(Rinteln) Bei den Anfragen im Ortsrat kommt aus den Reihen der lokalen Politik immer der „…ganz normale Wahnsinn des Alltags“ aufs Tablett – von Bauprojekten bis zum Frust an der Sperrmüllannahme.
Die AWS-Anfrage von Iris Melsa (CDU) hatte es in sich und die von ihr geschilderte Situation könnte sich – mit etwas Fantasie und Vorstellungskraft – genau so abgespielt haben:
„Der Motor brummt leise, die Auspuffgase steigen in der Abendsonde auf. Seit genau 45 Minuten steht der Kombi in der Schlange vor der Sperrmüllannahmestelle. 45 Minuten, in denen der Blick ungeduldig zwischen dem Vordermann und der Armaturenbrett-Uhr hin und her gewandert ist. Endlich rückt die Kolonne vor. Nur noch wenige Meter trennen die erschöpften Bürger von der Erlösung – dem Moment, in dem die schweren Möbelteile und Kisten endlich aus dem Kofferraum in die Container wandern können.
Doch dann: Ein herrisches Winken. Das Rollo schließt sich, die Schranke bleibt unten. Genau um 18 Uhr ist Feierabend. Vor der Nase der wartenden Menschen schließt sich die Pforte. Wer es bis dahin nicht ganz nach vorne geschafft hat, hat Pech gehabt. Umsonst gewartet, umsonst Sprit verbraucht, umsonst die dreiviertel Stunde Lebenszeit im Rückstau geopfert.
Mit leeren Händen und einer dicken Ladung Frust heißt es jetzt: Motor wieder an, den ganzen Sperrmüll wieder ausladen und in der nächsten Woche das Spiel von vorne beginnen. Oder? Vielleicht motiviert das auch den einen oder die andere dazu, den Müll einfach in der Umwelt abzulagern?“
Im Ortsrat sorgte dieser alltägliche Ärger, den Ortsrätin Iris Melsa mit den Worten „Das kann doch wohl nicht sein“ auf den Punkt brachte, für heftiges Kopfschütteln. Die Verwaltung kündigte an, der Sache bei der AWS nachzugehen – schließlich sollte Service am Bürger anders aussehen, als die Menschen nach Dreiviertelstunden des Wartens einfach wegzuschicken.
Weitere Anfragen im Ortsrat:
Prof. Dr. Gert Armin Neuhäuser (RI) wollte wissen, wie es am Brückentor weitergehen, wie auf der IMMAC Baustelle der Stand ist und warum der „Tag des Bades“ noch vor der Kommunalwahl stattfinde: „Ein Schelm, der Böses dabei denkt und die Veranstaltung als Wahlkampf einstuft“, so Neuhäuser.
Matthias Wehrung (CDU) wollte wissen, wie es um die Deichbaustelle in der Ost-Contrescarpe steht. Hier, so Stefan Eggert-Edeler, stehen die Bauarbeiten vor dem Abschluss. Auch am Direktorenhaus des Kinderschutzbundes tut sich etwas: Ein Termin mit dem Sachverständigen der Versicherung steht.
(pr)
























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