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Friedrichstraße bis Mitte August gesperrt: Abwasserbetrieb saniert Kanal

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(Rinteln) Ab dem 21. Juli werden die Arbeiten zur Sanierung des Abwasserkanals in der Friedrichstraße starten.

Im Vergleich zum Doktorseeweg, wo der Abwasserbetrieb Rinteln parallel dazu ebenfalls den Kanal erneuert, ist die Baustelle in der Friedrichstraße deutlich größer. Sie erstreckt sich über eine Länge von rund 840 Metern, also im Grunde über die gesamte Friedrichstraße zwischen Alte Todenmanner Straße und Mindener Straße.

Der Grund: Der Kanal ist in die Jahre gekommen und muss erneuert werden. In diese Zukunftssicherung investiert der Abwasserbetrieb der Stadt Rinteln rund 500.000 Euro. „Es ist wichtig, dass die Arbeiten jetzt stattfinden. Damit sichern wir die Entsorgung für die nächsten Jahrzehnte“, sagt Grit Seemann, Leiterin des Abwasserbetriebs der Stadt Rinteln. Der Bautrupp der ausführenden Firma Aarsleff Spezialtiefbau GmbH aus Hamburg arbeitet sich etappenweise von der Mindener Straße zur Alten Todenmanner Straße voran.

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Nach der Baustelle ist vor der Baustelle: Die Friedrichstraße bleibt bis etwa Mitte August für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Abwasserbetrieb der Stadt Rinteln investiert rund 500.000 Euro in neuen Kanal

Während der Arbeiten ist die Friedrichstraße für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die Vollsperrung der einzelnen Bauabschnitte wird als Wanderbaustelle eingerichtet. Die Seitenstraßen werden als Umleitungsstrecken freigehalten und ausgeschildert. Die Grundstücke sind für die Anlieger anfahrbar. In der Friedrichstraße besteht während der Baumaßnahme halbseitige Befahrbarkeit und Halteverbot. „Wenn kurzfristig vor den Grundstücken gearbeitet werden muss, werden die Anwohner rechtzeitig im Voraus von der Baufirma informiert und die weitere Vorgehensweise besprochen“, sagt Grit Seemann. Der erste Bauabschnitt erstreckt sich von der Mindener Straße bis zum Stichweg der Friedrichstraße.

Der zweite Bauabschnitt geht bis zur Heinrichstraße und zum Schluss bis zur Alten Todenmanner Straße. Aufgrund des bestehenden Busverkehrs in der Friedrichstraße werden die Arbeiten nur in den Sommerferien umgesetzt. Dennoch entstehen Einschränkungen für den Busverkehr für die Haltestellen Ludwigstraße und Friedrichstraße. An diesen Stellen wird der Busverkehr temporär über die Straßen In den Holzäckern, Stettiner Straße, Marienstraße und final über die Alte Todenmanner Straße umgeleitet.

Zum Ende der Sommerferien sind die Hauptarbeiten erledigt, die Sperrung kann dann aufgehoben werden und auch der Schulbus kann wieder passieren. Im weiteren Verlauf des Jahres sind voraussichtlich Nacharbeiten erforderlich. „Diese planen wir separat und sie stellen keine große Einschränkung mehr dar. Bis zum Ende des Jahres sind wir fertig“, sagt Grit Seemann.

Friedrichstraße saniert, Kanalarbeiten folgen im Anschluss

Grit Seemann betont, wie wichtig die Arbeiten sind: „Mit dem Einziehen eines neuen Kanals modernisieren wir das in die Jahre gekommene alte Betonrohr komplett.“ Dass die Bewohner der Friedrichstraße gerade eine zweijährige Sanierung durch die Stadtwerke und der Stadt Rinteln hinter sich haben, ist dem Abwasserbetrieb bewusst. „Die erneuten Einschränkungen bedauern wir natürlich sehr. Dennoch haben wir unsere Arbeiten bewusst gleich im Anschluss geplant, damit die Bürger dann für die nächsten Jahrzehnte von Baustellen verschont werden. Aus logistischen Gründen war es nötig, die neue Asphaltierung abzuwarten. Denn für das Inliner-Verfahren benötigen wir die Kanalschächte“, sagt Grit Seemann.

Sperrung für den Durchgangsverkehr bis Mitte August

Durch das moderne Inliner-Verfahren kann ein Aufreißen der Straße – und damit eine langwierige Vollsperrung – vermieden werden. Im Vergleich zu einer offenen Kanalsanierung ist dieses Verfahren auch kostengünstiger. Bei dieser innovativen Arbeitsweise wird ein mit Kunstharz getränkter, flexibler Schlauch über einen Kanalschacht in das alte Rohr eingebracht und bis zum weiteren Schacht durchgezogen. Nach dem Aushärten bildet er ein neues, stabiles Rohr – sozusagen eine neue Innenauskleidung für die alten Betonrohre. Jedoch reicht für eine Strecke von 840 Metern ein einziger Schacht nicht aus, auch wegen des Gewichts des Inliners – er wiegt mehrere Tonnen. Die weiteren Kanalschächte dienen dazu, die Arbeiten in Etappen ausführen zu können.

Das passiert in den nächsten sechs Wochen

Bevor der Inliner durch den Kanal gezogen werden kann, müssen Vorarbeiten geleistet werden. Dazu gehört etwa das Reinigen des Kanals mit Hochdruck, um Ablagerungen, Fett oder Wurzeleinwuchs zu entfernen. Mit einem Fräsroboter werden Versätze, einragende Dichtungen oder Inkrustationen entfernt. Im Anschluss daran ziehen die Fachkräfte ab der zweiten Juli-Hälfte für zwei Wochen die Inliner ein.

An den Übergängen zwischen Hauptkanal und Hausanschlüssen setzt der Bautrupp so genannte Hutprofile ein. Diese passgenauen Formteile dichten die Anschlussstellen dauerhaft ab und sorgen dafür, dass der sanierte Kanal auch an diesen sensiblen Übergängen dicht bleibt. Eine besondere Herausforderung für das Team bildet das Profil des Mischwasserkanals. Es handelt sich um ein so genanntes Ei-Profil, eine Sonderform, die im Kanalquerschnitt an ein aufrechtstehendes Ei erinnert. Die Ei-Form bietet Vorteile: Fließt gerade wenig Wasser, ist im schmalen unteren Bereich die Fließgeschwindigkeit höher. Bei viel Wasser steht mehr Volumen zur Verfügung, der Kanal kann durch das Ei-Profil mehr Wasser aufnehmen.

Die Ei-Form stellt jedoch besondere Anforderungen an den Inliner, denn er muss sich beim Aufweiten gleichmäßig an die Rohrwand anlegen, damit keine Falten entstehen. Obwohl der Inliner nur eine Dicke von knapp 10 Millimetern hat, ist er sehr schwer. „All diese komplexen Voraussetzungen erfordern, dass wir bei einer Strecke von 840 Metern abschnittweise vorgehen müssen, also von Schacht zu Schacht, aber je nach Möglichkeit auch über mehrere Schächte“, erläutert Grit Seemann.

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Eine weitere Herausforderung bildet auch die Umleitung des Abwassertransportes während der Sanierung. Es gibt eine so genannte „Bypasshaltung“ über die Kanäle in der Waldkaterallee als Umleitungsstrecke. Dadurch kann der Einsatz von Pumpen vermieden werden. Wenn das neue Rohr installiert ist, erfolgt im Anschluss noch eine Sanierung der Schächte.

(pr; vu / Fotos: dv)

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