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„Die Leute pinkeln sogar in die Vorgärten“

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(Schaumburg) Der Frühling tut sich zwar noch etwas schwer, aber er ist unübersehbar da. Mit zunehmender Sonnenscheindauer zieht es die Menschen besonders am Wochenende ins Freie. Das ist gut, haben Forscher bereits mehrfach bestätigt: Im Freien ist eine Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus sehr gering, Sonnenstrahlen tun gut und Bewegung an der frischen Luft ist Balsam für Körper und Seele.

Das Problem entsteht, wenn die Blase drückt. Dann werden Wanderer und Ausflugsgäste im Wald schnell von der geltenden Corona-Verordnung eingeholt. Die Gastronomie hat geschlossen. Nicht nur, dass Kaffee, Kuchen und Erfrischungsgetränke nicht eingenommen werden können, es mangelt auch an Toiletten. Diesbezüglich hat sich jetzt auch Ratsherr Heinrich Sasse (WGS) hilfesuchend an Bürgermeister Thomas Priemer gewendet.

Der Wald rund um die Schaumburg ist in diesen Zeiten mehr denn je Ziel für Ausflugsgäste und Touristen. Durch die geschlossenen Gastronomiebetriebe gibt es momentan jedoch keine Möglichkeit zum Verrichten der Notdurft. (Archivfoto)

Sasse, Mitglied im Ortsrat Deckbergen-Schaumburg-Westendorf, führt aus, er sei von Volker Hartmann, Gästehausbetreiber aus dem Ortsteil Schaumburg angesprochen worden, dass die Schaumburg und der Wald rund um die Paschenburg an Wochenenden regelmäßig von Touristen besucht würden. Diese wanderten im Wald wandern und schließlich auch wieder zurück zu ihren Autos. „Dann drückt irgendwann unaufhaltsam die Notdurft“, schlussfolgert Sasse, „früher halfen die Toiletten der gastronomischen Betriebe. Die haben jetzt aber leider zu. Da ist einfach gar nichts mehr möglich.“ In den Gaststätten könnten die Touristen nun nicht mehr die Toiletten aufsuchen und würden dann ihre – kleine und große – Notdurft in den Wald verrichten. Teilweise geschehe das Sasses Schilderungen zufolge am Straßenrand und sogar in den Vorgärten der Bewohner. Hartmann zeigt ebenfalls Verständnis für die „Notsituation“ der Touristen, beklagt aber regelmäßig zugeparkte Gästeparkplätze und Verunreinigungen auf seinem Grundstück.

Am Parkplatz an der Schaumburg sind jetzt zwei mobile Toiletten aufgestellt worden. Damit soll verhindert werden, dass Wanderer und Tagesausflügler ihr „großes und kleines Geschäft“ in den Wald oder in Vorgärten verrichten.

Eine ziemlich unappetitliche Vorstellung und so machte Sasse den Vorschlag, im Bereich der Parkplätze mobile Toiletten aufstellen zu lassen (sogenannte „Dixi-Klos“). Die Stadtverwaltung habe bereits reagiert, erklärt Baudezernent Stefan Eggert-Edeler. Am Parkplatz an der Schaumburg stehen jetzt zunächst zwei mobile Toiletten. Die Kunststoff-Klos sind in sicherer Entfernung zum Torhaus aufgestellt, damit sie nicht auf jedem Erinnerungsfoto zu sehen sind. Sie sollen zunächst übergangsweise bleiben – möglicherweise so lange, bis die Gastronomiebetriebe wieder öffnen  dürfen. (vu)

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