(Rinteln) Die letzte Wochenendrunde ist geflogen, und beim LSV Rinteln überwiegt Erleichterung: Nach einer Saison voller Wetterpech und Plattformchaos beginnt nun die verdiente Ligapause.
Ein Norden ohne Joker
Das Fazit der Bundesligisten fällt eindeutig aus: Der Norden hatte 2026 keine Trumpfkarten. Die Hangflugtage im Weserbergland und am Wiehengebirge, sonst oft der rettende Joker, blieben aus. Während im Süden immer wieder Schnittgeschwindigkeiten jenseits der 150 km/h geflogen wurden, kämpften die Rintelner Piloten häufig mit schlechter Thermik und niedrigen Basishöhen oder konnten gar nicht fliegen. Der Wetternachteil war diesmal nicht auszugleichen.

Plattformchaos und verpasste Auftaktpunkte
Zusätzlich sorgte das Hin und Her um die Zukunft des Onlinecontest für Unruhe. In der ersten Runde schaffte es nur ein einziger Flug gerade noch rechtzeitig in die Wertung – ein Fehlstart, der wertvolle Punkte kostete. Das Durcheinander spaltete die Szene: Einige Piloten wollten nur noch auf WeGlide melden, andere hielten am OLC fest, wieder andere bedienten beide Plattformen. Ob der OLC wirklich offline geht, bleibt unklar. Sicher ist nur: WeGlide bleibt – und in dieser Liga steigt Rinteln ab.
Doch der Blick geht nach vorn. Die Enthusiasten vom Weserflugplatz haben den Wiederaufstieg fest im Visier, und die jungen Piloten des Vereins drängen nach oben.

Ein letzter Ligatag in 2026 der zeigt, worum es eigentlich geht
Am letzten Wertungstag wurde deutlich, was Segelflug auch sein kann: Erlebnis statt Ergebnis. Während Karsten Fahrenkamp und Reinhard Schramme in Oldenburg noch versuchten, Punkte zu retten und am Ende die besten Ligapiloten des LSV an dieser Runde waren, entschieden sich Christine Grote und Uli Gmelin im Arcus für etwas anderes. Als klar war, dass mit einem 70‑km/h‑Schnitt, den sie bis Oldenburg erfolgen hatten der Abstieg ohnehin nicht mehr zu verhindern war, nutzten sie die seltene Chance – und flogen ans Meer.
Westlich am Jadebusen entlang und dann Richtung Langeoog. Die Basis sank, die Meeresluft griff spürbar ein, doch bis 25 km vor der Küste trugen die Wolken zuverlässig. Somit flogen Sie qeurab von Langeoog auf die Küstenlinie zu und zum Schluss trennten sie nur 15 km vom Inselflugplatz, bevor sie wenden mussten. Erreicht hätten sie Langeoog, allerdings wäre ein Rückflug nicht mehr möglich gewesen, vielleicht ein Projekt für 2027. Die Optik, das Licht, die Weite und die Begeisterung noch nie mit dem Segelflugzeug dort gewesen zu sein, dass war es was den Ligadruck vergessen ließ. Der Abstiegsplatz bei WeGlide und der 14. Rang im OLC? Für einen langen Moment bedeutungslos.
Das Fliegen bleibt
Liga hin oder her – geflogen wird weiter. Auch an den kommenden Wochenenden werden die Rintelner Piloten das Wetter nutzen, ausprobieren, erleben. „Ganz ohne Tabellenstress, aber wie immer mit ganz viel Leidenschaft“, heißt es dazu abschließend aus den Reihen des LSV.
(pr; Fotos: LSV)
































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