(Rinteln) Am 13. September 2026 findet in Rinteln die Bürgermeisterwahl statt. Die Rintelner können ihr Kreuz bei einem von drei Kandidaten machen.
Rinteln-Aktuell.de hat sie dazu befragt, warum sie Bürgermeister werden wollen, was sie in Rinteln bewegen und voranbringen möchten.
Heute: Andrea Lange (parteilos), amtierende Bürgermeisterin von Rinteln und Kandidatin für eine zweite Amtszeit
Rinteln-Aktuell.de: Bitte machen Sie paar persönliche Angaben zu Geburtsjahr, Familienstand, Ausbildung und derzeitigem Beruf:
Andrea Lange: Ich bin 57 Jahre alt. Rinteln ist mein Geburts- und immer mein Wohnort. Ich bin Rintelnerin. Seit 23 Jahren bin ich dankbar, Mutter einer Tochter sein zu dürfen. Ich bin verheiratet, habe einen Stiefsohn und ein Glücks-Enkelkind.
Nach dem Abitur am Gymnasium Ernestinum, machte ich in Minden eine Ausbildung zur technischen Zeichnerin/Stahlbau. Anschließend ging’s für 7 Jahre in den Stahlbetonbau zur imbau nach Deckbergen. Parallel zu meiner Vollzeit Tätigkeit bei der imbau habe ich mich zur staatlich geprüften Hochbautechnikerin weiter qualifiziert.
Als Hochbautechnikerin wechselte ich im Jahr 2000 in das Bauordnungsamt; zum Landkreis Schaumburg. Meine Stationen im Bauordnungsamt: Sachbearbeiterin, stv. Amtsleitung Technik und Amtsleiterin ab 2015. Als Amtsleiterin leitete ich die Untere Immissionsschutzbehörde, die Untere Denkmalschutzbehörde, die Bauaufsichtsbehörde, die Wohnungsbauförderung, die Bauleitplanung und den Städtebau. 2003 bis 2006 gelang es mir besonders gut Studium (Abschluss Dipl.- Bauingenieurin), Beruf und Familie gleichzeitig unter einen Hut zu bringen.
Im Frühjahr 2021 erhielt ich einen Anruf aus Rinteln, ob ich mir vorstellen könnte für das Amt der Bürgermeisterin in Rinteln zu kandidieren. Ich entschied mich für Rinteln, als parteilose Kandidatin mit breiter Unterstützung von drei Fraktionen aus dem Stadtrat Rinteln. Im September 2021 wurde ich zur Bürgermeisterin gewählt. Seit November 2021 bin ich Bürgermeisterin unserer Stadt, und auch die erste Frau in dieser Rolle in unserer Stadtgeschichte.
Rinteln-Aktuell.de: Wie sieht Ihre bisherige politische Laufbahn aus?
Andrea Lange: Seit 2021 bis heute übernehme ich als Bürgermeisterin ein direkt politisches Amt.
Die in dieser Zeit an mich gerichtete Anfragen aus anderen Regionen habe ich abgelehnt, ich habe mich ab 2021 für Rinteln entschieden.
Bei der Kommunalwahl 2021 trat ich bereits als parteilose Kandidatin an; bis heute habe ich kein Parteibuch. Ich bleibe parteilos. Für mich steht Rinteln im Mittelpunkt.
Rinteln-Aktuell.de: Warum möchten Sie der neue Bürgermeister werden, bzw. für eine zweite Amtszeit wiedergewählt werden?
Andrea Lange: Seit 2021 darf ich Bürgermeisterin dieser großartigen Stadt sein und wir haben in herausfordernden Zeiten, gemeinsam schon sehr viel erreicht.
Wir haben den Industriestandort Rinteln Süd weiterentwickelt, mit Neubauten und Unternehmenserweiterungen. Wir haben Kindergärten saniert und neu gebaut. Spielplätze in allen Ortsteilen werden gerade saniert, ein Abenteuerspielplatz als Leuchtturmspielplatz ist in der Innenstadt entstanden. Die Entwicklung der medizinischen Versorgung gesichert in einem städtischen Gebäude, den Sportpark errichtet und in Betrieb genommen. Das grundsanierte Hallenbad wird noch in diesem Jahr eröffnet. Mit 5 Neubaugebieten haben wir die Grundlage für modernen Wohnbau geschaffen.
Erstmals wieder wird in der Nordstadt geförderter sozialer Wohnungsbau entstehen.
