Am Samstag stürmischer Wind und Regen, der Sonntag nasskalt und ungemütlich, da sollte man meinen dass es kaum jemanden vor die Tür lockt. Doch weit gefehlt. „Der Brennholz- und Bauernmarkt ist eine der erfolgreichsten Veranstaltungen im ganzen Jahr“, lobt Hartmut Hakenbeck von der gleichnamigen Bäckerei. Der Dauergast auf dem Rintelner Wochenmarkt weiß auch, warum: „Wochenlang war nix mehr los. Die Leute zieht es in die Stadt und Rinteln liegt mit dem Veranstaltungstermin weit vorne!“

Den „Schietwetter-Samstag“ nutzten viele Besucher zur Holzbestellung. „Da sind jede Menge Stammkunden der Brennholzlieferanten“, sagte Marktmeister Daniel Jakschik, „die sichern sich ihr Feuerholz zu Messepreisen und bekommen es meist gleich nach Hause geliefert. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ Und in der Tat: Am Sonntag wurde es dann richtig voll in Rintelns Innenstadt, bis am Nachmittag der Regen kam. Kinderkarneval, das Häppchen- und Schnäppchen-Wochenende des Einzelhandels und der Brennholz- und Bauernmarkt ließen die Parkplatzsuche rund um Rinteln zum Lottospiel werden. Auf weiten Teilen der Dankerser Straße war der Grünstreifen zugeparkt, am Weseranger staute sich der Parkplatzsuchverkehr in langen Reihen und auch innerstädtisch bekamen nur Glückspilze noch einen Platz fürs heilige Blechle.
64 Aussteller zählte Jakschik auf, einige sagten kurzfristig aufgrund der Wetterlage am Samstag ab, kamen nur am Sonntag. Vertreten war die ganze Bandbreite an rustikalen Sehenswürdigkeiten, von Wurzelbürsten bis zu Holzmöbeln aus dem Harz. Auch dabei: Hightech aus Möllenbeck.
Zum ersten Mal beim Brennholz- und Bauernmarkt mit dabei war Michael Stiak aus Möllenbeck. Mit im Gepäck: Flammlachsbretter zur heimischen Zubereitung der geräucherten Spezialität. Dabei wird eine wunschgemäß gesalzene Lachshälfte auf ein Holzbrett gespannt und mittels einer aus Edelstahl mittels Laser ausgeschnittenen Metallvorrichtung über einen Grill oder eine Feuerschale gelegt. Nach rund 45 Minuten ist der Lachs fertig gegart. Die Kostproben gingen weg wie warme Semmeln, die Bretter verkauften sich sehr gut. „Ich habe mit einem Kollegen gewettet, dass ich zehn Flammlachsbretter verkauft bekomme – und gewonnen!“, freute sich der Möllenbecker. Der Verlierer weilt derweil in Österreich im Urlaub und muss nun den Wetteinsatz – Rasenmähen in Stiaks Sommerurlaub – einlösen.

In die Herzen der Brennholzmarkt-Besucher sägte sich auch dieses Jahr wieder Forstwirt Kai Gerulat. Was andere verfeuern, verwandelte der Künstler mit der Kettensäge zu Vogelhäusern und Eulenskulputuren. Gerulats bevorzugtes Material: Lärchenholz. Gute zwei Festmeter verschnitzte er mittels verschiedener Sägen in Rekordzeit auf der Rintelner Marktplatzbühne. Praktische Tipps inklusive: „Die Figuren mit offenporiger Holzlasur streichen“, riet er einem Käufer.

Über sehr viel Interesse an der Beratungskampagne „Mach Dein Haus fit!“ freuten sich auch Energieberater Frank Rinne, Manfred Nowak von den Stadtwerken und der Klimaschutzmanager des Landkreises, Horst Roch. Viele der Interessenten seien bereits auf der Auftaktveranstaltung im Rathaus dabei gewesen und hätten die Gelegenheit für persönliche Gespräche im gemeinsamen Stand der Stadtwerke und des Landkreises genutzt, hieß es. Wobei sich Minusgrade und etwas Schnee sicher nicht schlecht gemacht hätten. Über das Thema Energiesparen spricht es sich schließlich am Leichtesten, wenn man aufgrund der Jahreszeit auch an den Verbrauch denken muss.



























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