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Die wollen nur spielen: Hinter den Kulissen eines speziellen Fotoshootings im Mosquito Rinteln

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Breitschultrige, muskelbepackte Männer mit Anzug und Hut drängen sich mit leicht bekleideten Damen an einen Holztisch. Im Aschenbecher glimmt eine baumstammdicke Zigarre, die halbvollen Whiskygläser und Spielkarten zeugen von einer langen Pokernacht. Das Muskelpaket im weißen Anzug verliert die Geduld. Der Spieler im halboffenen Hemd spielt mit gezinkten Karten.

Seine Mitspieler suchen nach mitgebrachten „Meinungsverstärkern“ und wollen zur Abrechnung schreiten.. Plötzlich klickt es metallisch, zwei Blitze erhellen den Pokertisch und lassen die Probanden fast erblinden. Nein, da hat nicht etwa das Spezialkommando der Polizei die Räumlichkeiten gestürmt, der Fotograf hat auf den Auslöser gedrückt.

Es ist einer dieser trüben Tage, der Wetterfrosch im Fernsehen murmelt etwas von „Sommer“ doch der Blick auf den Fenster suggeriert eher, die „Übergangsjacke“ noch einmal über die Schulter zu werfen. Für alle Fälle. Im Mosquito herrscht das exakte Gegenteil von trüb und grau. Wuseliges Treiben zwischen Theke und Mobiliar. Visagistin Noreen Seeger aus Bad Oeynhausen legt letzte Hand an den Lidschatten von „Bardame“ Marion aus Rinteln.

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Sie arbeitet als selbstständige mobile Make-Up-Artistin und wird für Fotoshootings und Videodrehs gebucht. Heute ist sie für Mike van Doorn (Taydoo Photographic) und Christopher Dietrich (Chrisography) im Einsatz. Die beiden Rintelner Fotografen organisieren sogenannte „Themenshootings“, lassen zu dem Zweck schon mal „Vampire“ aus Särgen auferstehen oder feiern mit knallbunten Kostümen und chromblitzenden Chevrolet-Limousinen die „Rockabilly“-Zeit. Die Ideen für die völlig unterschiedlichen Themen stammen von der Rintelnerin Iris Baden. Die 43jährige Verkäuferin hat auf diese Weise einen Weg gefunden, ihre überschäumende Fantasie in die Realität umzusetzen. Da haben sich offenbar Leute gesucht und gefunden.

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Für Iris Baden (hintere Reihe, 5.v.l.), Mike van Doorn (vorne links) und Christopher Dietrich (vorne rechts) ist es schon die dritte Zusammenarbeit dieser Art. Weitere sollen folgen.

„Mit Hilfe von Facebook ist der erste Kontakt zwischen Mike, Chris und mir entstanden“, plauert Iris aus dem Nähkästchen, „ Ich kümmere mich um den organisatorischen Teil, plane und sorge für die Rahmenbedingungen. Die Jungs erledigen den Rest!“

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Eine Szene aus dem „Mafia Shooting der 20er Jahre“: Mike drückt im entscheidenden Moment auf den Auslöser

Mit „Rahmenbedingungen“ meint Iris auch die Darsteller, die für die Fotoshootings in viele verschiedene Rollen schlüpfen. Oft stammen diese aus dem Freundeskreis und finden großen Gefallen, in die verschiedensten Rollen zu schlüpfen. Florian ist im wahren Leben Kindergärtner. An diesem Abend darf er als Mafiaboss agieren und seinen Kontrahenten die Zähne zeigen. Jens ist zum ersten Mal dabei, wurde ebenfalls von Iris angesprochen und arbeitet eigentlich bei der Stadt Minden. Auch er sitzt am Pokertisch und soll für eine Szene den bösen Blick aufsetzen – was auch prompt gelingt.

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Die Bardamen schmachten den „Bad Guy“ an: Fotograf Chris komponiert die Szene mit seiner Kamera.

Bodo verdient seine Brötchen als Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes und hat von Berufs wegen mit „bösen Buben“ zu tun. „Ich lasse mich mal überraschen, welche Rolle für mich vorgesehen ist“, lacht er gutgelaunt, als er von Iris den passenden Hut aufgesetzt bekommt. Doch allein mit den Darstellern ist es nicht getan. Neben dem Make-Up müssen, insbesondere die Damen, eine passende Frisur bekommen. Dafür zeichnen Monika Ritter und Barbara Wächter vom Rintelner Salon „Kamm In“ verantwortlich. Etwa zwei Stunden vor dem Fototermin haben sich die weiblichen Models in deren fachkundige Hände begeben, um den Frisurstil der 20er Jahre umzusetzen, „mit Wasserwelle“, wie die beiden betonen.

Die Kleidung, stilecht und auf die jeweiligen Themen abgestimmt, kommt aus Hameln. „Der Kostümverleih Knaust“, so Iris, „hat über 3.500 Kostüme und Requisiten im Angebot. Da ist immer etwas passendes für uns dabei!“

„Alle bitte an ihren Platz!“ Mike koordiniert die nächste Szene, positioniert die Darsteller und gibt Anweisungen. Iris besorgt ein paar Requisiten vom Mosquito-Team. Im Hintergrund fertigt Fabian „Making-Of“-Bilder vom Fotoshooting an. Der Kalletaler ist heute als Assistent für Mike und Chris mit von der Partie. Einige der Mosquito-Gäste schauen gespannt zu. So viel „böse Buben“ auf einmal, das sieht man wirklich nicht alle Tage.

Hier geht es zu den Facebook-Seiten von Taydoo Photographic und Chrisography, wo die fertigen Bilder nach und nach veröffentlicht werden. Und hier gibt es einen Vorgeschmack auf die fertigen Werke:

Foto: Mike van Doorn (Taydoo Photographic)
Foto: Mike van Doorn (Taydoo Photographic)
Foto: Christopher Dietrich (Chrisography)
Foto: Christopher Dietrich (Chrisography)

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