(Rinteln) Die Weser bei Rinteln führt derzeit deutlich weniger Wasser als gewohnt.
Während der Alte Hafen zusehends verlandet, bietet auch die Edertalsperre als wichtige Stütze derzeit kaum Entlastung – die Region blickt mit Sorge auf die anhaltende Trockenheit.
In den letzten zwei Monaten zeigte sich am Pegel Rinteln ein deutliches Bild der Unterversorgung. Die offiziellen Daten von ELWIS und den zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsämtern spiegeln eine Situation wider, die weit unter dem langjährigen Mittelwert (MW) von 219 cm liegt. Aktuelle Messwerte bewegen sich oft im Bereich um die 90 bis 100 cm, was die Weser zu einem seichten Fluss schrumpfen lässt.
Der Alte Hafen: Ein Relikt im Schlamm
Besonders deutlich wird die angespannte Lage am Alten Hafen in Rinteln. Einst ein belebter Umschlagplatz für das Wirtschaftsleben der Stadt, präsentiert er sich heute als nahezu vollständig verlandet. Das Wasser zieht sich immer weiter aus den Randbereichen zurück, und die für den Schiffsverkehr notwendige Tiefe ist längst nicht mehr gegeben. Was heute als historisches Kleinod und beliebter Anlaufpunkt für Ausflügler und Radfahrer am Weserradweg dient, erinnert heute nur noch symbolisch an die einstige Bedeutung der Weser als Verkehrsader.
Edertalsperre: Kaum Hilfe in Sicht
Um die Wasserstände der Oberweser in Trockenperioden zu stabilisieren, spielt die Edertalsperre eine entscheidende Rolle. Doch auch hier ist die Lage kritisch: Mit einem Füllstand von nur noch etwa 16,6 Prozent (Stand 8. August 2026) führt der Edersee deutlich zu wenig Wasser. Aufgrund des niedrigen Speichervolumens ist die Abgabe zur Stützung der Weser auf eine reduzierte Mindestmenge von lediglich fünf Kubikmeter pro Sekunde gedrosselt worden. Eine spürbare Entlastung für den Rintelner Pegel durch Talsperrenabgaben ist unter diesen Umständen derzeit nicht zu erwarten.

Prognose: Keine Entspannung
Für die kommenden Tage zeichnet sich keine signifikante Änderung der Situation ab. Da für das Einzugsgebiet der Weser keine ergiebigen Niederschläge vorhergesagt sind und die Zuflüsse aus den Talsperren auf dem absoluten Minimum gehalten werden, bleibt der Wasserstand auf niedrigem Niveau. Die Schifffahrt und die Uferbereiche müssen sich daher weiterhin auf den aktuellen Niedrigwasserzustand einstellen, der auch in den kommenden Tagen für ein gleichbleibendes, niedriges Pegelbild sorgen dürfte.
(Text & Fotos: ot)
Info:
Den Weserpegel in Rinteln gibt es grafisch aufbereitet auf der Facebook-Seite der „Rinteln Webcam“ unter folgendem Link KLICK































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