(Rinteln) Die Stadt möchte mit dem Projekt „Schwammstadtelemente Bahnhofsallee“ einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel leisten.
Mit dem Projekt „Schwammstadtelemente Bahnhofsallee“ soll die Straße in der Rintelner Nordstadt fit für die Zukunft gemacht werden. Nachdem ein erster Förderantrag im Jahr 2022 noch abgelehnt wurde, brachte eine überarbeitete Projektskizze im Jahr 2023 den Erfolg: Rinteln erhält einen Zuschuss aus dem Bundesförderprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“. Die ersten konkreten Planungen des Ingenieurbüros Weinkopf aus Helmstedt liegen nun vor und wurden von im Ortsrat und im Bauausschuss mit Modifikationen verabschiedet. Das letzte Wort in dieser Sache hat der Verwaltungsausschuss, der – nichtöffentlich – am heutigen Mittwoch tagt.

Rigolen, Mulden und Entsiegelung gegen den Klimawandel
Das Prinzip der Schwammstadt sieht vor, Regenwasser dort aufzufangen und zu speichern, wo es vom Himmel fällt, anstatt es ungenutzt in die Kanalisation abzuleiten. An der Bahnhofsallee wird dies durch eine Kombination aus Baumrigolen, Mulden und Rigolensystemen realisiert.
Ergänzt werden diese Maßnahmen der Beschlussvorlage zufolge durch gezielte Entsiegelungen. So sollen die dortigen Parkplatzflächen künftig mit Rasenfugenpflaster ausgestattet werden. Im Zuge der Umgestaltung wird auch das Stadtgrün fit gemacht. Der Grünbereich auf der Ostseite in Richtung Parkplatz wird aufgeweitet, um den Bäumen mehr Wuchsfläche zu bieten. Zwar müssen laut einem Gutachten aus dem Februar 2026 einige bereits geschädigte Bäume mit geringer Lebenserwartung entnommen werden, diese werden jedoch konsequent durch Neupflanzungen ersetzt. Der gesunde Baumbestand bleibt unangetastet.
Einbahnstraße und Erleichterungen für den Radverkehr
Mit dem Umbau steht auch eine Änderung der Verkehrsführung bevor. Zwischen dem Ostpreußenweg und der Breiten Straße wird die Bahnhofsallee künftig als Einbahnstraße in Richtung Altstadt geführt. Bereits heute ist die Zufahrt aus südlicher Richtung nicht erlaubt. An der Ausfahrt des „JYSK“-Parkplatzes kann künftig nur noch nach links in Richtung Innenstadt abgebogen werden. Das Schild „Vorgeschriebene Fahrtrichtung Rechts“ an der Einmündung der Breiten Straße auf die Bahnhofstraße wird entfernt. Damit ist das Linksabbiegen in Richtung Norden künftig erlaubt.

Radfahrer dürfen die neue Einbahnstraße ausdrücklich in beide Richtungen befahren, um Umwege zu vermeiden. Für den motorisierten Verkehr – einschließlich des Linienbusverkehrs – steht eine Fahrbahnbreite von 3,80 Metern zur Verfügung. Die bisherige Bushaltestelle im südlichen Bereich entfällt ohnehin aus dem Liniennetz und wurde bereits teilweise zurückgebaut.
Die Gehweganlagen werden komplett barrierefrei ausgebaut und an den Querungsstellen mit taktilen Leitelementen für Sehbehinderte versehen.

In der jüngsten Ortsratssitzung stimmte die Politik der Vorlage zu, mit einer Ergänzung: Die Gestaltung des Bürgersteigs sowie die Bepflanzung sollen in beiden Bereichen – analog zum südlichen Bereich ohne Gehweg im östlichen Teil – einheitlich ausgeführt werden.
Zeitplan und Finanzen
Das Gesamtkosten der Maßnahme betragen 720.000 Euro. Dank der Bundesförderung in Höhe von 540.000 Euro verbleibt für die Stadt Rinteln ein Eigenanteil von 180.000 Euro, der im Haushalt bereitgestellt ist.
Als nächster Schritt und sofern der Verwaltungsausschuss grünes Licht gibt, werden die Planungsunterlagen bei der staatlichen Bauverwaltung eingereicht. Sobald der finale Zuwendungsbescheid vorliegt, wird das Ausschreibungsverfahren eingeleitet. Die bauliche Umsetzung muss bis zum 31. Dezember 2028 vollständig abgeschlossen sein.
(pr)

























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