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Fleischerei Rauch in der Markthalle geschlossen

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(Rinteln) In der Markthalle in Rintelns Fußgängerzone sind die Lichter erloschen. Am Pfingstsamstag verkündete Veit Rauch, Inhaber der Traditionsfleischerei Rauch das Aus für den Standort in der Weserstraße. Die Obst- und Gemüsehandlung „Delicata“ im gleichen Gebäude hat bereits vor einigen Monaten den Betrieb eingestellt.

Seit rund über neun Jahren betrieb Rauch die Filiale in der Markthalle. Im Februar 2021 wäre das zehnjährige Jubiläum gefeiert worden. Es war eine Kombination aus mehreren Entwicklungen, die den Fleischermeister letztlich zu dem Schritt bewogen hat. Die Innenstadtsituation sei in den vergangenen Jahren nicht gerade einfacher geworden, gibt Rauch in einem Telefongespräch bekannt. Die Kundenfrequenz sei dabei gar nicht mal so schlecht gewesen, allerdings ließ das Umsatzvolumen zu wünschen übrig. Hinzu kämen Besonderheiten bei der Energieversorgung. So gebe es nur einen Hausanschluss für beide Mieter, man habe die Kosten für Gas, Wasser und Strom untereinander aufteilen müssen. Dann kam Corona und die Stadt war aufgrund des „Shutdown“ wie ausgestorben. Man war zwar nicht zur Schließung verpflichtet gewesen, doch hätte sich aufgrund der Beschränkungen ohnehin kaum jemand auf den Weg in die Innenstadt gemacht. Angesichts der hohen Mietkosten komme man „nicht auf die Umsätze, die das Ganze auskömmlich gestalten“. Letztlich, so Rauch, habe man eine Einigung mit dem Vermieter erzielt und den Vertrag vorzeitig aufgelöst.

Fleischerei Rauch weist auf den Betrieb in der Ritterstr. 32 in Rintelns Altstadt hin.

Rauch-Filiale in der Ritterstraße bleibt in Betrieb

37 Mitarbeiter beschäftigte das Unternehmen mit Filialen in Lauenau, Haste, Rodenberg und Rinteln. Jetzt sind es noch 32. Rauch konzentriert sich in Rinteln auf die Filiale in der Ritterstraße 32, wo man mit Fleisch- und Wurstwaren und dem Mittagstisch für seine Kunden da sei, informiert seit kurzem ein Plakat an der Eingangstür des ehemaligen Standortes.

Mit heutigem Blick auf die damalige politische Diskussion um die Neuansiedlung der Gewerbeflächen in der Großen Tonkuhle gibt Rauch unumwunden zu, das sei ein „Schluck aus der Pulle“ gewesen, der der Rintelner Innenstadt nicht gutgetan habe. Die Debatte um Attraktivität von Innenstädten und deren Belebung ist dabei beileibe kein Rinteln-spezifisches Phänomen, wie aufmerksame Leser wissen. Ein verändertes Kaufverhalten in der Bevölkerung und oftmals eine Nachbelegung von Leerständen mit Gewerbebetrieben, die weniger Anziehungskraft auf außenstehende Kunden ausüben, knabbern bundesweit an Stadtzentren. Als problematische Parallelen tauchen häufig die Faktoren „hohe Mietvorstellungen der Eigentümer“, zu kleine Verkaufsflächen für attraktive „Leuchtturmmieter“ und geringe Bereitschaft der Immobilienbesitzer zu baulichen Veränderungen auf. Landauf, landab versuchen Gewerbe- und Stadtmarketingvereine mit Aktionen, dem entgegenzuwirken.

Die beiden Geschäfte Delicata und Fleischerei Rauch in der Markthalle haben den Betrieb eingestellt.

Übrigens: Ein Wiedersehen am alten Standort gibt es – zumindest mit dem Bratwurststand von Fleischerei Rauch – am verkaufsoffenen Sonntag, dem 7. Juni. Dort wird das Rauch-Team wieder Leckeres vom Grill servieren.

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