(Rinteln) Das Personalkarussell für die Bürgermeisterwahl im Jahr 2026 beginnt sich zu drehen.
In einer gemeinsamen Pressemitteilung haben die Stadtverbände von CDU und FDP bekanntgegeben, dass sie mit Dr. Fabian Horn einen gemeinsamen Kandidaten ins Rennen schicken werden. Der Vorsitzende des FDP-Stadtverbandes Rinteln bewirbt sich um das Amt des Bürgermeisters und wird dabei ausdrücklich von der CDU unterstützt.
Als zentralen Beweggrund für die Kandidatur nennen die Parteien die aktuelle finanzielle Situation der Weserstadt.
Kritik an der aktuellen Haushaltsführung
Der Hintergrund der Nominierung ist laut der Mitteilung die angespannte Haushaltslage der Stadt Rinteln, die zu einem Auftrag zur Haushaltskonsolidierung geführt habe. Für Horn und die unterstützenden Parteien ist dies ein „deutliches Signal“.
„Die Haushaltslage ist die zentrale Zukunftsfrage für Rinteln“, wird Dr. Horn in der Meldung zitiert. Er warnt davor, dass Rinteln ohne eine Kurskorrektur und klare Prioritätensetzung auf Jahre hinaus nur noch „Altschulden verwalten statt Zukunft gestalten“ werde.
In ihrer Erklärung üben CDU und FDP deutliche Kritik an der Amtszeit der amtierenden Bürgermeisterin Andrea Lange, die bereits angekündigt hat, erneut zu kandidieren. Die Parteien monieren, dass sich die finanzielle Lage in den letzten Jahren verschärft habe. Zudem sei die Verwaltung personell gewachsen, ohne dass sich dies laut Einschätzung von CDU und FDP in effizienteren Abläufen oder besserem Bürgerservice niedergeschlagen habe. Auch bei der Digitalisierung sehen die Parteien Nachholbedarf.
Veit Rauch, Fraktionsvorsitzender der CDU, weist auf das strukturelle Ungleichgewicht hin: Trotz Rekordeinnahmen von rund 69 Millionen Euro stünden Ausgaben von etwa 72 Millionen Euro gegenüber. Rinteln habe demnach „kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem“.
Fokus auf Wirtschaftskompetenz
Die Herausforderer setzen im Wahlkampf auf das fachliche Profil ihres Kandidaten. Während Bürgermeisterin Lange als Bauingenieurin über technische Qualifikationen verfüge, brauche die Stadt angesichts der Finanzkrise nun andere Kompetenzen, heißt es. Die Parteien betonen hierbei Horns Hintergrund als promovierter Volkswirt sowie seine Erfahrung in der öffentlichen Verwaltung.
Beruflich war Horn unter anderem im Finanzministerium Sachsen-Anhalt und im Bundesministerium für Digitales und Verkehr tätig; derzeit arbeitet er in einem niedersächsischen Landesministerium. Zudem lehrt er nebenberuflich an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW. Seine Promotion befasste sich laut Angaben der Parteien mit Wirtschafts- und Staatsschuldenkrisen.

Ablehnung von Steuererhöhungen
Inhaltlich positioniert sich das Bündnis gegen eine Mehrbelastung der Bürger. Die Lösung der Finanzprobleme könne nicht in höheren Steuern oder neuen Abgaben, wie der diskutierten Bettensteuer, liegen, so Horn. Stattdessen wolle man auf effiziente Strukturen und eine wirtschaftsfreundliche Politik setzen. Philipp Horstmann, stellvertretender FDP-Stadtverbandsvorsitzender, sieht in Horn jemanden, der „wirtschaftliche Vernunft mit einem klaren Wertekompass“ verbinde.
Der gebürtige Rintelner Horn ist in Engern aufgewachsen, wo er mit seiner Frau und zwei Töchtern lebt. Er betont, als Bürgermeisterkandidat unabhängig von Parteigrenzen für alle Rintelner ansprechbar sein zu wollen. Die Haushaltskonsolidierung sei für ihn kein Selbstzweck, sondern die Basis, um wieder Handlungsspielraum für Investitionen zu gewinnen.

























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