbahnschicht auf etwa vier Zentimetern Dicke abgefräst und durch farbiges Material ersetzt und so eine visuelle Fortsetzung der Innenstadt erreicht.“ Es tut sich also etwas in Rinteln – und es bleibt spannend.

Zum Artikel über die Pläne zur Verkehrsführung am neuen Schulzentrum gelangen Sie HIER.

Fürs Auge eine Verbindung schaffen: Am nördlichen Ende der Fußgängerzone könnte das Pflaster mit gefärbtem Bitumen „optisch“ in Richtung Brückentorkomplex „verlängert“ werden.

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