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Insektenparadies in der Meierstraße: In Exten blüht künftig was

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In Exten fiel jetzt der Startschuss für das Mitmach-Projekt „Hier blüht Euch was!“ des NABU Rinteln. In der Meierstraße entsteht ein mehrjähriger Blühstreifen gemäß dem Aktionplan Bienenschutz, der im Rat der Stadt Rinteln verabschiedet wurde. Neben einem Paradies für Insekten soll der mehrere Meter breite Ackerstreifen mit seiner sprießenden Vielfalt auch Augenweide für Anwohner und Besucher sein. Björn Giese und Margarete Requardt-Kastning bewirtschaften die Flächen auf der gegenüberliegenden Seite des Friedhofs. Sie sagten spontan zu, als Oberstudienrätin Maria Rollinger mit der Idee vorsprach und um Unterstützung warb.

Am heutigen Mittwoch griffen Kinder der Klassen 3a und 4a der Grundschule Exten zusammen mit Kindern aus den Klassen 5 und 6 vom Gymnasium (Projektgruppe Begabtenförderung) zu Saatmischungen und Blumensamen und säten die Samen ein. Solche Begrünungsmaßnahmen sind laut NABU sogar förderfähig, unterliegen allerdings einigen bürokratischen Hürden: Der Landwirt muss auf jegliche Nutzung der Fläche verzichten, ebenso auf den Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln. Ebenso darf die Fläche nicht überfahren werden. „Für die nächsten fünf Jahre haben Requardt-Kastning und Giese dies zugesagt“, heißt es von Seiten des NABU Rinteln.

Blühende Landschaft: Auf rund sechs Metern Breite erblühen zukünftig bunte Blumen entlang der Meierstraße in Exten.

Unterstützt wird das Projekt vom Ortsrat Exten und dem städtischen Bauhof. Der Grasstreifen ist Gemeindeeigentum und wird laut NABU als „Hundeklo“ und Gelegenheitsparkplatz von Anwohnern und Friedhofsbesuchern genutzt. Für Wildtiere ist er bisher praktisch wertlos. Wenn demnächst dort die Grasnarbe abgetragen und neuer Schotter aufgetragen wird, sollen sich statt Gras auf dem nährstoffarmen Substrat blütenreiche Wildpflanzen entwickeln, die auch dann noch bleiben, wenn der Ackerrandstreifen nach fünf Jahren umgepflügt wird. Auf Höhe des „Knickkrugs“ kann man diesen Effekt auf dem Schotterstreifen zwischen Radweg und Landstraße beobachten. „Insektenhabitat und Parkstreifen“, so Rollinger, „das ist schon ein Experiment. Wenn es klappt, ist es genial. Dann fehlen uns nur noch die Hundehalter an Bord.“

Fürs Foto werfen einige der Kinder die Saatmischung in die Luft. Die Blumensamen werden anschließend mit einer Rolle in den vorbereiteten Ackerstreifen eingewalzt.

Der NABU lädt herzlich zum Mitmachen ein, ob im eigenen Garten, auf dem Balkon oder auf einer öffentlichen Fläche. Infos über die richtige Blütenmischung sowie Art und Zeitpunkt der Bodenvorbereitung gibt es per E-Mail unter hierbluehteuchwas-rinteln@t-online.de, sowie per Telefon unter 05751/9719314. Die NABU-Aktiven hoffen angesichts des großen Interesses und der Kapazitätsgrenzen, dass es der Stadtverwaltung in absehbarer Zeit gelingt, eine Fachkraft zu engagieren, die den beschlossenen Aktionsplan verantwortlich entwickelt und koordiniert.

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