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Kollegienplatz: Studenten stellen mögliche Ideen zur Nachnutzung des IGS-Gebäudes vor

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(Rinteln/Hannover) Nach dem Umzug der IGS aus dem Schulgebäude am Kollegienplatz sollen die Räume anderweitig genutzt werden. Im Rahmen der jüngsten Bauausschusssitzung präsentierten Studenten der Leibniz-Universität Hannover ihre Ideen und Handlungsempfehlungen zur angedachten Umnutzung des IGS-Gebäudes.

Die Studenten mit Dr. Christoph Sommer (li.) beim gemeinsamen Foto vor der Bauausschusssitzung. (Foto: Stadt Rinteln)

Sie waren der Einladung der Stadt Rinteln gefolgt, sich mit der Frage zu beschäftigen, wie die mögliche Umnutzung des Schulgebäudes in ein Bildungs- und Kulturzentrum zu einer erlebenswerten Altstadt beitragen kann. Die Studenten des Studiengangs Landschaftsarchitektur und Umweltplanung studieren im 4. und 6. Semester am Institut für Umweltplanung an der Leibniz-Universität Hannover.

Bildungs- und Kulturzentrum am Kollegienplatz für eine erlebenswerte Altstadt

Zielsetzung ihrer interdisziplinären Projektarbeit war es, das Umnutzungsvorhaben zu begleiten, fachspezifischen Input aus raumplanerischer Sicht zu geben und Handlungsempfehlungen zu den Voraussetzungen für ein funktionierendes Bildungs- und Kulturzentrum zu geben.

Das Projekt fand in enger Kooperation mit dem „Interreg Nordsee-Regions Förderprogramm Stronger Combined“ statt, bei dem es darum geht, Aspekte der nachhaltigen Mobilität im ländlichen Raum zu betrachten und weiterzuentwickeln. Fokussiert haben sich die Studierenden auf die möglichen Nutzer des Gebäudes. Im Juni und Juli haben sie Interviews mit den potenziellen Nutzern geführt. Dazu gehören die Academia Rinteln, die Kreisjugendmusikschule, die Stadtbücherei, das Mehrgenerationenhaus, die Stadtjugendpflege und das Museum Eulenburg.

Diese wurden im Namen der Stadt zu einem Ideen-Workshop eingeladen. Dabei kristallisierten sich drei thematische Schwerpunkte bzw. Handlungsfelder heraus, die es braucht, damit das Umnutzungsvorhaben erfolgreich gelingen kann:

1. Das gemeinsame Miteinander – im Sinne der Kommunikation und Interaktion zwischen den potenziellen Nutzern und interner Organisation sowie die Identifikation der potenziellen Nutzer mit dem Kollegiengebäude und Kollegienplatz.

2. Die gemeinsamen Bedürfnisse – Interaktion zwischen dem Kultur- und Bildungszentrum mit der Stadt Rinteln und deren Einwohnern.

3. Die Anbindung an die Altstadt – im Sinne der Verknüpfung und Mobilität und der Anbindung an die Stadt und das Umfeld.

Die Studenten gaben den ersten Impuls, zu einem Ideen-Workshop einzuladen. Ziel war es, diese im Sinne der Vernetzung für einen Austausch zusammen zu bringen und Ideen zu den drei Handlungsfeldern zu sammeln.

Mögliche Ideen wurden in der Präsentation im Bauausschuss als ineinandergreifende Teile eines Puzzles vorgestellt. Stellvertretend für die acht am Projekt beteiligten Studenten stellten diese Greta Gallenkamp und Hanna Setzkorn vor.

Im ersten Puzzleteil geht es um das Feld „Gemeinsames Miteinander“. Um Letzteres zu stärken und nachbarschaftliche Synergien zu erschließen, die sich durch die gemeinsame Wirkungsstätte am Kollegienplatz ergeben, wäre z.B. die Schaffung eines „Runden Tisches“ denkbar, an dem sich die Akteure treffen und austauschen. Oder auch die Entwicklung eines offenen Bereiches im Sinne eines „gemeinsamen Wohnzimmers“ innerhalb des Gebäudes.