Wir investieren in unsere Straßen, d.h. wir nutzen für die dringend erforderliche Sanierung unserer Gemeindestraßen Fördergelder und belasten damit wenig den städtischen Haushalt.
All das ist möglich, weil wir in Rinteln den Mut haben anzupacken.
In vielen Begegnungen habe ich in den letzten 5 Jahren die Kraft und Energie gespürt, die Bürgerinnen und Bürger hier füreinander entwickeln; mit einer klaren Haltung für unsere demokratische Grundordnung.
Diese Haltung teile ich.
Mit dieser Kraft und Energie möchte ich diese erfolgreiche Arbeit auch in den nächsten 8 Jahren fortsetzen.

Rinteln-Aktuell.de: Was gefällt Ihnen an Rinteln besonders?
Andrea Lange: Die Menschen – Rinteln hat eine starke Bürgergesellschaft mit einer klaren Haltung für eine wertebasierte Demokratie. Mit Konzentration auf inhaltliche Fragen und reflektierter Arbeit ist in Rinteln ein breiter Zusammenhalt der Stadtgesellschaft möglich.
Rinteln-Aktuell.de: Wo sehen Sie in Rinteln dringenden Handlungsbedarf?
Andrea Lange: Die in den letzten Jahrzehnten in vielen Bereichen aufgelaufenen infrastrukturellen Defizite und Mängel, sind zu beseitigen. Parteienübergreifend wird das keiner bestreiten. So manches hätte wohl früher saniert werden dürfen, aber wir holen auf. In Zukunft ist ein erneutes Anwachsen aber zu vermeiden. Der Zustand unserer Infrastruktur muss Schritt für Schritt verbessert werden.
Mit dem seit 2023 neu gegründetem Amt für Digitalisierung und Informationstechnik kommen wir bei der Digitalisierung im Rathaus gut voran. Haushaltskonsolidierung und IT-Investitionen sind kein Widerspruch. Digitalisierungsbudgets jetzt zu streichen wäre folgenreich für die Zukunft. Den Herausforderungen, die da sind müssen wir gewachsen bleiben.
Rinteln-Aktuell.de: Was wären Ihre drei wichtigsten Projekte in den ersten 100 Tagen Ihrer Amtszeit?
Andrea Lange: Der Umbau der Klosterstraße 18 am Kollegienplatz zu einem Standort für das Gesundheitsamt des Landkreises Schaumburg und der Kreisjugendmusikschule. Damit würde am südlichen Eingang der Klosterstraße auch unsere Innenstadt deutlich gestärkt.
Sanierung der Infrastruktur: Beginn der Sanierung der Braasstraße im Industriegebiet Süd. Mit Hilfe eines Förderbescheides, Beginn der Sanierung der Friedrich-Wilhelm-Ande-Straße.
Auf Grundlage eines vom Rat beschlossenen Feuerwehrbedarfsplans, in die Haushaltsberatungen im zu gehen. Denn bei der Sicherheit unserer Stadt, setze ich insbesondere auf eine gut ausgestattete Feuerwehr.
Rinteln-Aktuell.de: Die Haushaltslage vieler Kommunen, so auch in Rinteln, ist extrem angespannt. Welche Prioritäten setzen Sie bei den städtischen Finanzen: Wo sehen Sie Einsparpotenziale und welche freiwilligen Leistungen der Stadt wollen Sie unter allen Umständen schützen?
Andrea Lange: Zur Haushaltswahrheit gehört: „Mit Blick auf die aktuell durch äußere Faktoren (nicht ausfinanzierte Aufgabenübertragungen, steigende Tarifabschlüsse und allg. Preissteigerungen) verursachte Kommunale Finanznot, gaben im Juni 2026 zahlreiche Kommunen an, eine Haushaltskonsolidierung nicht mehr durch ein Haushaltssicherungskonzept erreichen zu können. Viele Kommunen befinden sich bereits seit Jahren in der Haushaltskonsolidierung und sind quasi auskonsolidiert.“ Der erwartete Nutzen eines Haushaltssicherungskonzeptes wird von unseren Spitzenverbänden daher ganz aktuell bezweifelt. Das sind die Bedingungen unter denen gearbeitet wird.
In Rinteln wurde ein Haushaltssicherungskonzept erstmals mit dem Haushaltsplan 2026 aufgestellt. Rinteln befindet sich am Anfang der Haushaltskonsolidierung, strebt einen ausgeglichenen Haushalt an und muss dabei eine dauerhafte Aufgabenerfüllung sichern.
