(Rinteln) Einen eigenen Pfarrer in jeder Gemeinde? Das leistet sich die katholische Kirche seit Sommer 2023 nicht mehr. Die Gemeinde St. Sturmius (Rinteln) ist überpfarrlich mit den Pfarreien St. Joseph (Stadthagen), St. Maria vom Hl. Rosenkranz (Bad Nenndorf) und St. Marien (Bückeburg) verbunden.
Neu eingestiegen in das ÜPE-Team ist Pastor Pawel Laska, der in Rinteln im Pfarrhaus wohnen wird. Das ÜPE-Team besteht aus Pfarrer Markus Grabowski (Stadthagen), Pater Tomy Jose (Bad Nenndorf), Pastor Pawel Laska (Rinteln), Gemeindereferentin Sabine Kalkmann (Bückeburg), Pastoraler Mitarbeiter Anthony Tur (Rinteln) und Pastoraler Mitarbeiter Marian Thiele (Stadthagen). Doch wer ist Pastor Pawel Laska eigentlich, wo kommt er her, welche Ideen bringt er mit? Rinteln Aktuell fragte nach:
Pawel Laska kommt aus Debica, Polen, studierte Theologie dort und kam 2011 nach Deutschland, arbeitete in Hannover in der polnischen Mission, 2014 wechselte er nach Braunschweig in die St.-Aegidiengemeinde. Elf Jahre später wurde er nach Rinteln versetzt. „Rinteln erinnert mich an meine Heimat – die Stadt und die Geländeformation. Hier habe ich mich sofort wohlgefühlt.“ Neue Ideen habe er, wolle aber zunächst die Menschen kennenlernen, um zu prüfen, ob seine Ideen zu den Gemeinden passen. Zu seinen Aufgaben in Rinteln zählen Trauerfeiern, Firmungen und die Betreuung der Messdiener. Eine starre Trennung in traditioneller katholischer Kirche vs. moderner Kirche sehe er nicht: „Übergänge sind oft fließend.“ Ziel sei, mit Menschen ins Gespräch zu kommen und die Kirchengemeinschaft zu stärken.
Wie funktioniert Kirche mit immer weniger Mitgliedern?
Pfarrer Markus Grabowski nannte Zahlen: 2024 traten aus der katholischen Kirche bundesweit 322.000 Mitglieder aus. In der Pfarrei Rinteln waren es 79, ein Mitglied trat ein. Am Jahresende gehörten 3.983 Personen zur Pfarrgemeinde. Um Bindung an die Kirche zu fördern, gibt es viele Maßnahmen: Nur etwa fünf bis sieben Prozent der Getauften sind eng mit Kirche und Pfarrgemeinde verbunden – regelmäßig in Gottesdiensten, ehrenamtlich aktiv und nehmen Angebote wahr.
Die Mehrheit, so Grabowski, habe ein lockeres Verhältnis und besuche die Kirche zu Taufe, Trauung oder Beerdigung. Man versucht mit Glaubenskursen, Jugendfahrten oder Seniorenangeboten, Menschen neu anzusprechen. Junge Menschen wendeten sich jedoch nur vereinzelt der Kirche zu und wollten ein entschieden christliches Leben führen.

Kirche muss auch bei Immobilien handeln
Ehrenamtliches Engagement und Personalstruktur schrumpfen auch in den heimischen Kirchengemeinden. Im Bistum Hildesheim begleiten ÜPE-Teams mehrere fusionierte Pfarreien. Hauptamtliche werden durch Ehrenamtliche unterstützt, die viel Verantwortung übernehmen. Zur Zukunft gehören auch Immobilienprozesse, so Grabowski: Die Pfarrei Rinteln werde sich den kommenden Jahren diesem Prozess stellen und prüfen, welche Immobilien in den drei Kirchorten noch mit Leben gefüllt werden und wie Immobilien anzupassen sind. Es sei möglich, dass bis zu 50 Prozent aller Immobilien mittelfristig aufgegeben werden müssten.
(ot)



























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