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Innovative Wasserstofftechnologie bringt High-Tech ins Rintelner Rathaus

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(Rinteln) Die heimischen Stadtwerke haben in das Rathaus der Stadt Rinteln eine Brennstoffzelle des Typs BlueGEN 15 der Firma SOLIDpower einbauen lassen. Die Veränderung drängte sich förmlich auf. Die alte Heizungsanlage, ein Blockheizkraftwerk, war abgängig. Für das neue Modell gab es Zuschüsse. Der „High-Tech-Kasten“ wiegt rund 250 Kilogramm und ist dabei nur unscheinbare 1,20 Meter hoch, 55 Zentimeter breit und 80 Zentimeter tief – und er hat es in sich.

Der BlueGEN nutzt die innovative Brennstoffzellentechnologie, um das Rathaus in der Klosterstraße 19 zuverlässig mit Energie zu versorgen. Direkt vor Ort installiert und mit dem Gasanschluss verbunden, wandelt der BlueGEN die Energie aus Erdgas durch eine elektrochemische Reaktion in Strom und Wärme um. Dadurch bringt er unabhängig vom Wärmebedarf konstant – 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche – 1,5 kW elektrische Leistung und erzeugt über 13.000 kWh Strom pro Jahr. Somit wird der höchste elektrische Wirkungsgrad von bis zu 60% erreicht.

Der BG-15 ist als sogenannte Beistelllösung zur vorhandenen Heizung konzipiert und wird über einen Warmwasserspeicher mit der vorhandenen Heizanlage kombiniert. Dadurch wird die Heizung zu einer „stromerzeugenden Heizung“ aufgewertet und kann darüber hinaus die zusätzlich erzeugte Wärme nutzen. Der Einsatz des BG-15 verbessert die gesamte Gebäudeeffizienz. Der Betrieb ist sehr geräuscharm und frei von Vibrationen. Weiterhin ist auch die Anbindung an erneuerbare Wärme- und Stromquellen wie Solarthermie, Photovoltaik und Wärmepumpen in der Regel problemlos möglich.

Von links: Bürgermeister Thomas Priemer, Eckel-Geschäftsführer Marlon Eckel und Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Peterson mit der neuen Brennstoffzelle im Heizungsraum des Rintelner Rathauses.

Die Brennstoffzelle ist dabei ein weiterer Baustein in einer zukunftsorientierten Ausrichtung. Bürgermeister Thomas Priemer ist von der neuen Technologie begeistert. Im Rat werde schon seit Jahren ein Energiesparkurs verfolgt, vor rund einem dreiviertel Jahr habe man den Beschluss gefasst, bis zum Jahr 2035 CO2-neutral zu werden und erst kürzlich sei die Stadt der Energieagentur Schaumburg beigetreten, erklärte Priemer. Er sei von der Wasserstofftechnologie als Energieträger der Zukunft überzeugt. Zu jeder technischen Aufrüstung, so Priemer, gehöre auch ein wirtschaftlicher Aspekt. Der sei unter anderem damit gegeben, dass man den vor Ort erzeugten Strom nicht aus dem Netz nutzen müsse, verdeutlichte Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Peterson.

Geliefert und montiert wurde die Anlage von der Firma Eckel Versorgungstechnik GmbH aus Rinteln. Deren Geschäftsführer, Heizungsbaumeister und Installateur Marlon Eckel, gibt an, dass der Betrieb Anfang 2019 zum Einbau solcher Brennstoffsysteme zertifiziert worden sei und als einzige Firma in Schaumburg solche Anlagen einbauen dürfe. Die Kosten des Brennstoffzellensystems betragen rund 36.000 Euro. Zu den Investitionskosten hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie über die KfW einen Zuschuss in Höhe von 12.450 Euro gezahlt. Für die Stadtwerke Rinteln bedeutet die Investition in die Brennstoffzelle den Einstieg in die Wasserstofftechnologie, einem für die Stadtwerke wichtigen Zukunftsthema, das auch vor dem Hintergrund der Wasserstoffregion Schaumburg immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Wie funktioniert eine Brennstoffzelle?

Eine einzelne Brennstoffzelle ist eine Membran, die auf der einen Seite mit Sauerstoff und auf der anderen Seite mit Wasserstoff beladen wird. Der Sauerstoff entstammt der Umgebungsluft, während der Wasserstoff durch einen Prozess aus Erdgas gewonnen wird. Die speziellen Eigenschaften der Zelle sorgen dafür, dass der Sauerstoff die Membran durchdringt, um sich mit dem Wasserstoff zu verbinden. Bei diesem Vorgang entsteht eine elektrische Spannung, die als nutzbare elektrische Energie ausgegeben wird. Da eine einzelne Zelle nur eine geringe Spannung bietet, werden mehrere Zellen zu einem Brennstoffzellen-Stapel (sog. Stack) zusammengefügt.

Mit dem BlueGEN BG-15 wird der eigene Strom dort erzeugt, wo er verbraucht wird. Damit wird der Strombezug aus dem Netz reduziert. Die Stromerzeugung mit dem BlueGEN BG-15 vermindert die CO2 Emissionen im Vergleich zum Bezug aus dem Netz um mehr als die Hälfte. Da die Brennstoffzelle den Treibstoff nicht verbrennt, entstehen auch keine Stickstoff- oder Schwefeloxide. Damit wird mit Brennstoffzellen ein wichtiger Beitrag zur Energiewende geleistet.

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