Die Stadt Rinteln richtet ihre Haushaltsplanung auf die grundsätzlichen Pflichten und eine gezielte Mittelverwendung aus. Sanierungsstau entsteht auch durch eine Haushaltssteuerung, die nur die Zahlungsströme betrachtet und Folgekosten unberücksichtigt lässt. Folgekosten müssen mit in den Blick. Entscheidend ist daher auch die politische Fähigkeit von Stadtrat und Verwaltung, Budgets zu strukturieren, so einzuhalten und zu steuern, dass gesetzte Ziele auch erreicht werden. Wir brauchen eine auf die Zukunft ausgerichtete Haushaltssteuerung. Bloße Umschichtungen von Finanzmitteln, etwa hier sparen und da mehr investieren, lösen da wenig.
Aufgaben und Tätigkeiten werden in allen Dezernaten fortlaufend kritisch hinterfragt und Optimierungspotentiale (organisatorisch, finanziell) werden genutzt.
Einsparpotentiale wurden über eine Haushaltsanalyse 2025 identifiziert und einzelne Tätigkeiten kritisch reflektiert; vom Schulamt, über Ordnungsamt bis hin zum Bauhof wurden Einsparpotentiale aufgezeigt. Tätigkeiten und dafür aufgewandte Leistungsmengen werden mit dem Modell zur Bewertung von Tätigkeiten im kommunalen Bereich verglichen. So kommen wir Schritt für Schritt voran.
Die durchgeführte Haushaltsanalyse stellte aber auch klar, dass Rinteln kein Personalkostenproblem hat. Auch personalkostenintensive Produktgruppen zeugen mit einem unterdurchschnittlichen Zuschussbedarf je Einwohner von einer (gerade) noch angemessenen Personalkostenausstattung in der Stadt Rinteln.
Stadtbücherei und Mehrgenerationenhaus zählen zu den sog. freiwilligen Leistungen, beide haben zu Einsparmaßnahmen und damit zur Haushaltskonsolidierung bereits ihren Beitrag geleistet. Wir tätigen hier nur die dringendsten Ausgaben. Stadtbücherei und Mehrgenerationenhaus übernehmen für die Menschen unserer Stadt eine wichtige Aufgabe! Sie haben sich für die Menschen zum „dritten Ort“ neben dem Zuhause und dem Arbeitsplatz entwickelt. Ein Ort an dem der soziale Status keine Rolle spielt und sich Menschen offen begegnen können.
Rinteln-Aktuell.de: Die Attraktivität der Innenstadt steht durch den Wandel des Einzelhandels unter Druck. Mit welchen konkreten Konzepten wollen Sie Wirtschaft, Gastronomie und Tourismus in Rinteln zukunftssicher aufstellen?
Andrea Lange: Ich sehe aktuell keinen Grund, weitere Konzepte zu beauftragen, um die Attraktivität der Innenstadt zu stärken. Wir wissen bereits viel über unsere Innenstadt.
Eine aktive Wirtschaftsförderung, die mit mir aktiv mit den Innenstadtakteuren in den Austausch geht, hat in den letzten Jahren dazu beigetragen, weiteren Leerstand zu vermeiden bzw. Nachfolgenutzungen zu generieren. Ohne diesen direkten Austausch geht es nicht, diesen Weg würde ich mit der Wirtschaftsförderung fortsetzen.
Wirtschaftsförderung und Bauordnungsamt arbeiten heute enger zusammen als zuvor, das ist gut und unverzichtbar. Entwicklung gelingt mit schnellen Genehmigungen und verbindliche Aussagen.
Die über das Jahr verteilten Veranstaltungen in unserer Innenstadt stärken den lokalen Handel und die Gastronomie.
Veranstaltungen wie die „Große Weserrunde“ oder „Megamarsch“ brachten in den vergangenen Jahren Touristen in einer Anzahl in unsere Stadt, wie nie zuvor. Viele Teilnehmer dieser Events übernachten in Rinteln oder kommen für einen Kurzurlaub außerhalb der Veranstaltung zurück in unsere Stadt. Diese Veranstaltungsformate haben meine volle Unterstützung.
Rinteln-Aktuell.de: Die Ortsteile haben teilweise andere Bedürfnisse als die Kernstadt. Wie wollen Sie sicherstellen, dass auch die Interessen der kleineren Ortsteile ausreichend berücksichtigt werden?