Im zweiten Puzzleteil „Gemeinsame Bedürfnisse“ zeigten die Studenten Ideen auf, wie zum Beispiel eine eigene Webseite für das Bildungs- und Kulturzentrum zu entwickeln, welche stets aktualisiert über Themen und Veranstaltungen (und womöglich auch den Umnutzungsprozess selbst) informiert. Die Aufstellung von „Wunschkästen“ in der Stadt sowie auch die Fortsetzung der Workshops zur weiteren Entwicklung des Begegnungsraumes Kollegienplatz oder auch einen „Tag der Bewegung“ zu etablieren, wurden als weitere Ideen vorgestellt.

Das dritte Puzzleteil „Anbindung an die Altstadt“ beinhaltet den Aspekt, Angebote kombinierter Mobilität auch im Sinn von Verkehrsmitteln zu schaffen, wie etwa eine Verleihstation mit Fahrrädern, Lastenrädern und Einkaufsrollern. Weitere Anregungen waren die Durchführung von Veranstaltungen auf dem Kollegienplatz, die Erweiterung des Wasserlaufes aus der Weserstraße als roter Faden bis hin zum Kollegienplatz oder auch ein ausrangierter Bus auf dem Platz als Treff- und Anlaufpunkt.

Im Anschluss beantworteten die Studenten und Dr. Christoph Sommer, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Institutes für Umweltplanung, in der anschließenden Diskussion die Fragen der Mitglieder des Bauausschusses.

Im Anschluss an die Präsentation wurden Fragen der Bauausschussmitglieder beantwortet.

Die Nachfragen der Bauausschussmitglieder zeigten, dass die präsentierten Ideen interessiert aufgenommen und verfolgt wurden. Beispielsweise wurde der ausrangierte Bus auf dem Kollegienplatz als interessanter Ansatz, den man weiterdenken kann, erkannt. Gedanken und Fragen, ob der Bus auch mobil sein könne, um ihn an verschiedenen Orten zu nutzen oder darin ein Buskonzert stattfinden zu lassen zeigen, dass Ideen am besten in Gemeinschaft entstehen.

Im Rahmen der Diskussion wurde deutlich, dass es sich bei dem präsentierten Konzept um Handlungsempfehlungen handelt, welche in weiteren Schritten und mit Unterstützung der Verwaltung und Politik weiter ausgearbeitet und weiterentwickelt werden können und müssen.

Die Präsentation der Handlungsempfehlungen ist ein Impuls für Verwaltung und Politik, die Möglichkeiten zum Bildungs- und Kulturzentrum am Kollegienplatz, wie auch die künftige Gestaltung des Platzes selbst, weiter auszuloten. Es wurde seitens der Studenten mehrfach betont, „dass hinsichtlich der Gestaltungsmöglichkeiten der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind“ und es bei den präsentierten Ideen noch nicht um konkrete Umsetzungsaspekte geht. Zudem ist es für die Schaffung eines attraktiven Begegnungsraumes aber wichtig und sinnvoll, die potenziellen Nutzer und Akteure, wie beispielsweise auch Vereine, Anwohner und Bürger Rintelns über alle Altersgruppen in diesen Prozess mit einzubeziehen, so wie es in 2017 in Workshops begonnen wurde.

Das Interreg Nordsee-Regions Förderprogramm Stronger Combined

Im Rahmen von Stronger Combined werden aktuelle und künftige Mobilitätsbedarfe untersucht, um vorhandene Angebote verschiedener Partner und Akteure, wie z.B. dem ÖPNV, bestmöglich aufeinander abzustimmen, Lücken zu schließen und in bedarfsgerechter und nachhaltiger Form zu kombinieren. Mit dem Umzug der IGS und einer möglichen Nachnutzung als Bildungs- und Kulturzentrum verändern sich lokal die Bedürfnisse der Nutzer an Anbindung und Mobilität des Kollegienplatzes. Das Projekt gibt es seit 2019, bedingt durch die Corona-Pandemie wurde das Projekt bis Ende 2022 verlängert.

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