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Kadosch und die brasilianische Weihnacht

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Auf meinen vielen beruflichen Reisen in der Welt umher fanden sich in den Hotels immer wieder neue Überraschungen auf dem Nachtisch. Ob es die mormonische Bibel, die christliche Bibel, Touristik-Reklame oder Spendenaufrufe waren, immer wieder bedeuteten sie etwas Neues, Unbekanntes, spannend zu lesen und zu sehen, wie dies oder jenes Hotel geführt wird.

Doch eines hat mich mitten im Sommer 2001 in einem Berner Hotel seinerzeit und noch heute tief beeindruckt, das war ein einfaches Blatt Papier, auf dem nachstehendes Gedicht zu Weihnachten zu lesen war. Ich nahm es mit und lese dieses Gedicht immer wieder. Es trifft auf so viele Ereignisse im Leben zu.

Weihnachten

Jedes Mal, wenn zwei Menschen einander verzeihen, ist Weihnachten.
Jedes Mal, wenn Ihr Verständnis zeigt für Eure Kinder, ist Weihnachten.
Jedes Mal, wenn Ihr einem Menschen helft, ist Weihnachten.
Jedes Mal, wenn jemand beschließt, ehrlich zu sein, ist Weihnachten.
Jedes Mal, wenn ein Kind geboren wird, ist Weihnachten.
Jedes Mal, wenn Du versuchst, Deinem Leben einen neuen Sinn zu geben, ist Weihnachten.
Jedes Mal, wenn Ihr einander anseht mit den Augen des Herzens, mit einem Lächeln auf den Lippen, ist Weihnachten.

aus einem brasilianischen Gedicht

Im Winter musste ich erneut nach Bern, ich war dort fast vier Jahre als Berater beim Militär, und fand auf dem Nachtisch nachfolgende kleine Geschichte.

Advent

Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war ganz still. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen.
Die erste Kerze seufzte und sagte: „Ich heiße Friede. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden, sie wollen mich nicht.“ Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.

Die zweite Kerze flackerte und sagte: „ Ich heiße Glaube. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne.“ Ein Luftzug wehte durch den Raum, und die zweite Kerze war aus.

Leise und sehr traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort: „Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollten.“ Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.
Da kam ein Kind in das Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte: „Aber, aber, Ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!“ Und fast fing es an zu weinen.

Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte: „Hab keine Angst, so lange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße Hoffnung.“

Mit einem Stückchen Holz nahm das Kind Licht von der vierten Kerze und zündete die anderen Lichter wieder an.

Ich hoffe, dass diese beiden Geschichten auch meinen Lesern gefallen.

Euer Kadosch

(uk)

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