Andrea Lange: Gut die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger lebt in unseren Ortsteilen. Ich selbst habe für ca. 7 Jahre in einem kleinen Ortsteil Rintelns gewohnt, die nächste Bushaltestelle und Einkaufsgelegenheit waren weit entfernt. Die Bedürfnisse der kleineren Ortsteile kenne ich also persönlich gut.
Für die Ortsteile sind die Ortsräte von großer Bedeutung. Die Bedeutung der Ortsräte liegt in der Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern, sie sind die Interessenvertretung vor Ort.
Unsere Ortsräte halte ich für unverzichtbar.
Seit 2022 lade ich die Ortsbürgermeister daher zu einem regelmäßigen Austausch ins Rathaus ein. Außerhalb der regulären Sitzungstermine, erfolgt so ein gemeinsamer offener Austausch. Die hohe Teilnehmerzahl zeigt, dieser Austausch hat sich bewährt. Ich möchte ihn daher auch in den nächsten Jahren fortführen.
Rinteln-Aktuell.de: Viele Bürger beklagen den Zustand von Straßen, Gehwegen und Radwegen. Wo sehen Sie hier die größten Baustellen und welche Verbesserungen wollen Sie konkret erreichen?
Andrea Lange: Straßenbaumaßnahmen und Tiefbauarbeiten sind kostenintensiv. Rinteln verfügt über ein 193 km langes Netz an Gemeindestraßen. Dem hohen Sanierungsstau zu begegnen ist nicht einfach, aber eins ist klar: Entwicklung ist immer nur mit Investitionen möglich und die benötigen wir hier dringend.
Der Haushaltsplan 2026 macht Angaben zu verschiedenen Straßenbaumaßnahmen. Haushaltsmittel für Planungskosten für Straßengrunderneuerungen stehen für dieses Jahr zur Verfügung. Die Friedrich-Wilhelm-Ande Straße, Braasstraße, Waldkaterallee und Virchowstraße müssen dringend saniert werden. Und auch die Ortsteile haben Bedarfe. Fördermittel sind für die kostenintensive Sanierung nahezu unverzichtbar. Auch wenn die Antragstellung komplex ist, wir benötigen verstärkt diese Fördergelder. Mittel aus dem Sondervermögen (NKomInfraFÖG) sollten erst dann für Straßensanierungen verwendet werden, wenn klar ist, dass Fördermittel ausscheiden.
Rinteln-Aktuell.de: Das Rathaus versteht sich als Dienstleister für die Bürger. Wo sehen Sie den größten Modernisierungsbedarf in der Verwaltung und wie wollen Sie digitale Angebote sowie die Bürgerbeteiligung konkret ausbauen?
Andrea Lange: Wir haben derzeit alle Dienstleistungen digitalisiert, die digitalisiert werden können. Dabei sind wir jedoch immer auf die Weiterentwicklung und Zuarbeit der Fachanwendungs-Hersteller angewiesen.
Mit digitalen Dienstleistungen können heute schon eine Vielzahl von Anliegen in Rinteln einfach und schnell erledigt werden. Wir sind gut aufgestellt. Seit März 2026 ist in Rinteln auch die elektronische Wohnsitzanmeldung möglich. Die Vermeidung unnötiger Wege zum Amt spart den Menschen bereits jetzt wertvolle Zeit.
Ein großer Modernisierungsbedarf steckt aber in der Ertüchtigung bzw. Neuverlegung der Netzwerkverkabelungen in den städtischen Gebäuden. Die vorhandenen Leitungen haben ihre Lebenserwartungsdauer deutlich überschritten, dementsprechend langsam ist z.T. die Datenübertragung. In den nächsten Jahren sind hier weitere Investitionen erforderlich.
Die Verwaltung stellt weiter intern die Weichen für die Zukunft und wird in ihren Prozessen und der Aktenführung als digitale Verwaltung schneller; das ist wichtig und gut. Digitale Akten erlauben kürzere Bearbeitungszeiten. Neue Arbeitsweisen wurden dazu bereits eingeführt; dazu zählen z.B. BISS-Office und das Dokumentenmanagementsystem.
Bürgerbefragungen können zunehmend genutzt werden, um kommunale Entscheidungen auf eine belastbare Datengrundlage zu stellen. Bürgerbefragungen erörtern dabei nicht mehr nur, wo Probleme bestehen, sondern prüfen, ob eingeleitete Maßnahmen tatsächlich die gewünschte Wirkung entfalten. Z.B. ordnungspolitische Maßnahmen können so zielgerichtet ausgewertet und ihr Erfolg nachvollziehbar überprüft werden. Digitale Bürgerbefragungen können mehr Beteiligung schaffen.
