(Rinteln) Es ist der Tag nach „Zeynep“, dem Orkan, der große Teile Deutschlands durchgeschüttelt hat. Auch im Landkreis Schaumburg und dem Raum Rinteln richteten starke Böen an vielen Stellen Schäden an.
Die Feuerwehren in Rinteln mussten in der vergangenen Nacht insgesamt zu 42 Einsatzstellen ausrücken. In den allermeisten Fällen hielten Bäume und Äste dem Wind nicht mehr stand, knicken ab und stürzten um. Etliche Bäume dürften bereits von Sturm „Ylenia“ vorgeschädigt gewesen sein, der zuvor durch die Region pflügte. Der Orkan am gestrigen Abend gab ihnen den Rest.
Großes Glück im Unglück gab es im Rintelner Stadtzentrum. Am Kollegienplatz riss „Zeynep“ eine rund 12 Meter große Linde aus dem Boden. Der Baum verfehlte das Gebäude von „Fisch Rehbock“ nur knapp. Glücklicherweise befand sich zu dem Zeitpunkt kein Fußgänger auf dem Gehweg.
Bei einer Schadens-Bestandsaufnahme durch den städtischen Bauhof am Samstagvormittag zeigt sich: Der Lindenbaum (Bauhof-Chef Klaus-Ulrich Hartmann schätzt das Alter auf etwa 60 Jahre) war in Bodennähe bereits vorgeschädigt, die Standfestigkeit war nicht mehr gegeben. Der Orkan gab der Linde schließlich den Rest.
Am Freitagabend mussten die Feuerwehren unter anderem zu einem Einsatz in der Straße „Unter dem Hopfenberge“ ausrücken. Dort war ein Baum auf ein Haus gefallen. Im Exter Feld krachte ein großer Baum auf die Motorhaube eines BMW. Der Fahrer wurde verletzt. Auf der Egge zwischen Wennenkamp und Volksen musste die Feuerwehr einen Baum zerteilen, der auf die Straße gefallen war.
Bereits zuvor riss der Orkan einen Baum in der Mindener Straße („Pomona-Kurve“) um. Mitarbeiter der Straßenmeisterei zersägten den Stamm. Seit den Morgenstunden ist Baumsachverständige Antje Wiskow mit dem Bauhof-Team unterwegs und begutachtet die Schäden an Bäumen im Rintelner Gebiet, berichtete Hartmann. Teilweise hängen abgebrochene Äste hoch oben in den Kronen fest und stellen eine Gefahr für Fußgänger und Verkehrsteilnehmer dar. In der Ostertorstraße gab es ebenfalls Sturmschäden an Bäumen. Zwar stehen diese noch, sind jedoch im Wurzelbereich durch den Sturm stark geschädigt und nicht mehr standsicher. Sie müssen daher schnellstens gefällt werden, bevor sie von selbst fallen und Schäden anrichten oder Menschen töten.
In Steinbergen hatte die Feuerwehr sieben Einsatzstellen abzuarbeiten, so Ortsbrandmeister Lars Hildebrand. Mehrere Male rückten die Einsatzkräfte zur Bundesstraße 83, im Bereich der Autobahn-Auffahrt, aus. Weitere Bäume lagen an der B 238, sowie in Ahe im Bereich des Bahnüberganges und in Steinbergen am Försterkamp.
Die Feuerwehr Uchtdorf kümmerte sich laut Ortsbrandmeister Marlon Sievert um ein „fliegendes Trampolin“, einige umgestürzte Bäume und einen Stromkasten, der sich im Neubaugebiet „selbstständig gemacht“ hatte. Die Zelthalle der Feuerwehr wurde durch den Orkan beschädigt und drohte, wegzufliegen. Der Parkplatz wurde vorsorglich evakuiert und der Ellerbruch gesperrt. Die Zelthalle konnte mittels eines Treckers stabilisiert werden und wird derzeit repariert.
Für die Feuerwehr Exten berichtet Ortsbrandmeister Benjamin Bünte von zwei umgestürzten Bäumen. Einer lag im Gallenort, der andere am Eisenhammer. Ansonsten sei es eine ruhige Sturmnacht gewesen.
Viel zu tun gab es auch für die Feuerwehr in Porta Westfalica. In Eisbergen drohte ein Baum neben dem Friedhof auf die Straße zu stürzen. Er wurde gefällt und zersägt. An der Weserbrücke in Eisbergen lagen mehrere dicke Äste auf die Fahrbahn gestürzt. Laut Angaben von Michael Horst, Pressesprecher bei der Feuerwehr Porta Westfalica, hätten die Bäume an der Auffahrt zur Weserbrücke einen instabilen Eindruck gemacht. Ein deutliches Knacken war zu vernehmen. Aufgrund des Sturms waren Sägearbeiten nicht möglich gewesen, die Weserbrücke und die Straße „Aue“ in Richtung Möllenbeck wurde daher gesperrt.
(vu/pr, Fotos: Feuerwehren, vu, pr)