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Fünf Stunden in der Weser: Extrem-Schwimmer kraulen von Rinteln bis nach Minden

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Die ersten Reaktionen waren nicht gerade positiv. „Schwimmen in der Weser? Die hat starke Strömungen, das ist gefährlich“, so prasselte es dem 46-jährigen Marcus Reineke aus Rinteln entgegen. Der 2015er Sieger beim Inselschwimmen Nordeney über 8,2 Kilometer und 2016er Deutscher Meister und Norddeutscher Meister in der Altersklasse 45-49 über 5 Kilometer Freiwasser war auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Da kam ihm Anfang diesen Jahres die Idee: „Man könnte doch von Rinteln bis nach Minden schwimmen.“ Die Distanz beträgt rund 40 Kilometer.

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Flussaufwärts (mit Kanu-Begleitung) fürs Foto: Am 3. September krault Marcus Reineke zusammen mit seinen Schwimm-Kollegen in Richtung Minden.

Zunächst, so Reineke, wollte er das Vorhaben als Einzelner in Begleitung eines Kanus bewältigen. Doch über die vielen Jahre seiner Extremschwimmer-Karriere lernte er einige Sportler kennen, die mindestens genau so begeistert von der Idee sein könnten. So fragte er in Freundes- und Bekanntenkreisen herum und alsbald trafen die ersten Zusagen ein. Unter den Teilnehmern: Markus Kampmeier und Manfred Groß aus Rheda-Wiedenbrück, die 2015 die Meerenge von Gibraltar nach Afrika durchquerten, sowie weitere Hochleistungsschwimmer. Aus der Idee wurde ein konkreter Plan, der jetzt zur Vollendung gebracht werden soll.

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Am Samstag, dem 3. September, starten 17 Schwimmer beim Rintelner Kanuclub um 9:00 Uhr morgens mit ihren Begleitpaddlern und schwimmen flußabwärts bis nach Minden, wo sie an „Kanzlers Weide“ wieder aus dem Wasser steigen. Ab Vorabend findet bereits ein Treffen im Weserangerbad mit Vorbesprechung und kleinem Hindernisparcours in der Weser statt.

Durch die gleichzeitig stattfindende Weserberglandrallye, einer Kanuwanderfahrt mit mehreren hundert Booten, ist für die Logistik und Begleitung der Extremschwimmer gesorgt. Jeder Teilnehmer erhält ein begleitendes Kanu, das ihn mitsamt seiner Verpflegung eskortiert. Jeder Sportler wird eine „Restube“-Boje mit sich führen. So ist er besser sichtbar und kann sich im Falle eines Notfalls daran festhalten.

Reineke schätzt die Weserströmung auf vier bis fünf Kilometer pro Stunde. „Dadurch sollten die Sportler ihr Ziel in Minden nach 4,5 bis 5,5 Stunden erreicht haben“. Ein Wettkampf solle es aber nicht werden, zunächst noch nicht in diesem Jahr. Dennoch erhält jeder Teilnehmer eine Urkunde mitsamt Medaille. Sponsoren wie Sparkasse und Volksbank unterstützen das Extrem-Weserschwimmen und helfen, Kosten für Verpflegung und Organisation im Rahmen zu halten. Spezielle Kleidung trägt der 46-jährige für sein Vorhaben übrigens nicht, nur eine eng anliegende Hose. Lockere Kleidung bremst zu sehr, wenn sie sich mit Wasser vollsaugt und umherflattert. Und ein Neopren-Anzug macht den Schwimmer zwar schneller, doch auf Dauer scheuert das Material die Haut wund. Und wenn daraus mal ein Wettrennen werden sollte, kann man ja immer noch darüber nachdenken!

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