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Eintrag ins goldene Buch: Ex-VW Vorstand Prof. Carl H. Hahn zu Besuch in Rinteln

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Das goldene Buch der Stadt Rinteln ist um einen weiteren Eintrag reicher. Der ehemalige VW-Vorstandsvorsitzende Professor Carl H. Hahn, auf Einladung der Senioren-Union Rinteln zu Besuch in der Weserstadt, nutzte die Gelegenheit um sich mit einem Eintrag zu verewigen. Dabei gab er auch Einblicke in seine Arbeit im Vorstand des Autobauers und erzählte, wie es ihm gelungen war, mit dem VW Käfer in den USA Fuß zu fassen. In einem Land, wo gegen Ende der 50er Jahre alles Automobile unter sechs Metern Länge und sieben Litern Hubraum als seltsam beäugt wurde, einen Wagen zu verkaufen, der den Motor „an der falschen Stelle“ (O-Ton Hahn) hatte, „keinen Kofferraum“ und einen Reservebenzinhahn (mit dem Fuß zu bedienen), grenzte schon an eine Meisterleistung. Doch die amerikanischen Kunden waren gebeutelt von dem Zwang, jedes Jahr ein neues Modell zu kaufen, nur weil der Nachbar auch eins hatte. „Der Käfer war anfangs die Wahl der Intelligenteren und Wohlhabenderen, die mit ihm jedes Jahr das neueste Modell fuhren, weil es nur dieses Eine gab“, so der Professor. Nach rund 600.000 verkauften Exemplaren war der Markt für die Einführung des VW Golf geebnet.

Der 1926 geborene Hahn hat sich trotz seines hohen Alters noch nicht in den Ruhestand begeben, sondern widmet seine Zeit der Medizin und frühkindlichen Förderung. So wird in Kindergärten, die nach dem auf seine Initiative gestarteten „Early-Birds“-Konzept betreuen und erziehen, zweisprachig verfahren. Zunächst englisch, dann chinesisch. Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge lernten Kinder Sprache anders, sie absorbieren sie förmlich. Dieses Sprachfenster im kindlichen Gehirn schließt sich allerdings mit dem zehnten Lebensjahr, so Hahn. Danach werde Sprache nicht mehr gelernt, sondern wie in unserem Schulsystem „gebüffelt“. Das Konzept findet im Ausland schon vielfach Beachtung. Anders in Deutschland: Bei jeder Vorstellung seien die politischen Gremien sehr daran interessiert gewesen, um danach wieder weiter zu machen, wie gehabt.

Bürgermeister Thomas Priemer (links) und Professor Carl H. Hahn.

Dieter Edler (Senioren-Union) wollte wissen, ob der Verbrennungsmotor angesichts derzeitiger Diskussionen auch in 30 oder 40 Jahren noch eine Zukunft habe. Sicher, entgegnete Hahn. Allerdings werde sich das Nutzerverhalten in den nächsten Jahren verändern, vom Genussmittel Auto zum Gebrauchsgegenstand um von A nach B zu gelangen. Doch dazu, so der Professor, sei es erst einmal notwendig die politische Komponente aus den Debatten um Diesel & Co. herauszunehmen und auf eine sachliche Ebene zurückzuholen. Im Anschluss an die Unterzeichung hielt er einen Vortrag im Hotel Stadt Kassel.

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