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Bürgermeisterkandidat Bastian Kautscha im Interview mit Rinteln-Aktuell.de

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(Rinteln) Am 13. September 2026 findet in Rinteln die Bürgermeisterwahl statt. Die Rintelner können ihr Kreuz bei einem von drei Kandidaten machen.

Rinteln-Aktuell.de hat sie dazu befragt, warum sie Bürgermeister werden wollen, was sie in Rinteln bewegen und voranbringen möchten.

Heute: Bastian Kautscha (Rintelner Interessen)

Rinteln-Aktuell.de: Bitte machen Sie paar persönliche Angaben zu Geburtsjahr, Familienstand, Ausbildung und derzeitigem Beruf:

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Bastian Kautscha:

Name: Bastian Kautscha
Geburtsjahr: 1980
Familienstand: verheiratet
Ausbildung: 2001 Abitur in Rinteln
– Bundeswehr Luftwaffe
– Ausbildung zum Industriekaufmann
– kaufmännische Berufserfahrung in Buchhaltung, Einkauf & Qualitätsmanagement
– zweite Ausbildung zum Gerüstbauer
– Meistertitel im Gerüstbauerhandwerk
– ab 2015 Betriebsinhaber der Firma Kautscha Gerüstbau e.K.

Derzeitiger Beruf: selbstständiger Handwerksmeister – Betriebsinhaber Kautscha Gerüstbau e.K.

Als selbstständiger Handwerksmeister und Betriebsinhaber Kautscha Gerüstbau e.K. kenne ich die wirtschaftliche Realität und nicht nur die bürokratische Theorie. Ich weiß, was es heißt, Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu tragen und wirtschaftlich zu handeln!

Rinteln-Aktuell.de: Wie sieht Ihre bisherige politische Laufbahn aus?

Bastian Kautscha: Ich bin stets politisch interessiert gewesen, jedoch hatte ich mich nie einer Partei zugehörig gefühlt bzw. ein Parteibuch besessen. Meiner Ansicht nach braucht es auch keine vorherige politische Laufbahn, um als Bürgermeister zu kandidieren. Vielmehr braucht es vernünftige und mutige Entscheidungen. Politik mit Sachverstand lernt man nicht in der Politik, sondern dadurch, dass man selbst im Leben bereits gearbeitet und Verantwortung getragen hat und auch selbst für sein Handeln verantwortlich ist und auch für seine Entscheidungen persönlich haftet.

Rinteln-Aktuell.de: Warum möchten Sie der neue Bürgermeister werden, bzw. für eine zweite Amtszeit wiedergewählt werden?

Bastian Kautscha: Ich kandidiere als Bürgermeister für die Stadt Rinteln, um sowohl für die Bürgerinnen und Bürger als auch für die Unternehmen in ganz Rinteln mit all seinen Ortsteilen zu dienen. Es muss wieder mehr Verantwortungsbewusstsein ins Rathaus einkehren. Unsere Kinder und auch die Unternehmen sollen eine sicherere Zukunft in Rinteln haben und dazu braucht es Mut und Entschlossenheit. Als Handwerksmeister ist mir konsequentes Handeln wichtig sowie Klarheit und Ehrlichkeit. Ich bringe unternehmerische Erfahrung mit und mit einem starken Team kann man vieles bewegen. Ich werde mich mit aller Kraft für solide Finanzen, eine effiziente Verwaltung, eine starke Wirtschaft sowie eine lebendige Innenstadt einsetzen. Wir brauchen wieder mehr Stärke und Rückgrat und nicht den nächsten Verwaltungsbeamten, der wieder nur verwaltet.

Bastian Kautscha (Foto: pr)

 

Rinteln-Aktuell.de: Was gefällt Ihnen an Rinteln besonders?

Bastian Kautscha: Die Stadt Rinteln bietet mit der Weser, dem Doktorsee, den Klippenturm usw. viele schöne Orte zum Verweilen. Darüber hinaus sehe ich die Schul-, Ferien- und Kinderbetreuung sehr positiv. Auch viele Veranstaltungen werden das ganze Jahr über angeboten. Hinzu kommen die zahlreichen Sportvereine, engagierte Ehrenamtliche sowie unsere leistungsstarke Feuerwehr, das THW und die DLRG, die besonders für die Kinder wertvolle Arbeit leisten.

