(Rinteln) Petra Rabbe-Hartinger ist die Vorsitzende des Rintelner Kinderschutzbundes und sie stellte auf der Jahreshauptversammlung als besondere Herausforderung im vergangenen Jahr die Personalgewinnung in den Vordergrund: „Der Markt ist leergefegt, unsere Mitarbeitenden müssen auch nachmittags oder am Wochenende zur Arbeit und sie müssen bereit und fähig sein, mit Menschen zu arbeiten!“
Die größte Herausforderung ist die Personalgewinnung für das breite Portfolio an Hilfsangeboten
Kontinuität sei dabei im Umgang mit ohnehin belasteten Kindern von größter Wichtigkeit: „Jeder Personalwechsel erzeugt Stress bei den Kindern!“ Dennoch: Der Kinderschutzbund Rinteln ist eine tragende Säule der sozialen Arbeit in der Weserstadt, vorwiegend finanziert vom Landkreis Schaumburg und der Stadt Rinteln, unterstützt durch viele Spenden und Förderungen. Er setzt sich leidenschaftlich für die Rechte von Kindern und Jugendlichen ein und unterstützt Familien in herausfordernden Lebenslagen durch ein breites Spektrum an praktischen Hilfen und Beratung.

Die zentralen Arbeitsbereiche
Projekt „Wellenreiter“: Ein spezielles Angebot für Kinder und Jugendliche aus Familien, in denen ein Elternteil psychisch belastet oder erkrankt ist. Es bietet ambulant und niedrigschwellig Gruppenangebote und Beratung zur Stärkung der Resilienz. Ein eigener Fahrdienst holt und bringt die Kinder. Parallel dazu gibt es für die Eltern ein Hilfsangebot in Form einer Gruppe in der Burghofklinik, mit der der Kinderschutzbund eine enge Kooperation pflegt.
Teenie-Projekt: Ein sicherer Ort für Jugendliche ab zwölf Jahren mit wöchentlichen Treffs, Ferienfreizeiten und Coaching bei Problemen in der Schule oder Identitätsfragen.
Familienpaten: Ehrenamtliche unterstützen Familien im Alltag, schenken Zeit und entlasten Eltern bei der Kinderbetreuung oder Organisation. Derzeit gibt es 64 laufende Patenschaften im gesamten Landkreis.
Kleiderkiste: Ein Second-Hand-Laden in der Bäckerstraße, in dem Familien seit mittlerweile 20 Jahren gut erhaltene Kinderkleidung und Ausstattung gegen eine kleine Spende erhalten. 17 ehrenamtliche Damen sind dort aktiv und können gerne unterstützt werden.
Hort-Betreuung: Ein pädagogisches Angebot für Grundschulkinder mit besonderem Förderbedarf. 18 Plätze stehen zur Verfügung.
Kurse & Cafés: Angebote wie „Starke Eltern – Starke Kinder“ oder das „Offene Elterncafé“ fördern den Austausch und die Erziehungskompetenz.
Flüchtlingslotsen: Neun Ehrenamtliche begleiten geflüchtete Familien beim Ankommen in Rinteln, helfen bei Sprachbarrieren und Behördengängen.
Präsenz im öffentlichen Raum: Der Verein organisiert regelmäßig Spielplatz-Treffen und Feste, um Kindern Raum für Bewegung und Begegnung zu geben.
Zahlen, Daten, Fakten
Carmen Kretschmer ist die neue Schatzmeisterin beim Kinderschutzbund Rinteln und sie stellte die beeindruckenden Zahlen vor. 611.500 Euro gibt der Kinderschutzbund im Jahr für Hilfestellungen aus, 80 Prozent davon aus Zuschüssen, mehr als 43.000 Euro aus Spenden und fast 50.000 Euro aus Fördertöpfen gemeinnütziger Organisationen, wie etwa des Lions Clubs. Die Perspektiven für dieses Jahr: „Es wächst und wächst und das mit viel Herzblut“, so Petra Rabbe-Hartinger zum Angebot des Kinderschutzbundes.
Für das Wellenreiter-Projekt sei eine Stelle ausgeschrieben, die Bauwagen in Exten sollen mit Hilfe eines Graffitikünstlers neu gestaltet werden. Rabbe-Hartinger und auch Kretschmer machten deutlich, dass die Arbeit des Kinderschutzbundes nur dann funktionieren könne, wenn es weiterhin so eine starke Unterstützung einer breiten Basis gebe. Sie dankten insbesondere Andrea Stüdemann vom Landkreis Schaumburg für die gute Unterstützung und beide motivierten zu einer Mitgliedschaft im Kinderschutzbund.
(Text & Foto: ot)


























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