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Die Wiederbelebung – VW lässt den Käfer zum zweiten Mal auferstehen

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Nach dem Käfer und dem New Beetle folgt jetzt der „Beetle“.

Als Volkswagen 1998 mit dem „New Beetle“ den wiederauferstandenen VW Käfer auf den Markt brachte, waren die Reaktionen der Fachpresse eindeutig: Die kultige Kugel krabbelte sich in die Herzen der Fachmagazine und Journalisten. Der Nachfolger des wohl bei Jung und Alt beliebtesten Fahrzeugs der Welt baute auf der Golf 4-Plattform auf und war mit einer breiten Palette an Motoren und Ausstattungen erhältlich. Vom 1.4 Liter Basismotor mit 75 PS bis hin zur 2001 gezeigten, limitierten 3.2 Liter „Rsi“-Sondermodell mit 224 Pferdestärken war ein breites Angebot aus Diesel- und Benzinmotoren vertreten.

 

Dieser Beetle verfügt über aufpreispflichtige 19-Zoll-Räder.
Dieser Beetle verfügt über aufpreispflichtige 19-Zoll-Räder.

2011 erhielt der New Beetle einen Nachfolger, der jetzt nur noch „Beetle“ heißt, bei dem die Retro-Proportionen etwas verschärft wurden und der erheblich mehr Kultpotenzial besitzt. Wir hatten ausgiebig Gelegenheit, den 2.0 TSI in der „Sport“-Variante zu testen.

Von „Knutschkugel“ kann keine Rede mehr sein. Die gedrungene Dachlinie steht dem Beetle deutlich besser als die alte, an drei mit dem Zirkel gezogene Halbkreise erinnernde Silhouette. Auch wenn man meinen möchte, dies ginge zu Lasten des Raumangebots – weit gefehlt. Die Sitzposition ist sportlich-tief, der Kopf stößt selbst mit fast 1,90 m Körperhöhe nicht an den Dachhimmel. Das gilt aber nur für die vorderen Sitzplätze, in Reihe zwei fühlen sich dank des relativ weit runtergezogenen Hecks eigentlich nur Kinder richtig wohl. Aber der Beetle will ja auch kein Familienauto sein. Er schwimmt in den verblassenden Erinnerungen der Generation 60+ („weißt Du noch, damals als wir jung waren, fuhren wir auch so einen?“) und kokettiert mit der Jugend von heute. Die Generation GTI, der ein Golf nicht individuell genug ist, findet im 200 PS starken Vierzylinder (der übrigens vorne unter der Haube sitzt) einen kreativen Spielkameraden.

 

200 Turbo-PS sorgen für Vortrieb.
200 Turbo-PS sorgen für Vortrieb.

Dank dem Doppelkupplungsgetriebe DSG spurtet der Beetle in knapp 7,5 Sekunden ohne Zugkraftunterbrechung aus dem Stand auf die magische 100 km/h-Grenze, der Turbolader sorgt bereits bei 1700 Umdrehungen fürs maximale Drehmoment von 280 Nm. Untermalt wird der unbändige Vorwärtsdrang von einer Soundkulisse, die teils dem Auspuff mit den zwei voluminösen Endrohren, teils dem „Soundaktuator“ zuzuschreiben ist. Dabei leitet ein berechnetes Rohr gezielt die „angenehmen“ Geräusche vom Motor in Richtung Cockpit. Was waren das noch für Zeiten, als diese konstruierten Klänge wohlig heiseren Fünf- oder Sechszylinder-Motoren entspringen durften.

Die griffgünstig am (etwas zu dünn geratenen) Lenkrad platzierten, aufpreispflichtigen, Schaltpaddel erlauben das manuelle Sortieren des 6-Gänge-Getriebemenüs, auch wenn es eigentlich keinen Sinn macht da die automatische Steuerung ihren Job perfekt erledigt.

Gefühlt hat der Motor mehr als die angegebenen 200 PS, schluckt aber auch gut einen Liter mehr als die Normverbrauchs-Angabe von 7,7 Liter Super auf 100 km. Das finden wir völlig in Ordnung, ein Golf GTI aus dem Jahre 1996 war beispielsweise mit trägem 2-Liter Saugmotor und zähen 115 PS auch nicht sparsamer – bei deutlich weniger Freude am Steuer.

Leistungstechnisch ist auf alle Fälle noch Luft nach oben, der Volkswagen Konzern ist zudem dafür bekannt, nicht gleich alle Asse auf einmal aus dem Ärmel zu schütteln. Der von uns gezeigte Testwagen kostet inklusive zahlreicher aufpreispflichtiger Extras 34.580 Euro. Aber auch da sind ja längst nicht alle Kreuzchen in der Liste gemacht…!

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