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Hohenrode: Polizeitaucher sucht nach Grund für Ölaustritt

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(Hohenrode) Nachdem die mutmaßliche Stelle des Ursprungs für die Verunreinigung der Weser durch einen Ölfilm gefunden wurde, fand heute ein Tauchereinsatz der Polizei statt.

An der vermuteten Stelle in der Weser bei Hohenrode, nahe der Auenlandschaft (wir berichteten), machte sich heute ein achtköpfiges Einsatzteam der Bereitschaftspolizei Hannover auf die Suche nach der Ursache für das ausgelaufene Öl. Im Vorfeld waren Vermutungen geäußert worden, die stark nach Heizöl riechende Substanz könnte möglicherweise aus einem Fass, Tank oder gar Fahrzeug ausgetreten sein. Ein Taucher ging laut Auskunft der Wasserschutzpolizei Nienburg heute vor Ort in der Weser ins Wasser. Gleichzeitig wurde der Uferbereich in der „Bucht“ abgesucht.

Das ernüchternde Ergebnis: Es wurde in diesem Bereich nichts gefunden, was als Quelle der Verschmutzung ausgemacht werden könnte. Durch das Absuchen des Ufers seien zwar festhängende Reste der Substanz wieder aufgewirbelt worden, hieß es. Dadurch seien zwar erneut Ölschlieren ins Wasser gelangt, die eindeutige Herkunft des Öls aber, die von vielen erwartet wurde – sie steht nach wie vor nicht fest. Fahrzeuge im Kiesabbaugebiet wurden dem Vernehmen nach bereits frühzeitig als Verursacher ausgeschlossen.

Wird das Rätsel um die Umweltverschmutzung jemals aufgeklärt? Das weitere Vorgehen werde jetzt mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt abgesprochen, hieß es bei der Wasserschutzpolizei. Ob möglicherweise ein Boot mit Sonartechnik zur weiteren Absuche zum Einsatz kommt, steht noch nicht fest.

Der NABU Rinteln hat unter anderem aufgrund unserer Berichterstattung von dem mutmaßlichen Schadstoffaustritt in der Nähe der Auenlandschaft Hohenrode erfahren. Wir haben den Vorsitzenden Dr. Nick Büscher um einen Kommentar gebeten:

„Wir hoffen, dass man die Ursache für die Verunreinigung der Weser bald findet und die weitere Verschmutzung des Fließgewässers unterbinden kann. Einerseits sind wir erleichtert, dass die Gewässer innerhalb des Naturschutzgebietes Auenlandschaft Hohenrode nicht unmittelbar betroffen sind, andererseits macht uns die fortschreitende Verunreinigung der Weser Sorgen. Es ist noch nicht abzuschätzen, welcher Umweltschaden dadurch entstanden ist und immer noch entsteht. Umso mehr hoffen wir, dass man nicht nur die Ursache, sondern auch den Verursacher feststellen und zur Rechenschaft ziehen können wird.“

Doktorsee-Geschäftsführer Uwe Deppe zeigt sich verwundert darüber, dass keinerlei Maßnahmen zur Öleindämmung getroffen wurden. Wie er ausdrücklich betont, ist der Badesee davon allerdings nicht betroffen, da er keine Verbindung zur Weser besitzt. Aber in den Doktorsee 2 mit seinem Yachthafen, seien „erhebliche Mengen“ des Öls gelaufen, teilt Deppe auf Anfrage mit. Teils strömungsbedingt, teils durch den gesunkenen Wasserpegel der Weser, sei davon allerdings inzwischen nicht mehr viel zu sehen. (vu/Archivfoto)

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