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Gegen Einbrecher: Rintelner Polizei setzt wieder auf Prävention

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Die Tage werden wieder kürzer und rufen damit auch wieder vermehrt Einbrecher auf den Plan. In dieser dunklen Jahreszeit fährt die Polizei Rinteln wieder ihre Präventionsstreife um in der Bevölkerung auf Gefahren durch Nachlässigkeit und Sorglosigkeit bei Haus- und Wohnungsbesitzern hinzuweisen. Neben der sichtbaren Präsenz der Polizeibeamten geht es auch darum, zu sehen, wo mögliche „Schwachpunkte“ bei Wohnhäusern bestehen. Hohe Hecke, Fenster auf Kipp, offene Garage und kein Auto drin, der Briefkasten quillt über? Werden die Beamten auf solche Dinge aufmerksam, suchen sie das direkte Gespräch mit den Bewohnern. Ist niemand zuhause, hinterlassen sie eine Nachricht im Briefkasten und melden sich zu einem späteren Zeitpunkt telefonisch bei den Bürgern.

„Ein aufgebrochenes Auto ist ärgerlich“, weiß Polizeichef Wilfried Korte, „doch wenn der Einbrecher in die eigenen vier Wände eindringt, möglicherweise die Schmuckschatulle auf dem Ehebett durchwühlt und die Privatsphäre derart verletzt, dann sind derartige Opfer oftmals traumatisiert, dass der eigene und sichere Bereich verletzt wurde.“

Man kann einiges dafür tun, Einbrechern das Leben schwer zu machen: Abschließbare Fenstergriffe, Bewegungsmelder mit angeschlossener Beleuchtung – oder einfach nur ein Hund. „Wenn der Wohnung ein Hund bellt, geben die Einbrecher in der Regel auf“, erklärt Korte, „ebenso wenn es zu lange dauert. Wo die in zwei bis vier Minuten nicht reinkommen, gehen sie oftmals weg. Das Risiko, entdeckt zu werden, ist zu groß.“

Die Beamten der Präventionsstreife gehen dabei offen erkennbar als Polizei zu Werke, aber auch als Zivilstreife. Das habe schon zu Anrufen der besorgten Nachbarn bei der Polizei geführt, beweist aber auch die Aufmerksamkeit in der Nachbarschaft, so Korte.

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Beim Pressegespräch mit Vertretern der Polizei Rinteln unterstützt auch Landtagsabgeordneter Karsten Becker die Runde mit Statistik und Wissen. So berichtet Becker, der Höchststand an Einbruchsdelikten sei niedersachsenweit im Jahr 1993 mit 32.045 Taten registriert worden. Im Jahr 2015 wurden 16.575 Taten registriert. Bundesweit liegt die Zahl höher. „Trotzdem zuviel“, bringt Becker die Sache auf den Punkt. Er appelliert an Hausbesitzer, sich Rat zur Sicherung der Eigenheime zu holen. Das kann bei der örtlichen Polizei geschehen, oder man lässt einen polizeilichen Berater zu sich in den Verein kommen.

Parallel dazu, so Becker, habe man in Niedersachsen so viele Polizeibeamte wie nie zuvor im Dienst. 150 Stellen seien über die altersbedingt ausgeschiedenen Polizeikräfte hinaus eingestellt worden. In den Folgejahren soll diese Praxis beibehalten werden. Allerdings seien auch die Belastungen für Polizisten in den vergangenen Jahren gestiegen, etwa durch neue Formen der Kriminalität, Bevölkerungswachstum und anderes. Den schnellen Ruf aus der Bevölkerung nach mehr Polizei um Einbrüche wirksamer zu bekämpfen, hält er für übereilt. Wenn es beispielsweise in einem Fall keinerlei Spuren oder Täterhinweise gebe, mache es keinen Unterschied ob ihn fünf oder zehn Polizisten bearbeiteten: „Das Ergebnis ist das gleiche, der Fall kann nicht gelöst werden.“

Gute Spuren und aufmerksame Nachbarn sind das A und O bei der Aufklärung. Daher bekommen auch die Bewohner in der Umgebung bei einem Einbruchsfall einen Fragebogen in den Briefkasten gesteckt. Wer Kontrollanrufe, Auffälligkeiten oder andere verdächtige Dinge gesehen hat, soll sich schnellstens bei der Polizei melden. Da die Täter oft in Autobahnnähe zuschlagen, sind sie oft auch spurlos verschwunden. Ein KFZ-Kennzeichen oder gar ein Foto von verdächtigen Handlungen und Personen können da viel zur Aufklärung beitragen. „Wir haben auch eine hohe Quote ein Einbruchsversuchen“, ergänzt Korte, „die Täter sind also nicht erfolgreich gewesen und haben aufgegeben. Entweder weil sie gestört wurden, oder weil es zu lange gedauert hat.“ Etwas Statistik zum Schluss: Im Zeitraum vom 1. Januar bis 17. Oktober diesen Jahres sind im Aufgabengebiet der Polizeiinspektion 38 Einbruchsdelikte registriert worden, davon blieb es 18 mal beim Versuch. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres, so die Statistik, waren es 43 Taten (davon 13 Versuche).

Das kann ein Zeichen für den Erfolg der Präventionsarbeit der Rintelner Polizei sein. „Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung sind jedenfalls ausnahmslos positiv“, weiß Korte.

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