Rinteln-Aktuell.de: Wo sehen Sie in Rinteln dringenden Handlungsbedarf?

Bastian Kautscha: Einen dringenden Handlungsbedarf in Rinteln sehe ich bei dem katastrophalen Haushalt und beim Thema Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit. Rinteln befindet sich in der Haushaltssicherung – deshalb brauchen wir wieder solide Finanzen. Alle Ausgaben müssen kritisch geprüft werden. Leerstände in der Innenstadt müssen aktiv bekämpft werden – ich möchte eine lebendige Innenstadt und keine Schlafstadt haben! Auch die Unternehmen müssen entlastet werden. Hier strebe ich eine Senkung der Gewerbesteuer auf 400 Prozent an.

Rinteln-Aktuell.de: Was wären Ihre drei wichtigsten Projekte in den ersten 100 Tagen Ihrer Amtszeit?

Bastian Kautscha: Das Ordnungsamt wird angewiesen, die E-Scooter Fahrer in der Innenstadt zu kontrollieren. Die Kennzeichen zu notieren wäre erlaubt. Auch die Unterstützung der Polizei würde verstärkt hinzugezogen werden. Das Thema Vandalismus wird angegangen und es wird dafür gesorgt, dass mehr kontrolliert wird. Ferner wird gegen die illegale Müllentsorgung vorgegangen und die Plätze an den Altglas- und Altkleidercontainern würden besser bewacht werden. Hier würde ich den Einsatz von Kameras auf Privatflächen prüfen, um die Verursacher zu ermitteln. Alle Verwaltungsabläufe im Rathaus werden überprüft, Aufgaben gebündelt und die Verwaltung wird effizienter aufgestellt. Einsparpotentiale hinsichtlich Energiekosten, Vertragskosten werden ebenfalls ins Visier genommen. Keine Beauftragung mehr von externen Gutachtern. Es wird kein Geld für Unfug wie bunte Regenschirme, Lastenräder oder ein Mähkonzept ausgegeben.

Rinteln-Aktuell.de: Die Haushaltslage vieler Kommunen, so auch in Rinteln, ist extrem angespannt. Welche Prioritäten setzen Sie bei den städtischen Finanzen: Wo sehen Sie Einsparpotenziale und welche freiwilligen Leistungen der Stadt wollen Sie unter allen Umständen schützen?

Bastian Kautscha: Bei Kindern und Jugendlichen werde ich nicht sparen. Einsparpotenzial sehe ich in der Verwaltung. Unter Frau Lange sind die Personalkosten um 1,3 Millionen Euro pro Jahr gestiegen. Kürzlich mussten 1,6 Millionen Euro an verjährten Forderungen ausgebucht werden. Digitalisierung, keine Beauftragung mehr von externen Gutachtern oder Fremdfirmen sowie Überprüfung von Energie-,Gebäude- und Vertragskosten bieten weitere Einsparpotenziale. Unsinnige Ausgaben wie 40.000 Euro für bunte Regenschirme oder 122.000€ für zwei Lastenräder wird es mit mir nicht geben.

Rinteln-Aktuell.de: Die Attraktivität der Innenstadt steht durch den Wandel des Einzelhandels unter Druck. Mit welchen konkreten Konzepten wollen Sie Wirtschaft, Gastronomie und Tourismus in Rinteln zukunftssicher aufstellen?

Bastian Kautscha: Der Wirtschaftsstandort Rinteln muss wieder gestärkt werden. Dazu gehören langfristig niedrigere Gewerbesteuern. Die lokalen Betriebe müssen besser unterstützt werden. Ich werbe für eine lebendige Innenstadt und weitere Steuererhöhungen sowie Anhebungen von Gebühren halte ich für den falschen Weg. Gegen den Leerstand in der Innenstadt müssen wir aktiv auf Gewerbetreibende zugehen und Gespräche sowohl mit Investoren, als auch mit den Eigentürmen der leerstehenden Läden aufnehmen. Auch mehr Sauberkeit und ein höheres Sicherheitsempfinden trägt zur Steigerung der Attraktivität der Innenstadt bei.

