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Ist der Kadosch ein Sexist?

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Wenn es nach Frau Professor Julia Becker von der Universität Osnabrück ginge, wäre ich einer der übelsten Sexisten.

Doch fangen wir von vorn an. Kadosch (heute 72) ist in den Nachkriegsjahren mit 2 verwitweten Großmüttern, einer verwitweten Mutter, einer verwitweten Tante und drei (!) älteren Schwestern, alle in einer Wohngemeinschaft, aufgewachsen. Seien Sie versichert, liebe Leser, damals schon habe ich gelernt, Mädchen und Frauen als ebenbürtig anzusehen. Klaglos ordneten wir uns alle den Kommandos der Großmütter unter, ohne die wohl niemand wirklich von glücklicher Kindheit reden könnte. Noch heute habe ich einen Höllenrespekt und totale Hochachtung vor den Leistungen dieser Frauen.

Frau Becker nun aber sagt, natürlich nach gründlichen Forschungen, einer Frau in den Mantel zu helfen, ihr die Tür zu öffnen, ihr ein Kompliment für das Aussehen zu machen und ihre Kochkünste zu loben, sei in Wirklichkeit „freundlicher oder wohlwollender Sexismus“. Erst, wenn wir Frauen explizit nur wegen eines klugen Beitrages oder wegen ihrer Kompetenz (welche meint sie denn?) loben, dann sei es kein Sexismus mehr.
Das alles diene nur dazu, einen ungleichen Status zwischen Mann und Frau aufrecht zu erhalten. Hab ich da vielleicht etwas verpasst?

Wenn meiner Nachbarin eine Glühbirne austausche oder wenn ich der anderen Nachbarin die schweren Einkaufstaschen trage, wenn ich meiner Freundin beim Einsteigen ins Auto die Tür öffne oder ihr beim Aussteigen hilfreich die Hand reiche, dann bin ich nach Meinung von Frau Professor in Wirklichkeit ein Sexist, freundlich zwar; doch immerhin ein Sexist!. Pfui Teufel, alle Männer sind Schweine!

Und dann erst der Mann in der Küchenwerbung: „Liebling, heute mache ich das Abendbrot.“ Ein übler Sexist, er spricht seiner Frau das kochen können ab, er kann es ja besser. Menno ich denke lieber nicht weiter.

In dem in unserer SZ veröffentlichten Interview mit der Protagonistin vom 24. Februar stellen sich einem beim Lesen die Haare auf. Wohlwollende Sexisten, so nennte sie den Kavalier alter Schule, seien nur der Meinung, sie müssen Frauen beschützen und versorgen, dadurch sollen sich Frauen weniger wert fühlen. Also waren auf der Titanic damals alle Männer Sexisten, denn dort hiess es ja: Frauen und Kinder zuerst retten. Die sich als Helden fühlenden, dem Tod ins Auge blickenden Männer waren einfach nur Sexisten. Damit wollten sie klar den Unterschied im Status zwischen Mann und Frau hervorkehren, weil ja Frauen nicht heldenhaft sterben können.

Doch nun zum Alltag. Es gibt Frauen, die tatsächlich aus diesem Grunde sich im Restaurant nicht in den Mantel helfen lassen wollen. Es gibt Frauen, die sagen, ich glaube Dir nicht, Du bist ja nur ein Mann. Ehrlich gesagt sollte man sich von solchen Individuen (ich spreche absichtlich nicht ein bestimmtes Geschlecht an) fern halten.

Jungs werden in den Schulen nicht gefördert, denn fast alle Lehrkräfte für die frühen Jahrgänge sind Frauen. Jungs haben neuerdings schlechtere Noten, weil Mädchen ja schon früh daran gewöhnt werden müssen, dass alles Männliche negativ ist und sie deshalb „vorgezogen“ werden. Ein modernes schulisches Problem, das nicht zu unterschätzen ist, bereits in den Ministerien heiß diskutiert wird, doch sind viele Kultusminister Frauen.

Na klar können Frauen Glühbirnen eindrehen, sie können auch ganz allein in ein Auto ein- oder aussteigen. Frauen sind intelligent, sind Handwerker, Managerinnen, sind selbstbewusst und schön, wozu hier noch von Sexismus reden. Wir verehren sie und wollen nur höflich sein, doch wir sind doch nicht per se Sexisten. Hier spinnt Frau Becker wohl ein wenig, auch wenn sie Einschränkungen machen muss, das gelte nur, wenn Frauen auf ihr Aussehen oder ihre Kleidung reduziert werden. Hmmm, für mich gilt immer der gesamte Mensch, ob Mann oder Frau.

Heute Morgen kam eine junge Frau mit einem Kinderwagen und wollte in die Bäckerei. Ich sprang auf und öffnete ihr die Tür – sie hat sich gefreut und bedankt. Ob diese Frau wohl dabei an „wohlwollenden Sexismus“ gedacht hat?
Frauen sind nach Frau Becker natürlich niemals Sexisten – neiiiin!

Ein fröhliches, sexistisches Leben wünscht Euch
Euer Kadosch

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