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Klinikum Schaumburg: 2020 bisher positiv, doch Rest des Jahres bleibt unvorhersehbar

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(Obernkirchen) Die Leitung des Agaplesion Klinikums in Obernkirchen blickt trotz Corona-Herausforderungen bislang positiv auf das laufende Jahr zurück.

Bei einem Pressegespräch informierten die Geschäftsführer Diana Fortmann und Marko Ellerhoff über die bisherigen Entwicklungen. Über 50.000 Patienten wurden im Jahr 2019 im Schaumburger Klinikum versorgt. 19.000 davon stationär, der Rest ambulant. Die höhere Akzeptanz in der Bevölkerung spiegele sich auch in den gestiegenen Patientenzahlen aus den „Kernmärkten“ wider. Jeweils rund fünf Prozent Zuwachs ist aus den Städten Obernkirchen, Bückeburg, Rinteln und Stadthagen im Vergleich der Jahre 2018 und 2019 zu vermelden.

Auch in den ersten beiden Monaten des Jahres 2020 konnte man sich über eine gute Bettenbelegung freuen, so Fortmann. Dann kam Corona und stellte alles auf den Kopf. Aufgrund der Erlässe und Verordnungen wurden alle nicht notwendigen Operationen und Eingriffe abgesagt, um auf einen möglichen Anstieg der Intensivpatienten mit Covid-19-Erkrankung vorbereitet zu sein. Es wurden eigens 70 Feldbetten für das Personal beschafft, damit dieses bei einem eventuellen Dauereinsatz über Möglichkeiten zum Ausruhen verfügen würden. Inzwischen weiss man, dass dieses Szenario zumindest im Schaumburger Land ausgeblieben ist. Die Feldbetten sind in den Räumen der Werkfeuerwehr zwischengelagert und können jederzeit zum Einsatz gebracht werden, falls es durch die im Herbst nahende Grippesaison und die Überlagerung mit Corona-Infektionen zu einer Zunahme an Erkrankungen kommen sollte. Trotz eine der „größten Herausforderungen für das Gesundheitssystem und die Organisationen, die direkt in der Versorgung von Erkrankten und Pflegebedürftigen tätig sind“, sei das Klinikum bisher gut durch die Krise gekommen, ergänzt Fortmann. Durch gutes Wirtschaften sei es bisher gelungen, nicht allzu sehr vom Wirtschaftsplan abzuweichen, sagen die Geschäftsführer. Wichtig ist beiden zudem, dass durch die Professionalität der Mitarbeiter, dem gestiegenen Arbeitsaufwand und der Unterstützung durch die Bundesregierung die Gesundheitsversorgung in Schaumburg zu keiner Zeit gefährdet war. „Das Covid-19-Krankenhausentlastungsgesetz und der milliardenschwere Rettungsschirm, der über dem Gesundheitssystem gespannt wurde, war eine schnelle und unbürokratische Hilfe der Bundesregierung, die bemerkenswert aber auch notwendig war. Damit wurde erreicht, worauf es in der Krise ankam: die kurzfristige Liquidität wurde gesichert. Die Krankenhaus-Finanzierung wurde innerhalb kürzester Zeit auf völlig neue Beine gestellt, es wurde Geld für freie Kapazitäten anstatt Fälle bezahlt.“

Die Geschäftsführer des Agaplesion Klinikums in Schaumburg, Diana Fortmann (li.) und Marko Ellerhoff.

Der Krankenhaus-Entwicklungsplan ist in diesem Jahr durch die Corona-Krise stark durcheinander geraten. Die für April 2020 geplante Erweiterung der Normal- und Intensivstationen soll ab Januar 2021 vonstatten gehen. Personell hat sich das Klinikum verstärkt und konnte unter anderem durch Empfehlungen anderer Mitarbeiter und die Rückkehr von ehemals Beschäftigten punkten. Somit ist man für die „neue Normalität“ gut gerüstet, sollten die Infektionszahlen stark ansteigen. Auf eine Corona-Infektion wird übrigens jeder stationär aufgenommene Patient im Klinikum getestet. Das Labor zur Auswertung der Tests befindet sich praktischerweise im eigenen Haus. Im Zeitraum März bis Juni wurden 1.200 Corona-Tests durchgeführt, in den Monaten Juli und August rund 2.200.

Wie es im vierten Quartal weitergeht, gleicht ein wenig dem Blick in die vielzitierte Glaskugel. Die Grippesaison steht vor der Tür und zusammen mit der Corona-Krise stellt dies für alle Beteiligten eine neue Situation dar. Zum anderen laufen die geltenden Regeln der Krankenhausfinanzierung Ende September aus. Dies, so Fortmann, erschwere eine verbindliche Entwicklungsplanung und bringe eine gewisse Unsicherheit mit sich.

Unsicher sollten die Patienten keineswegs sein, wenn es darum geht, bei Beschwerden einen Arzt oder das Klinikum aufzusuchen, betonen Fortmann und Ellerhoff. Im Landkreis Schaumburg stünden demzufolge auch künftig ausreichend Behandlungskapazitäten und eine gesicherte Notfallversorgung für alle Bürger zur Verfügung.

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