Rinteln-Aktuell.de: Die Ortsteile haben teilweise andere Bedürfnisse als die Kernstadt. Wie wollen Sie sicherstellen, dass auch die Interessen der kleineren Ortsteile ausreichend berücksichtigt werden?

Bastian Kautscha: Ich vertrete die Interessen und Anliegen aller Rintelner Bürgerinnen und Bürger und selbstverständlich werden ich auch alle Ortsteile in Blick haben. Meine Tür wird stets für alle herangetragenen Anliegen von den Ortsräten offen stehen und ich werde mich diesen verstärkt annehmen. Generell setze ich auf mehr Pragmatismus und schnelle Entscheidungen. Am Ende des Tages geht es um die Bürgerinnen und Bürger in den Ortsteilen und hier braucht es weniger Bürokratie sondern mehr Machen!

Rinteln-Aktuell.de: Viele Bürger beklagen den Zustand von Straßen, Gehwegen und Radwegen. Wo sehen Sie hier die größten Baustellen und welche Verbesserungen wollen Sie konkret erreichen?

Bastian Kautscha: Zum Glück sind die Poller am Exter Weg verschwunden. Dies war eine Schnapsidee von der Verwaltung. Es würde meiner Meinung nach ausreichen, den Fahrradweg auszubessern, die Büsche an den Rändern zurückzuschneiden und man könnte über eine bauliche Anpassung der Fahrbahn nachdenken, zum Beispiel „Kölner Teller“. Vorteil: Tempodrosselung und keine scharfkantigen Hindernisse für den landwirtschaftlichen Verkehr. Ein bekanntes Sorgenkind ist die Waldkaterallee, deren Fahrbahn und einseitiger Gehweg seit Jahren stark beschädigt sind. Straßen- und Gehwegsanierungen belasten die Stadtkasse stark und man müsste mehr Fördergelder von Land und Bund beantragen.

Rinteln-Aktuell.de: Das Rathaus versteht sich als Dienstleister für die Bürger. Wo sehen Sie den größten Modernisierungsbedarf in der Verwaltung und wie wollen Sie digitale Angebote sowie die Bürgerbeteiligung konkret ausbauen?

Bastian Kautscha: Die Stadtverwaltung muss sich noch mehr als Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger verstehen. Bürgernähe, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und pragmatische Lösungen sollen selbstverständlich sein.
Ich würde mehr Vertrauen ins Verwaltungspersonal setzen um der Personalfluktuation entgegenzuwirken. Natürlich spielt auch das Thema Digitalisierung eine Rolle und die Verwaltungsabläufe müssen effizienter gestaltet werden. Die Bürgerbeteiligung werde ich stärker fördern und im digitalen Zeitalter muss es doch möglich sein, Abstimmungen online / digital umzusetzen.

Rinteln-Aktuell.de: Viele Bürger wünschen sich mehr Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum. Welche Maßnahmen halten Sie für sinnvoll und realistisch?

Bastian Kautscha: Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit müssen hohe Priorität haben. Die E-Scooter Fahrer im Innenstadtbereich sind ein großes Ärgernis und dieses Problem wird unter Frau Lange nur verwaltet, aber nicht gelöst. Wenn der politische Wille vorhanden ist, kann man Kontrollen durchführen. Das Ordnungsamt kann die Kennzeichen der E-Scooter Fahrer aufschreiben und mit Hilfe der Polizei können Verstöße konsequent mit Bußgeld geahndet werden. Als Bürgermeister werde ich diesen Kontrollverlust nicht hinnehmen. Auch die illegale Müllentsorgung an Altglas- und Altkleidercontainern ist für mich nicht hinnehmbar. Ich würde den Einsatz von Kameras auf Privatflächen prüfen, um die Verursacher zu ermitteln.

