(Rinteln) Die Klasse 2 der zweijährigen berufsqualifizierenden Berufsfachschule Pflegeassistenz Rinteln bearbeitet mit ihren Klassenlehrerinnen Anika Budde-Ruhnau und Melanie Gomes-Narciso derzeit ein Projekt zum Umgang mit Sterben, Tod und Trauer.
In der Versorgung kranker oder alter Menschen ist die Konfrontation mit diesen Themen manchmal unausweichlich. Besser ist es also, wenn man gut darauf vorbereitet ist, um die anvertrauten Bewohnerinnen und Bewohner gut zu unterstützen und die Angehörigen in dieser Phase des Lebens kompetent begleiten zu können, ohne sich selbst dabei zu verlieren.
Neben ganz persönlichen Fragestellungen wie: „Welche Farbe hat die Seele?“ oder „Wie kommuniziere ich mit Menschen, die wissen, dass sie sterben werden?“, gibt es auch viel Praktisches zum Thema zu entdecken. Kultursensibel heißt das Zauberwort, wie immer in der Pflege. Was gilt es zu berücksichtigen, wenn ich einen Menschen begleite der dem Islam, dem Buddhismus, dem Hinduismus, dem Judentum oder dem Christum angehört?
Ein Besuch bei Christiane Piehl, einer der beiden Koordinatorinnen des Hospizverein Rinteln e.V., machte deutlich, worauf es in der Begleitung Betroffener und ihrer Familien ankommt und was die Helfer benötigen, um diese verantwortungsvolle Aufgabe bewältigen zu können. Drei Schülerinnen, waren so interessiert daran, Menschen gut zu begleiten, dass sie freiwillig im Anschluss an den Besuch den „Letzte Hilfe Kurs“ des Hospizvereines Rinteln e.V. besuchten, dazu konnten sie kurzfristig einen Teil des Schultags freigestellt werden, um in der Zeit beim Hospizverein Rinteln e.V. noch mehr zum Thema zu erfahren.
Auch ein Besuch beim Bestattungsunternehmen Böger in Rinteln stand auf dem Programm. Marco Summa vom Bestattungsunternehmen präsentierte den Beruf des Bestatters lebendig und informativ und führte die Schüler durch seinen Arbeitsbereich. Summa begegnete allen Schülerfragen zum Thema mit Interesse, Offenheit und einer Prise Humor. Das zuvor vielleicht mulmige Gefühl wich vielen neuen Erkenntnissen: Tod und Trauer müssen nicht „schwarz“ sein. Entscheidend ist immer der Wunsch des Verstorbenen und seiner Angehörigen. Im Tod, wie im Leben! Demzufolge darf auch das Lieblings-Motorrad des Verstorbenen mit in die Trauerhalle.

Weiter geht es mit Informationen zur pflegerischen Versorgung Verstorbener und dem Besuch verschiedener Friedhöfe als Orten der Gemeinschaft, an dem wir an Menschen denken, die gestorben sind, und an das Leben, das wir selbst führen.
Bei zeitweiliger Nachdenklichkeit und Respekt der Schülerinnen und Schüler überwiegen das Interesse an den Themen und die Erkenntnis, etwas Gutes und Wichtiges für Betroffene und Angehörige tun zu können, wobei in der Projektarbeit die Freude über die gemeinsame Arbeit und den Lernerfolg auch nicht zu kurz kommen.
(pr)

























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