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Gemütliche Gelassenheit: Rathausgalerie eröffnet Ausstellung „Cuba“ von Rolf Fischer

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Wo zur Eröffnung einer neuen Ausstellung in der Rathausgalerie liebliche Flötentöne oder Violinenklänge erklingen, schallte dieses Mal kubanischer Salsa durchs Treppenhaus. In 22 Motiven zeigt Fotograf Rolf Fischer noch bis zum 22. Juni eindrucksvolle Momente aus dem Land in der Karibik, das viele stets mit Zigarren, Rum und guter Laune verbinden. Dabei kam Fischer, der 2015 den Sprung vom Bankenbusiness in die Fotografie wagte, durch einen glücklichen Zufall zu seiner Bilderserie. Er begegnete eines Tages seinem Freund Peter, der ihm eröffnete, in zehn Tagen stehe eine Reise nach Kuba an. Kurz entschlossen kümmerte sich Fischer um einen Flug und eine Unterkunft in einer Privatpension – und stellte fest, dass sein Reisepass abgelaufen war. Im Eilverfahren wurde ein neuer ausgestellt und ab ging die Post.

Rolf Fischer ist vielen Rintelnern als Fotograf für den beliebten Volksbank-Kalender bekannt. Hier zeigt er eines seiner Motive aus der neuen Ausstellung „Cuba“.

Nach einem zehnstündigen Flug, so berichtete der Rintelner Fotograf bei der Ausstellungseröffnung, lande man in einer anderen Welt. Bei 32 Grad und 85 Prozent Luftfeuchtigkeit brauchte es eine Weile, bis sich Körper und Geist an die Wetterbedingungen angepasst hatten. Seine Pläne, Panoramen, Architektur und Nachtfotos aufzunehmen, verwarf Fischer vor Ort wieder und widmete sich der überwältigenden Freundlichkeit, Gelassenheit und Lebensfreude der Menschen in Havanna. Er bekam Einblicke in Fleischereien, Friseursalons, durfte in fremden Wohnzimmern auf den Auslöser drücken und fing so unverwechselbare Momente und Charaktere mit seiner Digitalkamera ein. Seine Ausrüstung beschränkte er aus Sicherheitsgründen auf eine kleine Kompaktkamera. Mit der konnte er viel entspannter und unauffälliger fotografieren und vermied das große Aufsehen und eventuelle „Begehrlichkeiten“, die seine große Spiegelreflexausrüstung möglicherweise geweckt hätte. So hat er unzählige Male abgedrückt und eine intensive Atmosphäre einfangen können, die größtenteils in schwarz-weiß umgewandelt wurde und eindrucksvolle Momente so darstellt, wie man sie aus vielen Fernsehsendungen und Reisekatalogen kennt. Da gibt es Fassaden, an denen der Putz bröckelt – aber auf eine charmante Art und Weise. Stromleitungen werden frei hängend und improvisiert verlegt – und am Ende baumelt eine Energiesparlampe in der Fassung. Ein Fischer lächelt in die Kamera. Sein Gesicht ist von der karibischen Sonne gegerbt und von Falten gezeichnet – und doch strahlt er eine Ruhe und Gemütlichkeit aus, die faszinierend scheint. Die Grundzufriedenheit der Menschen auf Kuba, so erklärt es Fischer, sei höher als hierzulande. Die Bereitschaft, sich fotografieren zu lassen und den Fremden mit der Kamera ins eigene Leben zu lassen, sie war überwältigend groß. Die materiellen Güter und der Wohlstand spielen in dem traditionellen Kuba eher eine untergeordnete Rolle, wie zu erfahren war. Mit seiner Ausstellung „Cuba“ ist es Fischer gelungen, diese unterschwellige Botschaft bis über den „großen Teich“ in die hiesigen Amtsstuben zu transportieren.

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