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„Das gesamte System hinkt“: Marja-Liisa Völlers und Constantin Grosch zu Besuch bei der Pflegedienst GmbH in Rinteln

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(Rinteln) Die heimische Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers (SPD) besuchte kürzlich im Rahmen ihrer Sommerreise gemeinsam mit dem SPD-Landtagskandidaten Constantin Grosch den Pflegedienst von Astrid Teigeler-Tegtmeier in Rinteln. Seit 2017 leitet die engagierte Geschäftsführerin den Pflegebetrieb. Im Gespräch ging es um den akuten Handlungsbedarf in der Pflege.

„Ich weiß eigentlich gar nicht wo ich anfangen soll“, berichtet Astrid Teigeler-Tegtmeier zu Beginn des Gespräches über die Situation in der Pflege. „In der Pflege gibt es so viele Baustellen, dass man schlecht einen Schwerpunkt setzen kann. Der Busch brennt überall, wie man so schön sagt, egal ob in der häuslich-ambulanten, der stationären, oder der Tagespflege,“ berichtet die Geschäftsführerin der Pflegedienst Rinteln GmbH und gibt dann doch einen klar strukturierten Vortrag über die Punkte und Forderungen, die es zu verbessern gilt.

„Der Busch brennt überall“

Ein wichtiger Punkt sei der Personalmangel. Viele Mitarbeiter hörten einfach auf, weil die Belastung zu groß sei. Daran werde vermutlich auch die Verbesserung des Gehaltsniveaus ab 1. September 2022 zunächst nichts ändern. Die Steigerung der Personalkosten stelle zudem eine zusätzliche Belastung für die Pflegedienste dar, so Teigeler-Tegtmeier, da man an jeder Ecke mit einer Kostensteigerung zu kämpfen habe.

Leider sei der Pflege-Rettungsschirm zum 30. Juni 2022 ausgelaufen, der zumindest die Steigerung der Sachkosten, die coronabedingt angefallen sind, zum Teil auffangen konnte. „Ich hoffe, dass wir hier gegebenenfalls von Seiten des Bundes noch einmal nachbessern können. Denn derzeit ist die Inzidenz, gerade im Landkreis Schaumburg, so hoch wie nie und die Beschaffung von Schutzmaterialien entsprechend immer noch von Nöten“, so Marja-Liisa Völlers.

Von links: Constantin Grosch, Astrid Teigeler-Tegtmeier, Marja-Liisa Völlers. (Foto: pr)

Der Landtagskandidat Contantin Grosch merkt an, dass den Pflegebereich darüber hinaus alle aktuellen Krisen gleichzeitig träfen: „Corona-Pandemie, Inflation und steigende Energiekosten – die Pflege kriegt als sowieso schon gebeuteltes System die volle Ladung ab.“

„Die Lage ist in der Tat dramatisch. Steigende Heizkosten belasten die stationäre Pflege stark. Die Benzinpreise hingegen die ambulante Pflege“, ergänzt Teigeler-Tegtmeier.

Corona-Pandemie, Inflation und steigende Energiekosten machen der Pflege zu schaffen

Die belastende Situation, gerade für kleinere Pflegedienste, mache sich auch darin bemerkbar, dass einige Betriebe dicht machen, Kapazitäten senken oder von Großinvestoren übernommen werden. „Aber genau das ist es ja, was wir auch in der Politik nicht wollen“, so Marja-Liisa Völlers und Constantin Grosch. „Gerade hier bei uns im ländlichen Raum wollen wir Angebote, die die ambulante und Tagespflege stärken, damit die Menschen so lange wie möglich zu Hause in ihrem familiären Umfeld bleiben können.“

„Wir setzen derzeit völlig falsche finanzielle Anreize und haben als Politiker auf viele grundsätzliche Entscheidungen aufgrund der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen keinen Einfluss“, beklagt Constantin Grosch. Dies müsse man dringend ändern, um diese „vertrackte Gemengelage“ auflösen zu können. Die heimische Bundestagsabgeordnete und der SPD-Landtagskandidat werden sich in jedem Fall bei der Bundes- und Landesregierung für die Pflege stark machen. (pr)

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