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Kadosch und der Tarot

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Selbstverständlich ist es nicht, sich die Karten legen zu lassen und dann noch daran zu glauben. Natürlich kann ein willkürliches Ziehen von Einzelkarten aus einem noch so geheimnisvoll gemischten Kartenstapel keine Tendenzen des Einzelcharakters herausholen.

Keinesfalls aber kann irgendjemand in die Zukunft sehen, natürlich auch keine Kartenlegerin oder ein Esoteriker-Fan!

Nicht einmal Ratschläge oder Trends ergeben die verschiedenen Legemethoden, ausser Binsenweisheiten aus den ersten Semestern eines Psychologie-Studiums. Dennoch, warum sammelt ein so nüchterner Typ, wie der Kadosch, Tarotkarten und spielt (!) auch gern damit?

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(Foto: uk)

Wikipedia sagt dazu:
„Es gibt grundsätzlich zwei Erklärungsmöglichkeiten dafür, warum das Ergebnis einer Tarot-Lesung Relevanz für die Beantwortung einer Frage haben kann. Die eine ist esoterisch-spirituell, die andere psychologisch.
Die esoterisch-spirituelle oder auch magische Erklärung stützt sich auf den von Carl Gustav Jung geprägten Begriff der Synchronizität und versteht diesen als das gleichzeitige oder zeitnahe Auftreten zweier Ereignisse, die in einem inhaltlich sinnvollen, aber nicht kausalen Zusammenhang stehen. Es besteht nach diesem Erklärungsmodell also eine Parallelität zwischen dem, was in einer Karten-Legung dargestellt wird, und Ereignissen im Leben des Fragenden.

Die psychologische Erklärung sieht in einer Tarotlegung lediglich ein projektives bzw. assoziatives Verfahren; einen Spiegel innerer und äußerer Prozesse. Das Tarotbild wird quasi als ein visuelles Gleichnis zur eigenen Situation erlebt. Nach dieser Erklärung zeigen die Tarotkarten grundlegende, typische menschliche Erfahrungen, die beim Anblick eine subtile emotionale Reaktion hervorrufen, wenn das abgebildete Thema mit der eigenen Befindlichkeit korrespondiert.

In diesem Licht kann der Tarot ein Werkzeug zur Selbsterkenntnis, zum Aufspüren und- oder vorbewusster Gefühle dienen, er wird zum Spiegel des eigenen Selbst. Solchermaßen entmystifiziert wird das Tarot von einigen Psychologen auch im therapeutischen Kontext genutzt.“

Hört, hört! Auch hier gilt die seit Jahrtausenden geltende Binsenweisheit: Man glaubt, was man glauben will!

Schon als Kind sagten wir eindeutig die Zukunft voraus: Reiß Dir ein Haar aus, gib es mir und ich werde Dir die Zukunft erklären. Die Zukunft lautete stets: Wenn Du so weiter machst, dann hast Du bald eine Glatze.

Nichts anderes ergeben auch Gespräche um das Kartenlegen oder das Handlesen. Aufmerksame Beobachtung des Fragenden, gezielte Fragen zu Gemütszustand und Erwartungen und eine große Portion Einfühlungsvermögen ergeben den perfekten Rahmen für eine Kartensitzung.

Die Interpretation der aufgelegten Karten obliegt ja der/dem Leger/in, und schwupps ist man auf einer Welle. Doch wehe, die Karte TOD erscheint, dann eiert man herum, spricht vom symbolischen Loslassen und Neuanfang, leitet schnell auf ein anderes Thema. James Bond schon hatte damit zu tun und zog es ein wenig ins Lächerliche. Zu recht?

Bestimmt waren es tausend Tarot-Sitzungen, die ich als Erfahrung mitbringe, ausgebildet, suchend und dennoch nicht fündig geworden. Also nur Jahrmarktsklamauk?

Aber, und das muss ich zur Ehrenrettung des Tarot sagen: Es gibt unendlich viele von ihnen, davon wunderschöne, einfühlsame Karten, die einzeln betrachtet, auch als Satz der großen Arkanas, ein Kunstgenuss und ein unergründlicher Schatz an Symbolik sind.

Mittlerweile habe ich mehr als 50 Tarot-Karten-Sets berühmter Künstler in meiner Sammlung. Besitze wohl auch an die 20 wunderschöne Holzkästchen; Flohmärkte sind da sehr ergiebig. Hin und wieder spiele ich auch mit diesen Karten. Doch die Zukunft befragen kann ich immer noch nicht.

Eine gute Zukunft wünscht Euch
Euer Kadosch

(uk)

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