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Fridays for Future: Schüler des Gymnasiums Ernestinum streiken für Klimaschutz

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(Rinteln) Rund 900 Schüler des Gymnasiums Ernestinum haben sich heute Vormittag den Demonstrationen zum Klimaschutz unter dem Motto „Fridays for Future“ angeschlossen. Um 11:30 Uhr versammelten sich die Schüler der verschiedenen Klassen mit selbstgebastelten Plakaten und Kostümen auf dem Schulhof, wo zum Start ein dringender Appell verlesen wurde.

Es sei traurig, dass es Schülerbewegungen wie diese brauche, um Erwachsene wachzurütteln und eine ehrliche, klimafreundliche Politik zur Debatte werde, hieß es darin. Jeder einzelne könne etwas tun: Müll vermeiden und trennen, wiederverwendbare Stoffbeutel statt Plastiktüten, weniger Fleisch essen, mit Fahrrad oder Bus statt Auto zur Schule fahren. Es sei Zeit, alle wachzurütteln, denen Geld wichtiger sei, als die Erde und jene, die den Klimawandel leugnen: „Tut es für Euch, tut es für Eure Erde und für Eure Zukunft. Ganz egal, aber tut es.“

Die Schülervertretung und die Klasse 9-3 hatten die Beteiligung an der weltweiten Protestbewegung erst am Vortag beschlossen. Zunächst habe man darüber nachgedacht, zu der angekündigten Demonstration nach Hameln zu fahren, sich dann aber doch für eine eigene Veranstaltung in Rinteln entschlossen, war zu erfahren. Ursprünglich war geplant, eine Kundgebung durch die Stadt bis zum Marktplatz zu organisieren. Doch aufgrund der Kürze der Zeit konnte die Veranstaltung nicht fristgerecht beim Ordnungsamt angemeldet werden. Dies muss spätestens 48 Stunden vor Bekanntgabe der Versammlung geschehen, erklärte Ordnungsamtsleiter Ulrich Kipp. Nur so können Abläufe geplant und Polizeikräfte rechtzeitig eingeteilt werden. Dies sei jedoch nicht passiert. Daher sorgte eine Bekanntmachung auf dem sozialen Netzwerk Instagram für Verstimmung. Dort hieß es auf dem Veranstalterprofil nämlich, eine Demonstration in der Rintelner Innenstadt sei „aufgrund mangelnder Polizeikapazitäten nicht möglich“. Das, so stellte die Einsatz- und Streifendienstleiterin der Polizei Rinteln – Tamara Ehrmantraut-Riechers – klar, sei nicht richtig. Es sei nicht möglich, in der Kürze der Zeit die Einteilung der Einsatzkräfte so spontan umzuplanen.

Nach rund 40 Minuten, in denen die Schüler mehrfach mit Plakaten ums Schulgebäude zogen, war die erste „Fridays For Future“-Veranstaltung am Ernestinum beendet. Beim nächsten Mal werden die Antragsteller auf die korrekte Einhaltung der Fristen und Formalitäten achten, war zu erfahren. Dies war nämlich erst der Auftakt, eine zweite Demo – dann mit Kundgebung in der Innenstadt – soll zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

Schulleiter André Sawade sieht die öffentliche Diskussion um das Für und Wider von Demonstrationen während der Schulzeit übrigens gelassen, wie er zu Protokoll gibt. Es sei legitim, dass die junge Generation den Alteren vor Augen führe, welche Konsequenzen ihr Handeln habe. Die Schüler müssten den versäumten Unterricht nicht nachholen, die Kundgebungen sehe er nicht als Unterrichtsvermeidung, viel mehr als Unterrichtsergänzung an.

Initiatorin der inzwischen weltweit durchgeführten Aktionen ist die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg. Vor Monaten fing sie immer freitags an, für den Klimaschutz zu demonstrieren, statt am Unterricht teilzunehmen. Während Thunberg für ihr Tun erst kürzlich für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde, kritisieren Gegner der Freitagsdemos die Kundgebungen als Schulschwänzen und fordern, die Schüler sollten in ihrer Freizeit und am Wochenende streiken.

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