Rinteln-Aktuell.de: Klimaanpassung, Energiewende und der Erhalt der Lebensqualität müssen lokal umgesetzt werden. Welche zwei konkreten Maßnahmen im Bereich Umwelt- oder Hochwasserschutz wollen Sie in Ihrer Amtszeit zuerst anpacken?

Bastian Kautscha: Der Hochwasserschutz in Rinteln ist wichtig und richtig. Der Wall um die Kläranlage sowie die Deicherhöhung in der Ost-Contrescarpe stellt eine wesentliche Verbesserung des Hochwasserschutzes dar. Zum Thema Klimaschutz gibt es bereits verschiedene Maßnahmen wie die kommunale Wärmeplanung oder das Schwammstadt-Konzept. Beides wird nicht die Welt retten oder einen messbaren Beitrag leisten. Angesichts der Haushaltslage müssen Klimaschutzmaßnahmen finanzierbar bleiben. Rinteln kann sich nicht für ideologische Klimaprojekte weiterhin verschulden! Aus diesem Grund kandidiere ich für eine ideologiefreie Amtsführung und setze mich für die wirklichen konkreten Problemen der Bürgerinnen und Bürger ein, wie zur Verbesserung des Hochwasserschutzes.

Rinteln-Aktuell.de: Wie möchten Sie neue Unternehmen nach Rinteln holen und bestehende Betriebe am Standort halten?

Bastian Kautscha: Damit der Wirtschaftsstandort Rinteln attraktiver wird, muss die Gewerbesteuer wieder auf 400% gesenkt werden. Gewerbeflächen müssen schneller ausgewiesen werden und wir müssen aktiv auf die Investoren zugehen. Wir brauchen in Rinteln sichere Arbeitsplätze, damit die Familien in Rinteln eine Zukunft haben. Die lokalen Betriebe müssen stärker unterstützt werden. Hier können schnelle und pragmatische Lösungen helfen. Aus diesem Grund: weniger Bürokratie, mehr Machen!

Rinteln-Aktuell.de: Nennen Sie bitte eine Entscheidung der aktuellen Stadtpolitik, die Sie ausdrücklich loben, und eine, die Sie anders getroffen hätten.

Bastian Kautscha: Es ist jetzt nicht meine Aufgabe für die Stadtverwaltung oder Frau Lange Wahlkampf zu betreiben. Der Schuldenstand betrug Ende 2021 19,2 Millionen Euro und zum 30. Juni 2026 circa 46 Millionen Euro. Somit haben sich die Schulden um 141% erhöht. Die gesamten Zinsaufwendungen betragen derzeit 1,345 Millionen Euro pro Jahr! Ich möchte nicht bewerten, ob die Stadtverwaltung einzelne Dinge gut gemacht hat, sondern ob das Gesamtergebnis am Ende der Amtszeit von Frau Lange den Möglichkeiten unserer Stadt entspricht. Meine Antwort darauf lautet: Eindeutig nein.
Unsinnige Ausgaben wie bunte Regenschirme, zwei Lastenräder oder ein Mähkonzept hätte es mit mir nicht gegeben.

Rinteln-Aktuell.de: Stellen Sie sich vor, wir führen dieses Interview in, sagen wir, vier bis fünf Jahren noch einmal. Woran sollen die Bürger erkennen, dass Ihre Amtszeit bisher erfolgreich war?

Bastian Kautscha: Die derzeitige Politik die momentan in Rinteln betrieben wird, belastet stark unseren Haushalt und somit auch die nachkommende Generation und das ist aus meiner Sicht nicht hinnehmbar. Die wachsende Verschuldung muss endlich aufhören!
Ich trete für das Amt des Bürgermeisters an, um den Bürgerinnen und Bürgern in Rinteln zu dienen. Politik mit Augenmaß, Sachverstand sowie Verantwortungsbewusstsein werden dazu beitragen, dass die Bürgerinnen und Bürger sich wieder mehr gehört fühlen, die Unternehmen erfolgreicher arbeiten und die Familien gerne in Rinteln leben.

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Rinteln-Aktuell.de: Vielen Dank!

(vu)

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