Rinteln-Aktuell.de: Viele Bürger wünschen sich mehr Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum. Welche Maßnahmen halten Sie für sinnvoll und realistisch?
Andrea Lange: Folgendes haben wir bereits umgesetzt bzw. begonnen:
– Kommunaler Ordnungsdienst; erste Gespräche haben gezeigt, dass ein grundsätzliches Interesse an einer gemeinsamen Lösung besteht – Gespräche mit anderen Kommunen im Landkreis sollten fortgesetzt werden,
– gemeinsame Streifen: eine Kooperation von Polizei und Ordnungsamt besteht bereits, die Dienstpläne werden dazu aufeinander abgestimmt,
– der Ordnungsdienst ist weiter zu stärken,
– der Ordnungsdienst führt verstärkt Kontrollen auch in den Abendstunden durch,
– die Stadt wird besonders schnell tätig bei Meldungen von Vandalismus,
– Vandalismus muss bereits bei der Planung von Projekten so gut wie möglich eingedämmt werden
Rinteln-Aktuell.de: Klimaanpassung, Energiewende und der Erhalt der Lebensqualität müssen lokal umgesetzt werden. Welche zwei konkreten Maßnahmen im Bereich Umwelt- oder Hochwasserschutz wollen Sie in Ihrer Amtszeit zuerst anpacken?
Andrea Lange: Umsetzung des Förderantrages „Schwammstadtkonzept Bahnhofsallee“ d.h. die Bahnhofsallee nach dem Prinzip der Schwammstadt umzugestalten. Die hier gewonnenen Erkenntnisse sind auch bei anderen Straßenbaumaßnahmen zu beachten. Der Hitzesommer 2026 zeigt erneut, wie wichtig es ist, Stadtplanung und Wasserwirtschaft zusammenzudenken. Den Paradigmenwechsel, weg von Regenwasser abzuleiten, hin zur Erhaltung und Nutzung des Wassers im urbanen Kontext, unterstütze ich weiter.
Die Planungen für Hochwasserschutzprojekte in der Rintelner Nordstadt sind fortzusetzen, um zukünftigen Hochwasserlagen verbessert begegnen zu können.
Rinteln-Aktuell.de: Wie möchten Sie neue Unternehmen nach Rinteln holen und bestehende Betriebe am Standort halten?
Andrea Lange: Wir müssen schnell und verbindlich sein. Wir müssen die Bedarfe der Unternehmen kennen. Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Unternehmen einen kurzen Draht zu mir und unserer Wirtschaftsförderung haben. Direkte Rückrufe und das Angebot für umgehende Gesprächstermine gehören dazu. Aufgabe der Stadt ist es gute Rahmenbedingungen für kontinuierliche Entwicklungen unserer Unternehmen zu schaffen. Die Wirtschaftsförderung und ich arbeiten heute eng mit dem Bauordnungsamt zusammen. Das ist gut und unverzichtbar. Denn unsere Unternehmen brauchen verbindliche Aussagen.
Insbesondere die Entwicklungen im Gewerbegebiet Süd zeigen, dass der von mir eingeschlagene Weg, gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung und dem Bauordnungsamt richtig ist.
Rinteln-Aktuell.de: Nennen Sie bitte eine Entscheidung der aktuellen Stadtpolitik, die Sie ausdrücklich loben, und eine, die Sie anders getroffen hätten.
Andrea Lange:
Zu 1: Ausdrückliches Lob für die Entscheidung, das Hallenbad Rinteln zu sanieren.
Zu 2: Ich setze eher auf die Reflexion und nicht das Hängenbleiben im Gestern. Ich lenke meinen Fokus lieber auf Ideen, Taten und das zukünftige Handeln.
Rinteln-Aktuell.de: Stellen Sie sich vor, wir führen dieses Interview in, sagen wir, vier bis fünf Jahren noch einmal. Woran sollen die Bürger erkennen, dass Ihre Amtszeit bisher erfolgreich war?
Andrea Lange: Das besonnen bei politischen Problemen in der Stadt gehandelt wurde, die Finanzen stabiler sind und die Stadt klug in die Zukunft investiert hat.
Rinteln-Aktuell.de: Vielen Dank!
(vu)































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