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Kadosch und Big Brother

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Sie heissen, Christian, Bianca, Hans Christian, Asa, Manuel, usw. und führen uns im Big Brother Haus alle menschlichen Charaktervarianten vor. Ja wenn die Kameras erst einmal vergessen wurden, dann sehen wir uns in ihrem Verhalten im Spiegel.

Immer wieder entdecken wir kleine Charakterschwächen, die auch uns zueigen sind.

Sie haben Angst davor, nicht satt zu essen zu haben, vergessen dabei, dass ihre Großeltern ihre Eltern genau unter diesen Bedingen durch die sog. „Schlechte Zeit“ gebracht haben. Sie wollen erwachsen sein, doch sie wollen nicht wirklich erwachsen werden.

Da ist einer, ein wortgewandter Mann Mitte dreißig, der nichts anderes tut, als zu provozieren. Dem ist kein Teamgedanke, schon gar kein Gruppengedanke je gekommen. Er tut, was er will, ißt den anderen das Essen weg, provoziert am laufenden Band, doch 11 andere Bewohner haben dem nichts entgegenzusetzen. Wie im richtigen Leben.

Der große starke Bär explodiert ständig, bedauert und zeigt dann gleich wieder echte Größe, wenn er sich vor alle hinstellt und sich entschuldigt. Hut ab! Am Beginn der Sendung vor drei Wochen hat dieser Mann lange geschmollt, weil er eine dickliche, ältere (36) Frau zur Teampartnerin bekam. Er weigerte sich ganz einfach, mit dieser Frau etwas zu tun zu haben. Er hat unangenehme Worte gesagt u.v.a.m. Sie hat aber überzeugt. Dennoch, wie armselig war das. Wie im richtigen Leben.

Die vollschlanke, mütterliche, eigentlich schöne Frau hat sehr viel Weisheit aber auch Sendungsbewußtsein. Sie hat, auch verbal, so ziemlich alle im Griff. Doch macht sie sich dadurch bei den jungen nicht immer sehr beliebt. Sieht man das aus meiner, noch einer Generation weiteren Sicht, dann ist sie der strahlende Stern der Gruppe. Wie im richtigen Leben.

Die Zuckerpüppchen können sich irre bewegen, sie haben mit Silikon aufgeblasene Molkereien, sie sind stark tätowiert, haben aber wenig zu sagen. Wie im richtigen Leben.

Da ist dann noch ein kleine, dunkelhaarig gefärbte Partymaus, die hat ihr Gesicht durch Botox oder Operationen so verunstaltet, dass sie sich ständig dick schminken muss. Bei der „Bestrafung“ gegen die einfachsten Camp-Regeln wurde allen für eine Woche die Kosmetika weggenommen. Sie ist fast gestorben, hat krakeelt, heimlich Shampoo verstecken wollen, obwohl sie doch weiß, 24 Stunden am Tag sind Hunderte von Kameras auf sie gerichtet. Pech gehabt – blamiert. Sie ist Mitte zwanzig und es gibt immer noch keine Selbstsicherheit hinter ihrer Maske. Wie im richtigen Leben.

Und die immer alles besser wissende, intrigante Quasselstrippe, sie hat Schreianfälle bekommen. Warum? Sie ist 36 und glaubt nun, sie könnte diese 36-jährige Haut nicht mehr zeigen. Will ihre Tabletten und Salben und Cremes sofort wiederhaben, stampft mit dem Fuß auf. Wie erbärmlich, aber wie im richtigen Leben.

Und dass sich zwei junge Menschen von Ende zwanzig sexualmäßig nicht zurückhalten können, obwohl natürlich auch ihnen die Kameras mit Nachtsichtfilter bekannt sind. Armselig, denn sie sagt, sie hätte jemanden daheim. Fremdgehen wie im richtigen Leben, nur mit Kameras.

Die hübsche Neue, zuerst aufgeregt und vergnügt, ist wie ein graues Mäuschen in dieser Krawallgruppe, blass und unscheinbar. Wie im richtigen Leben.

Ach ja, da ist dann noch der Mr. Thüringen. Er hat bereits mit seinen 23 Jahren hohe Managementaufgaben gehabt (sagt er), viel in der Weltgeschichte herumgereist (sagt er), so und so vieles bereits erfolgreich erlebt (sagt er). Das verbreitet er mit solche Inbrunst, dass man ihm wirklich nicht glauben kann. Selbst die Partymäuse haben ihn durchschaut. Wie im richtigen Leben.

So macht mir die abendliche Big Brother Stunde Fernsehen um zehn nach Zehn auf dem Sender SIXX richtig Freude. Ich amüsiere mich köstlich, auch wenn der vorgehaltene Spiegel schon manchmal ein unangenehmes Kribbeln verursacht.

Es grüßt Euch
Euer Kadosch

(uk)

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