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Kadosch hat eine Vision

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Singen und klingen soll es im Blumenwall auch in den nächsten Jahren und der ökumenische Gottesdienst zum Auftakt soll unbedingt ökumenisch bleiben.

Richtig ökumenisch aber würde er sein, wenn bei der Gottesdienstfeier nicht nur christliche Ökumene Bestand hätte. Wie schön wäre es doch, wenn die Fürbittengebete an Gott nicht nur von Christen gesprochen werden, sondern Muslime oder Juden mitwirken würden. Haben wir doch alle den gleichen Gott, nur mit anderen Namen. Auch ein christlich orthodoxer Patriarch wäre willkommen.

Die vereinigten Rintelner Chöre laden neben altbekannten Männergesangvereinen und gemischten Chören auch einen Rintelner Chor der Asylbewerber und Flüchtlinge (RCAF) zum Mitsingen ein, begleitet von einer afrikanischen Rhythmusgruppe und der Organistin Frau Fischer auf dem Klavier.

Viktor Pidpalyy begleitet schmissig mit seinem Akkordeon eine bunte afrikanische Tanzgruppe dabei, wie sie mit gelben, braunen, grünen, blauen, wehenden Tüchern geschmückt auf der Bühne den 8-Tourigen tanzen.

In einer Ecke des Rosengartens ist eine kleine Schmiede aufgebaut, in welcher Schmiede und Schmiedinnen vieler Länder aus Schwerter symbolisierenden Eisenstreifen Pflugscharen schmieden, dass nur so die Funken fliegen.

Ein kleines Stück weiter ist ein provisorisches Fußballfeld aufgebaut. Der FC Asyl und die Rintelner Truppe trennen sich nach einem fairen aber spannenden Spiel unentschieden stünde dann am nächsten Tag in den Zeitungen.

Die in diesem Jahr vom Pastor vorgeschlagene Trommelgruppe mit Mitgliedern aus vielen Ländern reißt die Zuhörer von ihren Sitzen.

Statt Bratwurscht verkauft man im Pavillon zusätzlich Döner, Fladenbrot oder Couscous. Zu den hausgemachten Torten gesellen sich Spezialitäten aus Afghanistan, aus Syrien, aus Westafrika.

Beim Kaffeestand gibt es neben Filterkaffee auch Pfefferminztee nach südlicher Art mit frischen Blätteraufguss und statt Bier und Wein selbst gemachte Limonaden, zünftig je nach Herkunftsland.

Der Ministerpräsident aus Hannover kommt und die Organisatoren erhalten Orden mit Eichenlaub. Dabei verkündet er, dass sein neuer Adjutant syrischen Hintergrund hat.

Ja, da würde ich auch weiterhin gern den Gottesdienst mitgestalten und noch lange verweilen in dieser multikulturellen Veranstaltung im kosmopolitischen Umfeld eines solchen Blumenwallfestes.

Jedenfalls gefällt mir eine solche Vision besser als die Bilder im Fernsehen zu sehen, in denen Unterkünfte brennen, in denen Bundeskanzler von der rechten Szene beschimpft werden usw.
Haben wir denn immer noch nicht gelernt? Muss denn wirklich alles Fremde sofort Ängste und Aggression auslösen? Warum können wir nicht, wie Old Shatterhand und Winnetou brüderlich zusammen leben? Es muss ja nicht gleich zur Blutsbrüderschaft führen, wäre aber toll!

Liebe Leser, wir Deutschen reisen viel im Ausland herum. Und was sind wir da? Na klar, wir sind dort Fremde und wollen geliebt werden, nicht nur wegen unseres Geldes.

Flüchtlinge verlassen ihre Heimat wie damals unsere Vorfahren, als sie auswanderten nach Amerika oder Australien. Sie waren Wirtschaftsflüchtlinge, wurden nicht so schlimm verfolgt wie manche Volksgruppen in den einigen Ländern heute. Und sind auch Wirtschaftsflüchtlinge unter ihnen, dann sicher nur zu einem geringen Teil.

Ich habe nach dem Krieg die Menschen, die aus den deutschen Ostgebieten vertrieben wurden, ankommen erlebt. Wir alle mussten uns einschränken, bekamen Zwangsuntermieter. Heute stecken wir die vorgesehen Unterkünfte an.

Ich finde das alles total hirnrissig!

Euer Kadosch mit einer Vision

(uk)

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